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So reagieren Sie gekonnt bei einem Wutanfall

Tom schreit laut, schlägt wild um sich und tritt jeden, der ihm zu nahe kommt. Er reißt sich an den Haaren und hämmert mit seinen Fäusten gegen die Wand. Tom ist kein Einzelfall. Im Verlauf Ihrer Arbeit als Erzieherin haben Sie immer wieder erlebt, wie Kinder Wutanfälle bekommen haben.

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Bleiben Sie bei Wutanfällen ruhig

Behalten Sie bei Wutanfällen der Kinder die Ruhe, und bleiben Sie gelassen, sonst verschärft sich das Verhalten des Kindes. Falls Ihnen das schwer fällt, zählen Sie langsam bis 10 oder atmen Sie tief durch. Keinesfalls sollten Sie den Wutanfall als einen persönlichen Angriff betrachten und selbst wütend reagieren.

Kontrollierten Wutanfall zulassen

Geben Sie dem Kind die Möglichkeit, seine aufgestauten Gefühle freizulassen. Jedoch nur in einer akzeptablen Form. Beispielsweise: "Schrei deine Wut ganz laut hinaus!" Verboten ist es hingegen, sich oder andere zu beißen, zu schlagen oder zu treten.

Tipp für Ihre Praxis: Vermitteln Sie dem Kind, wie es in Extremsituationen die Ruhe behält und seine negative Energie kanalisieren kann. Hängen Sie einen Boxsack auf. Trainieren Sie mit dem Kind, wie es den Boxsack sachgerecht verwendet, damit es sich nicht verletzt. Üben Sie mit dem Kind in Rollenspielen ein, dass es auf den Boxsack haut, wenn es einen Wutanfall bekommt.

Bei Wutanfällen konsequent sein

Geben Sie bei Wutanfällen auf keinen Fall nach. Oft verfolgen Kinder mit einem Wutanfall ein ganz besonderes Ziel, wie z. B. nicht aufzuräumen. Bleiben Sie konsequent. Sonst erreicht das Kind das erwünschte Ziel und wird Wutanfälle nutzen, um seinen Willen durchzusetzen. Nehmen Sie dem Kind den Wind aus den Segeln, indem Sie ihm verdeutlichen, dass Ihre Position feststeht: "Ich diskutiere nicht mehr über das Thema! Du räumst auf, egal wie viele Wutanfälle du bekommst!"

Ziehen Sie mit Ihrer Kollegin an einem Strang. Das Kind darf Sie beide auf keinen Fall gegeneinander ausspielen. Ist der Wutanfall nur gegen Ihre Kollegin gerichtet, sollten Sie sich nicht einmischen.

Sprechen Sie bei einem Wutanfall den Verstand an

Reagieren Sie nicht emotional, bleiben Sie sachlich. Appellieren Sie an den Verstand des Kindes. Diese Methode ist besonders bei älteren Kindern wirkungsvoll. Beispielsweise: "Wenn du dich beruhigt hast, können wir darüber sprechen, was dich beschäftigt!"

Ist der Wutanfall vorbei, wechseln Sie das Thema: "So, wir holen jetzt deine Turnsachen und gehen turnen!" Dadurch entwerten Sie den Grund für den Wutanfall. Gleichzeitig bekommt so das Kind durch Sie die Möglichkeit, einen Neuanfang zu starten, indem Sie es auffordern, in eine neue Situation einzutreten und die Wut hinter sich zu lassen.

Bei Wutanfällen Halt geben

Bei einem Wutanfall setzt das Kind viele Gefühle frei und braucht, nachdem es sich ausgetobt hat, Sicherheit, Geborgenheit und Wärme. Geben Sie ihm diese Gefühle, indem Sie es beispielsweise in den Arm nehmen. Signalisieren Sie dem Kind, dass Ihre Beziehung zu ihm durch einen Wutanfall weder zerstört noch belastet wird.

Zeigt das Kind positive Verhaltensweisen, verstärken Sie dieses Verhalten. Loben Sie das zum Wutanfall neigende Kind, wenn es nur einen leichten Wutanfall bekommt, obwohl es stark provoziert wurde. Keinesfalls sollten Sie das Kind während oder nach einem Wutanfall bestrafen. Sonst schenken Sie ihm vielleicht die Aufmerksamkeit, die es durch den Wutanfall erlangen will. Strafe führt häufig dazu, dass sich das Kind missverstanden und abgelehnt fühlt und sich sein Erregungszustand verschärft.

Wutanfall aufarbeiten

Wenn die Wut verraucht ist, sollten Sie mit dem Kind den Wutanfall reflektieren.

  1. Signalisieren Sie dem Kind, wie Sie die Situation erlebt haben. Zeigen Sie ihm, wenn Sie verletzt wurden. Kinder sollten erfahren, wie der Wutanfall auf andere wirkt: "Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand dich tritt?"

  2. Erforschen Sie, was die Ursache für den Wutanfall war. Besprechen Sie mit dem Kind die Gründe.

  3. Überlegen Sie mit dem Kind, wie Sie Wutanfälle vermeiden können.

Wichtiger Hinweis: Hyperaktivität kann Ursache für häufige Wutanfälle sein. Vermuten Sie beim Kind diesen Ursachen-Wirkungs-Zusammenhang, sollten Sie die Eltern auffordern, einen Arzt aufzusuchen.

Mehr Informationen zu Wutanfällen bei Kindern in 'Praxisgestaltung in Kindergarten & Hort'

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