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Wichtigste Elemente der Waldorfpädagogik

Viele Eltern – vor allem aktive und engagierte Eltern – melden ihr Kind im Waldorfkindergarten bzw. in der Waldorfschule an. Sie haben kein Zutrauen in die „herkömmlichen“ Kindergärten und in die staatlichen Schulen und erhoffen sich eine „behütete und individuelle“ Erziehung ihrer Kinder. Was aber genau ist eine Waldorf-Einrichtung? Welches pädagogische Konzept verbirgt sich dahinter?

Mehr zur Waldorf-Pädagogik

Seit wann gibt es Waldorf-Pädagogik?

Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart als Schule für die Kinder von Werksangehörigen der "Waldorf Astoria Cigarettenfabrik AG" gegründet. Der Industrielle Emil Molt beauftragte den Reformpädagogen Rudolf Steiner mit dieser Gründung.

Das anthroposophische Menschenbild und die daraus resultierenden pädagogischen Methoden sollten die Bildung und Erziehung an der Werksschule bedingen. 1926 gründete Elisabeth von Grunelius an der Stuttgarter Waldorfschule den ersten Waldorfkindergarten. In der Zeit des Nationalsozialismus waren die Schulen und Kindergärten verboten. Doch seit den 60er Jahren breiten sich die Einrichtungen in der ganzen Welt aus.

Wie "entsteht" ein Waldorfkindergarten?

Ein Waldorfkindergarten wird je von einer Elterninitiative gegründet. Unterstützung bietet dabei die "Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V.", die 1969 gegründet wurde.

Ist eine besondere Ausbildung für die Waldorfpädagogik erforderlich?

Für die pädagogische Arbeit in einem Waldorfkindergarten ist die Auseinandersetzung mit der Lehre von Rudolf Steiner (= Anthroposophie) und dem darin beschriebenen Menschenbild unumgänglich. Die Anthroposophie bildet die Basis, auf der die Waldorfpädagogik gründet.

Sinnvoll ist, eine der auf der Waldorfpädagogik basierenden Fachschulen für Sozialpädagogik, die zur staatlich anerkannten Erzieherin führen, zu besuchen. Wenn Sie schon ausgebildete Erzieherin sind, können Sie Seminare besuchen, die Sie in die Waldorfpädagogik einarbeiten. Diese werden auch berufsbegleitend angeboten.

Nach welchen pädagogischen Grundlagen wird in einem Waldorfkindergarten gearbeitet?

Die geisteswissenschaftlichen Grundlagen der Entwicklung des Menschen nach Rudolf Steiner bilden die Grundlage für die pädagogischen Methoden im Waldorfkindergarten. Demnach ist das Kind in den ersten sieben Lebensjahren noch "sehr offen, bildsam und unfertig", in diesen Lebensjahren erhalten die inneren Organe ihre endgültigen Formen und Strukturen.

Daraus erklärt sich, dass die Kinder in diesem Lebensalter "ganz mit ihren Sinnen der Welt hingegeben" sind und alle Eindrücke von außen "tief in den Leib eindringen", quasi "einverleibt" werden. Dadurch können diese Eindrücke "die inneren Organbildeprozesse entweder gesundend oder krankmachend beeinflussen". Die Waldorfpädagogik geht davon aus, dass die Kinder "aus dem vorgeburtlichen Sein" eine natürliche "Kraft der Nachahmung" mitbringen. Deshalb ist das Vorbild der Erwachsenen das wichtigste Element innerhalb der Erziehung.

"Ohne zu reflektieren, ohne Unterscheidungsvermögen für rechtes oder törichtes Tun nimmt es vertrauensvoll auf, was um es herum geschieht, und ergreift es mit seinem Willen im Nachahmen". Deshalb kommt dem Erwachsenen große Verantwortung zu, denn das Kind ahmt nach, was ihm vorgelebt wird. Nicht die Worte, sondern die Taten der Erwachsenen sind in der Waldorfpädagogik wichtig und prägen sich dem Kind ein.

Weitere Informationen zur Waldorfpädagogik

Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V.
Heubergstr. 11, 70188
Stuttgart, Tel.: 07 11 / 92 57 40
Fax: 07 11 / 92 57 47.

Literatur zur Waldorfpädagogik und ihren anthroposophischen Grundlagen:

Verlag Freies Geistesleben
Postfach 13 11 22
70069 Stuttgart
Tel.: 07 11 / 28 53 200
Fax: 07 11 / 28 53 210.

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