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Geschichte: Ein Schatz für Tina
Eine Geschichte für Kinder ab 3 Jahren
Tina schaut heute schon zum 10. Mal auf die Uhr. Sie ist sehr ungeduldig. "Mama", ruft Tina laut, "wann ist es denn endlich 11 Uhr?" Tinas Mutter lacht: "Mensch, Tina. Du bist heute aber ungeduldig. In 10 Minuten ist es 11 Uhr."
Tina ist so zappelig, weil heute Mittwoch ist. Und mittwochs kommt Tinas Opa sie immer um 11 Uhr abholen. Dann darf sie mit ihm in den Tierpark. Klar, dass Tina sich freut. Da - endlich, es klingelt. Tina stürmt durch den Flur zur Haustür. Sie reißt die Tür auf und springt in Opa Erwins Arme. "Langsam, Tina. Du schmeißt mich ja um!", ruft Opa lachend. Tinas Mutter bringt ihr noch einen Rucksack. Jetzt kann es losgehen.
Mit Opa in den Tierpark - Oh, weh! Geschlossen!
Tina fährt mit Opa Erwin im Auto eine ganz schön lange Strecke. Dann kommt der Tierpark in Sicht. Opa Erwin biegt auf den Parkplatz und hält an. "Komisch", brummt er, "hier stehen heute ja gar keine Autos." Und tatsächlich: kein Auto weit und breit. Tina und Opa Erwin gehen zum Eingangstor des Tierparks. Aber, oh weh, es ist abgeschlossen, und ein Zettel hängt daran, auf dem steht: "Heute geschlossen! Bauarbeiten!" Oh, nein. Tina lässt den Kopf hängen. Auf einmal ist sie gar nicht mehr zappelig, sondern traurig.
Zu allem Unglück fängt es jetzt noch an zu regnen. Opa Erwin nimmt Tina bei der Hand und sie laufen schnell zum Auto. Opa sagt: "Sei nicht so traurig, Tina. Nächste Woche gehen wir wieder in den Tierpark." Opa Erwin startet das Auto und fährt mit Tina zu Oma Anne. "Nanu!", sagt Tinas Oma, als die beiden ins Haus kommen. "Ich dachte, ihr seid im Tierpark."
Tina schüttelt den Kopf und erzählt von dem geschlossenen Park. "Schade, und jetzt regnet es auch noch. Sonst hättet ihr wenigstens einen Waldspaziergang machen können." Tina schaut nach draußen. Mittlerweile platschen dicke Tropfen an die Fensterscheibe. "Jetzt hab ich extra meinen Rucksack mit Essen und Trinken gepackt. Den kann ich jetzt gar nicht mehr brauchen", sagt Tina traurig.
Opa hat eine gute Idee
Aber da lacht Opa Erwin auf einmal und sagt: "Oh doch, den können wir sehr gut gebrauchen. Denn da, wo wir jetzt hingehen, können wir eine Stärkung gebrauchen!" Tina ist neugierig und geht hinter Opa Erwin her. Dieser geht die Treppe hinauf, öffnet eine Luke in der Decke und zieht eine Treppe herunter.
Der Speicher! Tina war noch nie oben unter dem Dach. Was es da wohl zu entdecken gibt? Ein bisschen gruselig ist es ja schon da oben, denkt Tina. Opa Erwin klettert die Treppe hinauf: "Komm mit, Tina. Halt dich gut fest und achte auf die Stufen." Puh, ziemlich viele Stufen, aber dann ist es geschafft. Opa Erwin knipst das Licht an. Hui, hier stehen aber viele Sachen. Dort ein paar alte Stühle, ein alter Schrank, ein großer Spiegel und auf der anderen Seite Kartons und ein großer brauner Koffer. "Ich wollte hier schon lange einmal aufräumen. Du darfst mir helfen, wenn du magst."
Das lässt sich Tina nicht 2-mal sagen. Sie schaut in den großen Schrank. Dort hängen alte Kleider von Oma. Tina holt einen großen Hut und ein paar rote Damenschuhe heraus und zieht sie an. Sie schaut in den Spiegel und lacht. Ja, das wird Spaß machen, all die vielen Kisten zu durchsuchen. So arbeiten Tina und Opa Erwin eine ganze Zeit.
Ein Schatz wird entdeckt
Tina untersucht den großen braunen Koffer. Ganz unten im Koffer entdeckt Tina ein kleines goldenes Kästchen. Es sieht aus wie ein Schatz. Es glitzert und funkelt im Licht. "Opa, was ist das denn?", fragt sie. Opa dreht das glitzernde Kästchen hin und her. Da muss irgendwo ein Schlüssel sein. Er kramt noch einmal im Koffer und zieht einen kleinen goldenen Schlüssel heraus. Er dreht den Schlüssel im Schloss und der Deckel springt auf.
Darin findet Tina ein seltsames Ding aus Glas. "So was hab ich ja noch nie gesehen!" Opa Erwin antwortet: "Hol mal deinen Rucksack. Wir machen hier oben jetzt ein Picknick, und dabei erzähle ich dir, was das hier ist." Nachdem Tina und Opa Erwin ein Brot gegessen und Saft getrunken haben, nimmt Tinas Opa das Glasgefäß aus der Kiste. "Das ist eine Sanduhr. Vor langer Zeit gab es noch keine Uhr, so wie du sie kennst. Und um die Zeit zu messen, hat man eine Sanduhr aufgestellt." Tina nimmt das kleine Ding in die Hand. "Waaaas? Da sind ja gar keine Zahlen. Wie soll das denn gehen?", fragt Tina. "Schau, in der einen Hälfte ist feiner Sand, und wenn du die Uhr mit dem Sand nach oben hinstellst, läuft er durch eine kleine Öffnung in die untere Hälfte. Das dauert eine gewisse Zeit.
Es gab früher Sanduhren in verschiedenen Größen. Je mehr Sand in einer Uhr war, desto länger dauerte es, bis der Sand durchgelaufen war. Diese Sanduhr hier ist klein. Der Sand braucht ungefähr 2 Minuten, bis er unten angekommen ist", erklärt Opa Erwin. Na, das war ja eine Überraschung. "Weißt du, Tina, die schenke ich dir. Weil es mit dem Tierpark heute nicht geklappt hat", sagt Opa Erwin. Tina lacht. "Danke Opa, das ist der schönste Schatz, den ich je bekommen habe."
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