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Wie Sie mit Eltern ein Problem analysieren

Vorwürfe und Schuldzuweisungen im Problemgespräch vermeiden

"Wenn Sie Ihre Tochter von Anfang an konsequent erzogen hätten, dann stünden wir heute nicht vor einem solchen Problem!" Diese Äußerung bringt Sie im Problemgespräch mit Eltern nicht weiter. Die Eltern fühlen sich angegriffen, sie werden sich verschließen und keinen Rat mehr von Ihnen annehmen. Vorwürfe verstellen die Sicht auf die gemeinsame Lösungssuche mit Eltern und behindern die Problemanalyse.

Überrumpeln und Überreden lösen das Problem nicht

"Sicherlich haben Sie nichts dagegen, Ihr Kind bei unserer Ergotherapeutin anzumelden. Zufällig ist die Ergotherapeutin gerade hier und wird gleich mit Ihnen sprechen!" Durch eine solche Überrumpelungstaktik verlieren die Eltern das Vertrauen zu Ihnen. Sie werden Ihnen fortan mit Skepsis und Misstrauen begegnen. Eltern werden Ihnen gegenüber versuchen, ihr Problem zu vertuschen. Offenes und ehrliches Ansprechen von Problemen ist nicht mehr möglich.

Im Problemgespräch keine falschen Versprechungen

"Wenn Sie die Erziehungsberatungsstelle konsultieren, kommt das Problem mit Ihrem Kind sofort wieder ins Lot!" Sie riskieren das Vertrauen, das Eltern in Sie setzen, wenn sich Ihre Versprechungen nicht bewahrheiten. Versprechen Sie in einem Problemgespräch nur das, was Sie tatsächlich halten können, und sagen Sie den Eltern offen und ehrlich Ihre Meinung.

Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie einsetzen, wenn es sich im Elterngespräch um eine Problemanalyse dreht. Ein Problemgespräch steht häufig dann an, wenn es um Entwicklungsdefizite des Kindes, besonderen Förderbedarf oder um erzieherische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten beim Kind geht.

1. Schritt der Problemanalyse: Stellen Sie eine direkte Kommunikation her

Bringen Sie die Familie zum Problemgespräch an einen Tisch, um mit allen an der Erziehung des Kindes Beteiligten die Problematik anzusprechen. Schildern Sie dabei ehrlich und verständlich das Problem, wie es sich für Sie darstellt. Sie helfen den Eltern, wenn Sie Ihre Schilderungen zum Problem anhand von Beispielen und Beobachtungen untermauern.

2. Schritt der Problemanalyse: Kontrollieren Sie den Dialog im Problemgespräch

Eltern neigen manchmal zur selektiven Wahrnehmung und zur spontanen Verleugnung oder Verniedlichung des Problems. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie das Problemgespräch leiten. Führen Sie mit Fragen durch das Gespräch und erfragen Sie immer wieder die Einstellung und Sichtweise der Eltern zum Problem. Fassen Sie dabei zentrale Inhalte der elterlichen Meinung zusammen. Dies gibt Eltern die Chance, ihren Blickwinkel zum Problem zu ändern und ihre Einstellung zu reflektieren.

3. Schritt der Problemanalyse: Legen Sie die Emotionen im Problemgespräch offen

Ein Gespräch über ein Problem ihres Kindes ist für Eltern immer mit Emotionen verbunden: Gefühle wie Enttäuschung, Angst, Schock und Kränkung können auftreten, wenn Eltern von einem gravierenden Entwicklungsrückstand ihres Kindes erfahren. Wenn Eltern ihre Gefühle im Problemgespräch offen ansprechen oder ihre Verzweiflung und Angst offenbaren, können Sie im nächsten Schritt die Lösung des Problems anstreben.

4. Schritt der Problemanalyse: Handeln Sie eine Lösung aus

Im Problemgespräch darf keine Partei die andere Seite als Schuldigen ansehen. Dies gelingt Ihnen, wenn Sie im Gespräch über das Problem immer wieder die Weiterentwicklung des Kindes als gemeinsames Ziel in den Mittelpunkt stellen. Streben Sie eine dauerhafte, tragfähige Lösung im Sinne des Kindes an, und halten Sie fest, was beide Seiten - also die Eltern und die Einrichtung - leisten können, um die Weiterentwicklung des Kindes zu gewährleisten.

Überprüfen Sie vor einem Problemgespräch Ihre eigene Haltung und Bereitschaft zum offenen Austausch mit den Eltern. Geben Sie den Erzieherinnen bei solchen Gesprächen adäquate Unterstützung bei der Gesprächsvorbereitung oder durch Moderation des Problemgesprächs.

Mehr zur Problemanalyse mit den Eltern in 'Kindergarten & Hort aktuell'.

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