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Mobbing - Wehren Sie sich rechtzeitig

Es ist Sonntagabend. Tanja M. hat Magenschmerzen, wie jeden Sonntag. Die übliche Panik vor dem Montag. Morgen geht die Hölle wieder los. Ihre Kolleginnen meiden Tanja M. Versucht sie, sich an einer Unterhaltung zu beteiligen, werden ihre Beiträge ignoriert. Die Kolleginnen wenden ihr den Rücken zu. Informationen werden nicht an sie weitergegeben, sodass sie bereits wichtige Termine verpasst hat und vor den Eltern schlecht dastand. Dabei war Tanja M. so glücklich, als sie diese Stelle bekommen hatte. Tanja M. ist ein Mobbingopfer. Mobbing kann auch Sie treffen, und es ist ein Teufelskreis, aus dem sich viele nicht mehr aus eigener Kraft befreien können.

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Was ist Mobbing?

Mobbing sind negative kommunikative Handlungen, die gegen eine oft unterlegene Person gerichtet sind und über einen längeren Zeitraum hinweg anhalten. Das Mobbingopfer wird dauernd und systematisch von Arbeitskollegen unter Druck gesetzt. Meist geschieht dies in Form von Beleidigungen, Beschimpfungen, Schikanen, Ignorieren, Geheimniskrämerei, Anfeindungen und Intrigen. Die Betroffenen werden ständig angegriffen und kritisiert. Ihnen werden Aufgaben zugeteilt, bei denen sie eindeutig über- oder unterfordert sind. Mobbing zielt auf Demontage und Ausgrenzung am Arbeitsplatz. Dabei wird das seelische und körperliche Leiden der betroffenen Person in Kauf genommen.

Welche Ursachen hat das Mobbing?

Es gibt verschiedene Beweggründe, die Menschen dazu treiben, andere zu mobben:

  • Buhlen um die Gunst der Leiterin
  • Neid
  • übersteigertes Geltungsbestreben
  • Intoleranz
  • mangelnder Teamgeist
  • mangelnde Konfliktfähigkeit
  • Überspielen der eigenen Schwäche
  • Gruppenzwang - um nicht selbst zum Opfer zu werden, beuge ich mich dem Druck der Mehrheit
  • Kollegin zur Kündigung zu bewegen

Potenzielle Mobbingopfer sind besonders die Menschen, die von ihrer Persönlichkeitsstruktur, ihrem Aussehen oder ihrer Ausbildung her eine Sonderstellung einnehmen. So kann z. B. eine bessere Qualifikation durch eine Zusatzausbildung Auslöser sein.

Welche Symptome zeigen Mobbingopfer?

Durch den ständigen Druck, dem Sie als Mobbingopfer ausgesetzt sind, wird sowohl Ihre Gesundheit als auch Ihr Alltag stark in Mitleidenschaft gezogen. Dies äußert sich in den unterschiedlichsten Anzeichen und Symptomen von Mobbing. Mit dem Selbsttest zum Mobbing unten können Sie überprüfen, ob Sie typische Mobbing-Symptome zeigen.

Die 4 Phasen des Mobbings

Mobbing verläuft meist in 4 Phasen. Je früher Sie erkennen, dass Sie gemobbt werden, umso größer sind Ihre Chancen, das Mobbing abzuwenden.

1. Phase von Mobbing: Aufbau eines Konflikts

In dieser 1. Phase entsteht oft aus einer Banalität heraus ein Konflikt. Würden Sie und Ihre Konfliktpartnerin an dieser Stelle miteinander reden und den Konflikt aus der Welt schaffen, könnte Mobbing vermieden werden. Bleibt der Konflikt jedoch bestehen, bauscht er sich auf, und es kommt zu Angriffen.

2. Phase von Mobbing: Die Mobbing-Situationen häufen sich

Aus den gelegentlichen Angriffen auf Sie wird nun ein Dauerbeschuss. Sie sind längst zur Außenseiterin geworden. Ihr Selbstvertrauen ist bereits empfindlich gestört. Sie rutschen fast automatisch in eine Verteidigungsrolle, werden misstrauisch gegenüber jedermann und verlieren Ihr Ansehen am Arbeitsplatz. Die ersten Symptome, wie z. B. Kopfschmerzen, zeigen sich.

3. Phase von Mobbing: Das Mobbing wird öffentlich

Sie sind psychisch schwer angeschlagen. Die Folgen sind falsches Verhalten am Arbeitsplatz und Nachlassen der Leistung. Dadurch liefern Sie noch mehr Ansatzpunkte für Kritik. Sie wollen nicht mehr das Opfer sein, sondern sich endlich wehren. Sie suchen Hilfe bei Vorgesetzten oder der Mitarbeitervertretung. Doch wer gemobbt wird, stört auf Dauer, weil er mit seiner Leistung nachlässt und mit seinen Kollegen nicht auskommt.

4. Phase von Mobbing: Das Mobbingopfer gibt auf

Sie sehen für sich keine Chance mehr und geben auf. Sie kündigen von sich aus oder erhalten die Kündigung von Ihrem Vorgesetzten. Meist sind die Erkrankungen inzwischen so schwer, dass Sie gar nicht mehr arbeiten können. Ihr Selbstbewusstsein ist zerstört.

Analysieren Sie Ihre eigene Situation!

