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Schützen Sie sich und die Kinder vor Krankheiten durch Zecken
Zecken sind leider keine harmlosen Tierchen, denn sie können Krankheiten übertragen. Deshalb sollten Sie – vor allem, wenn sich Ihre Kinder der Einrichtung viel in der Natur bewegen – möglichst umfassend über Zecken und den Umgang mit ihnen Bescheid wissen.
Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?
Zecken übertragen in Europa vor allem die Borreliose und die FSME - Frühsommer- Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung). Die Borreliose wird durch ein Bakterium, die FSME-Erkrankung durch ein Virus verursacht. Beide Infektionen können zur Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns, der Nerven und des Rückenmarks führen. Die Entzündungen der Nerven können Lähmungen verursachen. Bei schwerer Erkrankung kann der ganze Körper gelähmt werden.
Durch Borreliose können die Kinder, je nach Verlauf, dauerhafte Restschäden in unterschiedlicher Ausprägung behalten. Auch bei leichteren Verläufen kann es passieren, dass es nach der Erkrankung durch Zecken zu vorübergehenden Persönlichkeitsveränderungen kommt. In besonders schweren Fällen sind sogar schon Patienten an einer FSME gestorben. Bei der Borreliose können zusätzlich Erkrankungen der Gelenke, der Haut und des Herzens auftreten, und dies auch noch Jahre nach dem Biss von Zecken.
Zecken fallen nicht von Bäumen
Oft wird behauptet, Zecken würden von den "Bäumen fallen". Dem ist nicht so. Zecken leben in Bodennähe. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Waldgebiete mit viel Unterholz. Zu finden sind sie außerdem in Gras, Farn und Büschen an Wegrändern. Da sie sich von Blut ernähren, befallen sie Säugetiere, wie zum Beispiel Rehe, Füchse, Mäuse, Ratten oder natürlich auch Menschen. Zecken "erkennen" den herannahenden Körper durch das ausgeatmete Kohlendioxid.
Sie "lauern" auf Gräsern, Sträuchern oder im Unterholz und warten auf Beute. Beim Vorbeigehen streifen Tiere oder Menschen sie quasi ab, die Zecken krallen sich fest und saugen Blut. Zecken werden erst ab Temperaturen von 8 Grad Celsius aktiv, die "Zeckenzeit" reicht bei uns deshalb von Frühjahr bis zum Spätherbst (November).
Wo sind die Kinder durch Zecken gefährdet?
Zecken kommen weltweit vor. In Europa und Asien können Zecken Träger des FSME-Virus sein. Eine Infektionsgefahr durch Borrelien besteht in ganz Deutschland und weltweit überall dort, wo Zecken vorkommen. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass in Baden-Württemberg und Bayern bei jedem 25. bis 100. Zeckenstich ein Infektionsrisiko besteht, in besonders virusaktiven Gebieten bei jedem 20. Stich. Weitere Infektionsrisiken existieren in Hessen (Odenwald, Bergstraße), im Saarland, in Rheinland-Pfalz sowie in Sachsen und Thüringen. Insgesamt kommen Zecken jedoch im ganzen Bundesgebiet vor.
Wie können Zecken Krankheiten übertragen?
Zecken können verschiedene Krankheitserreger beherbergen. Bei der Borreliose beispielsweise befinden sich die Erreger dazu vorwiegend in der Darmwand der Zecke. Nachdem die Zecke Blut gesaugt hat, gelangen die Bakterien dann über den Speichel der Zecke in das Blut des Menschen. Bei den Erregern der Borreliose erfolgt eine Übertragung in das Blut des Menschen in der Regel erst einige Stunden nach Beginn des Blutsaugens.
Deshalb besteht durch rechtzeitiges Entfernen die Möglichkeit, eine Borreliose zu verhindern. Das FSME-Virus befindet sich aber direkt im Speichel der Zecke und wird deshalb sofort nach Beginn des Blutsaugens übertragen.
