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Wenn Eltern ihr Kind zu spät abholen - So reagieren Sie geschickt

Tritt in Ihrer Einrichtung das Problem auf, dass Eltern ihre Kinder häufig zu spät abholen, klären Sie zusammen mit Ihrem Team, wie Sie vorgehen wollen. Einigen Sie sich dabei unbedingt auf eine einheitliche Vorgehensweise, um verspätetes Abholen in den Griff zu bekommen.

Mehr zum Thema verspätetes Abholen.

1. Beobachten Sie die Abholsituation

Beobachten Sie zunächst, wann die meisten Eltern ihre Kinder abholen. Führen Sie dabei über die Dauer von circa 3 Wochen täglich die Betrachtung durch, um welche Zeit die Kinder schwerpunktmäßig abgeholt werden.

Werden alle anderen Kinder täglich rechtzeitig abgeholt, entsteht für Sie kein genereller Handlungsbedarf. Erkennen Sie allerdings durch Ihre Beobachtung, dass viele Eltern an bestimmten Tagen oder auch prinzipiell ihre Kinder abgehetzt in letzter Minute oder verspätet abholen, kann es möglich sein, dass die Öffnungszeiten Ihrer Einrichtung nicht optimal auf den Bedarf der Eltern abgestimmt sind.

2. Sprechen Sie das Problem der Abholsituation offen an

Erkennen Sie, dass dasselbe Kind häufig zu spät abgeholt wird, müssen Sie, wenn Sie in der Abholsituation mit der Verspätung konfrontiert werden, deutlich und bestimmt reagieren: Sie sollten den Eltern, die ihr Kind zum wiederholten Male verspätet abholen, verdeutlichen, dass auch Sie Dienstschluss haben, wenn die Einrichtung schließt.

Vermeiden sollten Sie jedoch, zusätzlich zum verspäteten Abholen noch Probleme zu wälzen. Sie brauchen sich keine langen Ausreden bei der Abholsituation anhören und sollten auf jeden Fall einen Disput mit den Eltern im Beisein des Kindes vermeiden.

Sprechen Sie die Eltern auch in der Bringzeit noch einmal auf das Problem an. Suchen Sie mit den betroffenen Eltern gemeinsam nach Lösungen, wie diese für beide Seiten unangenehme Abholsituation künftig vermieden werden kann. Eventuell kann das Kind von einer anderen Mutter, die in der Nähe wohnt, mit abgeholt und von den Eltern dort abgeholt werden. Sichern Sie sich in einem solchen Fall das schriftliche Einverständnis der Eltern.

3. Zeigen Sie Konsequenzen für verspätetes Abholen auf

Nutzt auch dieses Gespräch nichts, müssen Sie die Initiative ergreifen. Bestellen Sie die Eltern zum Elterngespräch in die Einrichtung. Sprechen Sie die ungute Abholsituation mit klaren Worten an und verdeutlichen Sie, dass Sie verspätetes Abholen nicht länger tolerieren können.

Sprechen Sie vorab mit Ihrem Träger Ihre Kompetenzen ab. Wirkungsvoll ist es, den betroffenen Eltern im Gespräch zu verdeutlichen, dass Sie, wenn sie ihr Kind weiter verspätet abholen, die Mehrarbeit der diensthabenden Erzieherin in Rechnung stellen werden. Bleibt auch das offene Gespräch mit Ihnen wirkungslos, können Sie nach Rücksprache mit dem Träger den Betreuungsvertrag kündigen.

Tipp für die Praxis: Wenn Sie häufig damit konfrontiert werden, dass Eltern ihre Kinder verspätet abholen, vermerken Sie bereits auf dem Anmeldebogen, dass beispielsweise nach dem 3. verspäteten Abholen ein bestimmter Beitrag in Rechnung gestellt werden kann.

4. Überprüfen Sie Ihre Bring- und Abholzeiten

Holen viele unterschiedliche Eltern ihre Kinder zu spät oder in der buchstäblich letzten Minute ab, geht dies über Einzelfälle, die Sie im persönlichen Gespräch klären können, weit hinaus.

Forschen Sie nach den Ursachen. Fragen Sie in einer Elternbefragung, die Sie schriftlich bei allen Eltern durchführen, die Zufriedenheit mit Ihren Öffnungszeiten

Mehr zum Thema Abholsituation in 'Kindergarten & Hort aktuell'

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