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Wie Sie Mobbing im Team erkennen können

Viele Vorgesetzte und möglicherweise auch Sie denken: "Mobbing gibt es bei uns nicht!" Von Außenstehenden wird Mobbing zwischen Mitarbeiterinnen oft nicht oder zu spät wahrgenommen. Vielleicht ist in diesem Moment eine Ihrer Mitarbeiterinnen einer solchen Attacke ausgesetzt. Wenn das der Fall ist, sollten Sie sich mit dieser Situation auseinander setzen und Mobbing den Kampf ansagen.

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Der 1. Schritt, den Sie gehen müssen, um der Betroffenen zu helfen, ist, die Anzeichen von Mobbing zu erkennen. Jeder kann gemobbt werden. Auch Sie als Führungskraft könnten solchen Attacken ausgesetzt sein. Es gibt kein typisches Mobbingopfer. Sie sollten aber besonders auf Mitarbeiterinnen Acht geben, die gehemmt, sensibel, leistungsschwach und pessimistisch sind. Mitarbeiterinnen mit diesen Charakterzügen werden tendenziell eher gemobbt als andere.

Mobbing ist ein sich aufbauender Prozess, der sich über viele Monate, manchmal sogar Jahre hinzieht und sich mit jedem Tag verschärft. Je frühzeitiger Sie Mobbing erkennen, desto eher und effektiver können Sie der gemobbten Kollegin helfen. Wenn Sie vermuten, dass in Ihrer Einrichtung gemobbt wird, sollten Sie prüfen, in welcher Mobbingphase sich Ihr Team befindet, um die bestmögliche Hilfe zu leisten.

1. Mobbingphase: Aufbau eines Konfliktes

Gibt es einen ungelösten Konflikt in Ihrem Team, kann er sich immer weiter verschärfen und schließlich in Mobbing ausarten. wie für alle Beteiligten ist es schwierig zu beurteilen, wann aus einem Konflikt Mobbing wird. Wenn Sie 2 oder mehr der folgenden Fragen mit einem "Ja" beantworten, zeichnen sich in Ihrem Team 1. Anzeichen von Mobbing ab. In dieser Phase können Sie mit wenigen Mitteln effektiv Hilfe leisten, indem Sie beispielsweise den Konflikt direkt ansprechen und das Team nach einer gemeinsamen Lösung sucht.

Gibt es in Ihrem Team Anzeichen eines frühen Stadiums von Mobbing?

  • Entstehen in Ihrem Team zunehmend Cliquen und Seilschaften?
  • Verlaufen fachliche Diskussionen vermehrt emotional und aggressiv?
  • Werden Informationen in Ihrem Team nicht oder nur unzureichend weitergegeben?
  • Beobachten Sie vermehrt unkollegiales, wenig hilfsbereites Verhalten?
  • Herrscht in Ihrem Team verstärkt Misstrauen?
  • Wird eine Mitarbeiterin verstärkt ausgegrenzt?

2. Mobbingphase: Systematischer Psychoterror

In der 2. Mobbingphase tritt die Ursache für den Konflikt in den Hintergrund. Ihre gemobbte Mitarbeiterin ist einem systematischen Psychoterror ausgesetzt. Durch den Verlust an Kontakten, Sicherheit und Wertschätzung wird sie in eine Opferrolle hineingedrängt, verliert an Selbstsicherheit und Selbstvertrauen und zeigt Stresssymptome wie Unausgeglichenheit, Kopf- und Magenschmerzen, Schlafstörungen und Verspannungen. Wenn Sie mehr als 1 der folgenden Fragen mit einem "Ja" beantworten, wird in Ihrer Einrichtung vermutlich sehr massiv gemobbt. In diesem Fall ist Ihr sofortiger Eingriff notwendig.

Ist die 2. Mobbingphase in Ihrer Einrichtung eingetreten?

  • Wird Ihre Mitarbeiterin isoliert?
  • Werden ihr Informationen falsch oder nur unzureichend übermittelt?
  • Werden ihr Aufgaben übertragen, die unangenehm oder sinnlos sind und die sie unter- oder überfordern?
  • Wird sie oft kritisiert, in Frage gestellt oder abgewertet?
  • Wird sie schlecht gemacht, gedemütigt oder verspottet?
  • Wird mit ihr kaum gesprochen und wird sie im Gespräch oft unterbrochen?

3. Mobbingphase: Abfall der Leistungen durch Mobbing

Spätestens in der 3. Mobbingphase ist Ihre betroffene Mitarbeiterin so stark verunsichert, dass sie sich nicht mehr gegen die Mobbingattacken wehren kann. Dadurch wird ihr immer mehr die Rolle der Versagerin, Unfähigen und Außenseiterin zugewiesen, mit der sie sich zunehmend identifiziert. Ihr Team durchläuft vermutlich die 3. Mobbingphase, wenn Sie 2 oder mehr der folgenden Fragen bejahen. Auch hier können Sie noch helfen, wenn Sie konsequent, massiv und schnell eingreifen.

Wurde die 3. Mobbingphase in Ihrer Einrichtung erreicht?

  • Fehlt Ihre Mitarbeiterin sehr häufig?
  • Fühlt sie sich schnell angegriffen?
  • Haben ihre Leistungen sehr stark nachgelassen?
  • Ist sie oft ängstlich und deprimiert?
  • Ist sie unausgeglichen, gereizt, schnell verunsichert und in sich gekehrt?

4. Mobbingphase: Die durch Mobbing Geschädigte verlässt Ihre Einrichtung

In der letzten Mobbingphase wird sich die Mitarbeiterkonstellation in Ihrem Team zwangsläufig verändern. Die Konflikte haben sich derartig verfestigt, dass sie nicht mehr gelöst werden können. Sie haben nur die Möglichkeit, den Schaden zu begrenzen. Klären Sie mit Ihrem Träger ab, welche personellen Maßnahmen Sie zusammen gegen die Mobberin ergreifen - von einer Versetzung bis hin zur Kündigung.

Machen Sie heute den 1. Schritt und prüfen Sie, ob eine Mitarbeiterin gemobbt wird. Einzelgespräche oder eine anonyme Mitarbeiterumfrage können Ihnen wichtige Anhaltspunkte geben, ob in Ihrer Einrichtung Mobbing ein Thema ist.

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