So erkennen Sie eine Erkrankung durch Zecken
Die FSME-Erkrankung beginnt häufig wie eine Grippe ("Sommergrippe") mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei der Borreliose entsteht um die Bissstelle der Zecken oftmals eine ringförmige Hautrötung. Wochen bis Monate später kann es zu Hirnhautentzündung, Nerven- und Gelenkschmerzen und Lähmungen, zum Teil auch zu Herzerkrankungen kommen.
Früherkennung von Bissen durch Zecken ist wichtig
Die Ähnlichkeit mit anderen Krankheiten erschwert die Diagnose von Bissen durch Zecken und Borreliose. Einen zuverlässigen Nachweis der Infektion bieten spezielle Bluttests. Die Borreliose kann gut mit Antibiotika behandelt werden, besonders, wenn sie im Frühstadium erkannt wird. Eine Schutzimpfung gegen die Borreliose gibt es in Europa gegenwärtig noch nicht.
So schützen Sie sich und die Kinder vor Zecken
Sorgen Sie dafür, dass die Kinder festes Schuhwerk und fest schließende Kleidung tragen, wenn sie im Unterholz des Waldes oder im Gebüsch spielen. Auch das Einreiben mit insektenabwehrenden Mitteln ist hilfreich. Gänzlich verhindern lassen sich Bisse durch Zecken dadurch jedoch nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Biss durch Zecken oft nicht bemerkt wird, da der Speichel der Zecken betäubende Substanzen enthält.
Suchen Sie Kleidung und Körper nach einem Aufenthalt im Freien deshalb immer systematisch nach Zecken ab (stecknadelgroße schwarze Sterne), besonders an den bevorzugten Bissstellen der Zecken: Haaransatz, Ohren, Hals-, Arm- und Kniebeugen sowie Hände und Füße. Da die Erreger der Borreliose in der Regel erst einige Stunden nach Beginn des Blutsaugens übertragen werden, besteht durch rechtzeitiges Entfernen die Möglichkeit, eine Borreliose zu verhindern.
Was mache ich, wenn ich von Zecken gebissen wurde?
Die Zecken sollten Sie sofort entfernen: Fassen Sie mit einer speziellen Zeckenzange (gibt es in der Apotheke) so nah wie möglich an der Haut unter die Zecke. Lockern Sie die Zecke vorsichtig und ziehen Sie sie langsam nach oben heraus. Sie sollten die Zecke dabei nicht zerdrücken. Bitte beachten Sie, dass der weit verbreitete Rat, die Zecke zuvor mit Öl oder Klebstoff zu ersticken, gänzlich falsch, ja sogar schädlich ist. Denn dadurch krallt sich die Zecke nur noch fester in die Haut ein und sondert noch mehr Sekrete ab. Nach Entfernung der Zecken sollte die Bissstelle in jedem Fall noch für etwa sechs Wochen beobachtet werden.
Hinweis für die Praxis: Wenn Sie bei den Kindern eine Zecke entdecken, sollten Sie sofort die Eltern verständigen bzw. mit dem Kind zum Arzt gehen. Sie selbst dürfen die Zecken nicht entfernen, da dies als "operativer Eingriff" gilt, den Sie nicht vornehmen dürfen. |
Kann ich mich vor Erkrankungen durch Bisse von Zecken schützen?
Ja, vor der FSME-Erkrankung können Sie sich durch Impfung schützen. Da die FSME-Erkrankung nicht ursächlich mit Medikamenten behandelt werden kann, kommt der Impfung eine besondere Bedeutung zu, vor allem in den FSME-Gebieten. Die FSME-Impfung bietet den sichersten Schutz vor der Erkrankung. Eine Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es bisher nicht. Die Borreliose ist jedoch mit Antibiotika behandelbar. Die Behandlung sollte so früh wie möglich beginnen.
Quelle: Infozentrum für Prophylaxe und Früherkennung, Hölderlinstr. 18, 65779 Kelkheim Internet: www.vorsorge-online.de.
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