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Gespräche als Leiterin eines Kindergartens führen
Gespräche aller Art sind ein fester Bestandteil in Ihrem Arbeitsalltag als Leiterin. Sie sind im Gespräch mit Mitarbeiterinnen, mit Eltern, mit dem Träger, mit Kindern und Kooperationspartnerinnen. Diese Gespräche, ihre Formen und Inhalte sind unterschiedlich und vielfältig, sie finden spontan oder strategisch geplant und vorbereitet statt. Alle Gespräche haben eine eigene Note, sie werden geprägt von der individuellen Persönlichkeit der Beteiligten. Berufliche Gespräche dienen dennoch einem bestimmten Zweck.
Als Leiterin verbinden Sie damit strategische Ziele: Sie möchten Informationen weitergeben, Regelungen vereinbaren oder an Regelungen und Vereinbarungen erinnern, pädagogisch sinnvolles Handeln anregen und vieles mehr. Deshalb bereiten Sie diese Gespräche vor. Dabei ist es sinnvoll, den eigenen Kommunikationsstil durch Aneignung von bewährten Elementen und Grundhaltungen, die positives Kommunikationsverhalten begünstigen, zu verbessern.
Mehr zum Thema Gesprächsführung
Beachten Sie folgendes bei der Gesprächsführung
- Klärung der eigenen kommunikativen Stärken und Schwächen im Gespräch. Erstere können verfeinert, Letztere abgeschwächt werden.
- Überdenken der eigenen Einstellungen, Werthaltungen und des Menschenbildes.
- Auseinandersetzung mit der eigenen beruflichen Rolle im Kindergarten und deren Möglichkeiten und Grenzen.
Zeigen Sie Empathie, wenn Sie Gespräche führen
Dies ist die Fähigkeit, in einem Gespräch akzeptierend zuzuhören, unsere Gegenüber ohne Wertung anzuerkennen, ihnen vorurteilsfrei zuzuhören, mit der inneren Bereitschaft, „ein Gefährte in der inneren Welt des Gegenübers" werden zu wollen. Ziel dabei ist, die Sicht des Gegenübers wirklich verstehen zu wollen. Konkret bedeutet dies, dass Sie als Leiterin Ihren Mitarbeiterinnen, den Eltern, allen Gesprächspartnern aufmerksam zuhören, auf sie eingehen und die Gedanken und Gefühle der betroffenen Personen reflektieren - auch wenn dies sicher manchmal schwer fällt. Damit Sie offen sein können für die Sicht der Gesprächspartnerin, ist es jedoch wichtig, dass Sie Ihre eigenen Meinungen, Wertungen und Emotionen im Gespräch zunächst zurückstellen.
Akzeptieren Sie Ihr Gegenüber im Gespräch
Das Gegenüber im Gespräch fühlt sich durch akzeptierendes Zuhören angenommen und verstanden, muss keine Energie in Verteidigungsreden stecken, wird offener, zugänglicher und ist dann auch bereit, Ihre Sicht als Leiterin zu hören und Kompromisse bzw. Verhaltensänderungen in Erwägung zu ziehen.
Übereinstimmung von Mimik und Aussagen bei der Kommunikation
Beides, Empathie und Akzeptanz, kann jedoch nicht gelingen, wenn Sie als Leiterin nicht ehrlich und aufrichtig sind. Sie können diese Methode nur dann stimmig anwenden, wenn es Ihnen gelingt, im Gespräch innerlich frei, vorurteilslos und wertfrei die Sicht des anderen anzuhören. Dies wird mit dem Begriff Kongruenz ausgedrückt: Echt bin ich, wenn meine innere Haltung und mein äußeres Tun übereinstimmen, das heißt, ich vermittle im Gespräch klare Botschaften, die meine tatsächliche Meinung widerspiegeln. Nur dann stimmen verbale Aussage, Gesichtsausdruck und Körperhaltung überein.
Als Leiterin Offenheit in Gesprächssituationen vermitteln
Konkret bedeuten die oben erklärten Begriffe also, dass im Gespräch Offenheit herrscht. Sie als Leiterin reagieren als greifbare und ehrliche Person, drücken Ihre Gedanken und Gefühle aus, übernehmen Verantwortung für Ihre Bedürfnisse, Einstellungen und Emotionen und wirken so als Verhaltensmodell für Ihre Gesprächspartner.
Nachdem die Sicht des Gesprächspartners zur Sprache kam, schildern auch Sie die Situation, machen Aussagen über Ihr eigenes Erleben und Verhalten in der angesprochenen Situation bzw. Problemlage. Wenn Sie im Gespräch auf eine eindeutige Trennung zwischen Person und Verhalten achten, werden sich Mitarbeiterinnen nicht angegriffen oder abgelehnt fühlen, sondern Ihr Interesse als Leiterin, eine (Verhaltens-)Änderung herbeizuführen, verstehen. Rogers betont ausdrücklich: Nicht die Methode ist ausschlaggebend, sondern die innere Haltung. Einfühlsames Verstehen kann nicht gelingen, wenn Sie als Leiterin unter dringendem Handlungsdruck stehen.
Selbst wenn Sie Ihre Stimmung und Ihr Anliegen unterdrücken, weil Sie im Sinne der Methode "zuhören" wollen, werden Sie trotzdem nicht "verstehen", da Sie innerlich mit Ihren eigenen Gedanken und Vorstellungen beschäftigt sind. Sobald ein bestimmtes Stichwort auftaucht, das Ihnen geeignet erscheint, einzuhaken und Ihre Sicht der Dinge anzubringen, werden Sie mit Sicherheit (oft durchaus unbewusst) darauf regieren.
Tipp für die Praxis: Erproben Sie die Methode zuerst im Gespräch mit Freunden, mit Eltern oder Mitarbeiterinnen, zu denen Sie ein gutes Verhältnis haben. Wenn Sie als Leiterin Empathie, Akzeptanz und Kongruenz in Gesprächen gut verknüpfen können, gelingt Ihnen dies auch bei Problemgesprächen. Klären Sie vor dem Gespräch Ihr Gesprächsziel. Sprechen Sie den Gesprächsanlass, die Situation oder das Problem mit Ihrer Fachberaterin oder mit einer Leitungskollegin (jedoch niemals mit einer anderen Mitarbeiterin!) durch und trennen Sie Ihre Gefühle von den Fakten.
Mehr Informationen zum Thema Kommunikation in 'Kindergarten & Hort aktuell'