Wenn Sie das Gefühl haben, selbst zu einem Mobbingopfer zu werden, können Sie zunächst versuchen, selbst herauszufinden, warum Ihre Kolleginnen Sie angreifen. Fragen Sie sich:

  • Was wollen die anderen im Gegensatz zu mir? Beispiel: Ihre Kolleginnen wollen für die Kinder Englischkurse anbieten.
  • Wo stehe ich? Beispiel: Grundsätzlich stehen Sie der Idee, dass Kinder bereits im Kindergarten eine 2. Sprache lernen, positiv gegenüber. Sie sind jedoch der Meinung, dass dies im Alltag geschehen soll und nicht in separaten Kursen.
  • Wo will ich hin? Beispiel: Ihr Ziel ist eine ganzheitliche Erziehung der Kinder und keine Aneinanderreihung von Angeboten.
  • Wie setze ich das um? Beispiel: Versuchen Sie, Ihren Kolleginnen Ihren Standpunkt zu erläutern. Machen Sie den Vorschlag, Kontakt mit anderen Einrichtungen aufzunehmen, wie Kinder dort Englisch lernen. Suchen Sie gemeinsam mit Ihren Kolleginnen nach einer Lösung der Meinungsverschiedenheit.

Wehren Sie sich gegen Mobbing!

Sollten Sie in eine Mobbing-Falle geraten, so sollten Sie sich nicht zurückziehen und in Ihr Schicksal fügen, sondern aktiv dagegen angehen und nicht resignieren. Hier einige Vorschläge, was Sie tun können:

  • Sprechen Sie Konflikte und Schwierigkeiten offen an.
  • Holen Sie sich Rat bei Kolleginnen, Freunden oder Ihrer Familie.
  • Geben Sie dem Mobber keine Angriffspunkte, z. B. durch spontane Ausbrüche.
  • Schalten Sie Ihren Vorgesetzten oder die Fachberatung ein, wenn Sie innerhalb der Mitarbeiterinnengruppe keine Hilfe erfahren.
  • Isolieren Sie sich nicht.
  • Führen Sie ein Mobbing-Tagebuch, in dem Sie alle Vorfälle versehen mit Datum und Uhrzeit notieren, damit Sie die Vorfälle auch später noch belegen können.
  • Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein durch Aktivitäten außerhalb der Arbeit, z. B. durch die Mitgliedschaft in einem Sportverein.
  • Suchen Sie sich Hilfe, z. B. bei Selbsthilfegruppen oder einem Mobbing-Telefon.

Hilfe für Mobbing-Opfer

Mobbing ist heute ein akutes Problem. Inzwischen gibt es auch zahlreiche Selbsthilfegruppen und Kontaktadressen, die Ihnen weiterhelfen können. Hier eine kleine Auswahl:

  • www.mobbing-zentrale.de
  • www.mobbingwerkstatt.de
  • Bundesarbeitsgemeinschaft gegen Mobbing, Tel.: 0 23 05 / 3 23 28
  • Netzwerk der Mobbing-Selbsthilfegruppen, Tel.: 0 61 36 / 7 60 88 35
  • Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing, Tel.: 06 11 / 9 57 03 81

Mobbing ist sicherlich überall fehl am Platze, aber besonders im Kindergarten. Denn wie Sie als Erwachsene miteinander umgehen, ist noch immer die wichtigste Vorbildfunktion für die Kinder.

Selbsttest: Leide ich unter Mobbing-Symptomen?

Ich leide unter folgenden Symptomen:

nie

selten

manchmal

häufig

ständig

Ich habe Angst, Fehler zu machen.

Ich habe Probleme, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren.

Wenn die Dienstbesprechung ansteht, fühle ich mich unwohl oder habe Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder fühle eine innere Unruhe.

Ich bin gedrückter Stimmung bis hin zu Anzeichen einer Depression.

Ich vergesse wichtige Termine.

Meine Nerven sind äußerst angespannt. Schon auf den geringsten Vorfall
in der Gruppe, z. B. ein Kind stößt eine volle Tasse um, reagiere ich gereizt.

Ich leide unter Schlafstörungen, weil ich ständig an die Konflikte in meiner Einrichtung denken muss.

Sobald ich bestimmte Kolleginnen sehe, werde ich aggressiv.

Ich spüre keine Arbeitsmotivation mehr, sondern fühle mich apathisch.

Sobald ich mich der Einrichtung nähere, habe ich Schwindelanfälle / Kreislaufprobleme / Atemnot.

Ich habe Herzbeschwerden wie z. B. Herzrasen, wenn ich meine Einrichtung betrete oder wenn die Dienstbesprechung ansteht.

Ich bekomme Schweißausbrüche, wenn meine Kollegin auf mich zukommt.

Ich fühle mich erschöpft und habe keine Energie.

Ich leide unter psychischen Problemen wie Selbstzweifeln, Weinkrämpfen, Rastlosigkeit.

    Auswertung des Selbsttests zum Mobbing:

    Tritt keines der oben beschriebenen Symptome bei Ihnen häufig oder ständig auf, so können Sie davon ausgehen, dass Sie nicht gemobbt werden. Wenn Sie hin und wieder unter Kopfschmerzen leiden oder Kreislaufprobleme haben, so weist dies noch nicht unbedingt darauf hin, dass Sie gemobbt werden. Stellen Sie jedoch fest, dass Sie erst seit einiger Zeit unter diesen Symptomen leiden, so sollten Sie wachsam sein, denn Mobbing beginnt schleichend und verläuft meist in 4 Phasen, wie Sie oben lesen konnten.

    Leiden Sie häufig oder gar ständig unter einem oder mehreren Symptomen und führen Sie dies auf Ihre Situation am Arbeitsplatz zurück, können Sie davon ausgehen, dass Sie gemobbt werden. Hinzu kommt, dass Sie so am Arbeitsplatz nicht mehr Ihre gewohnte Leistung bringen können. Dies wiederum hat zur Folge, dass Sie noch mehr Angriffspunkte für Kritik bieten. Spätestens jetzt sollten Sie sich Hilfe (siehe oben) holen, um es nicht so weit kommen zu lassen, dass eine Kündigung von Ihnen als einziger Ausweg gesehen wird.


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