Aufnahmegespräche stehen wieder an: Berücksichtigen Sie diese 7 Wünsche der Eltern


27.08.2018

Jetzt im Sommer, kurz bevor das neue Kita-Jahr beginnt, vergeben Sie Termine für das sogenannte pädagogische Aufnahmegespräch mit den neuen Eltern. Dieses Gespräch hat im Rahmen Ihrer Erziehungspartnerschaft einen besonders hohen Stellenwert.

Es ist der 1. Kontakt, zu dem ein fester Termin vereinbart wurde, der von längerer Dauer ist, der ein bestimmtes Thema hat und nicht öffentlich (z. B. im Kita-Flur) stattfindet.

 

Ganz anders als beispielsweise in einem Tür-und-Angel-Gespräch lernen die Eltern und Sie sich persönlich kennen.

Umso wichtiger ist es, dass Sie sich das Aufnahmegespräch aus Elternsicht vorstellen können, um ihren Erwartungen im Hinblick auf eine zukünftige Erziehungspartnerschaft zu entsprechen.

Auf dieser Seite lesen Sie, was die Eltern von Ihnen erwarten und wie Sie das im Gespräch erfüllen.

1. Eltern möchten Ihnen vertrauen

Der 1. Eindruck von Ihnen kann die zukünftige Erziehungspartnerschaft entscheidend prägen. Seien Sie sich daher immer bewusst, wie wichtig dieser 1. intensivere Kontakt ist. Eltern möchten mit dem Gefühl „Ja, dieser Erzieherin möchte ich unseren Sohn/unsere Tochter gerne anvertrauen“ das Gespräch verlassen.

Gehen Sie motiviert in das Gespräch und versuchen Sie sich trotz allem Alltagstrubel, auf die Begegnung mit den neuen Eltern zu freuen.

2. Eltern suchen Ihre Wertschätzung

Eltern von Kleinkindern wünschen sich vorrangig, dass sie in Ihnen eine liebevolle und verantwortungsvolle Betreuungs- und Bezugsperson für ihr Kind treffen. Die Eltern wünschen sich Achtung, Wertschätzung und eine annehmende Atmosphäre während des Gesprächs von Ihnen.

3. Eltern möchten etwas über das Kind mitteilen

Eltern möchten auch etwas über ihr Kind erzählen, was es gern spielt, was es gern isst, wann und wie viel es schläft und was es braucht, um Trost zu finden. Oft erhalten Sie auch Mitteilung darüber, was ihr Kind schon alles kann bzw. was es möglichst schnell lernen soll. Geben Sie den Eltern Raum, hierüber zu sprechen, und hören Sie aufmerksam zu.

Auch mit Bedenken und Ängsten möchten die Eltern sich Ihnen anvertrauen. Dies ist vor allem der Fall, wenn es das 1. Kind ist, das außerfamiliär betreut wird. Fragen Sie die Eltern: „Gibt es Dinge, die Sie bedrücken, wenn Sie an die Aufnahme Ihres Kindes denken?“

Notieren Sie sich die Erzählungen der Eltern stichpunktartig. So zeigen Sie, dass Sie die Sorgen der Eltern ernst nehmen. Darüber hinaus erhalten Sie für die Eingewöhnung mit dem Kind wichtige Informationen anhand derer es Ihnen später leichter fallen kann, dass Kind zu verstehen.

4. Eltern brauchen Informationen

Die Eltern möchten wissen, wie die Eingewöhnung des Kindes ablaufen soll, wie viel Urlaub sie dafür nehmen müssen und was sie tun können, um ihrem Kind den Einstieg ins Krippenleben zu erleichtern. Eltern freuen sich zumeist, wenn sie eine Liste erhalten, mit der sie sich und ihr Kind auf die Eingewöhnung vorbereiten können, damit es ihrem Kind an nichts fehlt.

Geben Sie den Eltern im Aufnahmegespräch eine „Krippenkind-Starterliste“ mit, die z. B. Folgendes beinhaltet: Schmusetuch und/oder Lieblingskuscheltier, Windeln und Pflegeprodukte, Zahnbürste und Zahnpasta, Wechselwäsche, Matschhose und Gummistiefel, Hausschuhe oder Stoppersocken , Schlafsack/sonstige Schlafutensilien.

Auch eine Liste mit den ersten Terminen für Elternabende und Feste nehmen die Eltern gern an. So haben sie ausreichend Zeit, sich diese Termine freizuhalten.

5. Eltern möchten ihr Wissen erweitern

Die Eltern erhalten von Ihnen im Gespräch Informationen über das frühkindliche Bildungssystem heute, indem Sie auch Ihr Krippen-Konzept mit den pädagogischen Schwerpunkten vorstellen. Sie erfahren von Ihnen, welche Entwicklungsphasen von ihrem Kind in der Zeit in der Krippe durchlaufen werden.

Dabei legen Sie den Schwerpunkt zunächst auf die Entwicklungsphase des Kindes, die es während der Eingewöhnung voraussichtlich durchlaufen wird. Diese fachlichen Informationen bestärken die Eltern darin, dass ihr Kind bei Ihnen gut aufgehoben und professionell betreut ist.

6. Eltern suchen Kommunikationsmöglichkeiten

Informieren Sie über die zukünftigen Kontaktmöglichkeiten zwischen Ihnen und den Eltern: Sie erklären, dass sie in Zukunft folgende Möglichkeiten haben, um miteinander zu kommunizieren: Türund-Angel-Gespräche, Elternbriefe, Aushänge, Hospitationen, Entwicklungsgespräche, Gespräche bei akutem Bedarf, thematische Elternabende, Eltern-Kind-Nachmittage, Feste, Eltern-Kind Projekte, Mithilfe in der Kita.

7. Eltern möchten sich integrieren

Eltern mit Migrationshintergrund sprechen und verstehen oft unterschiedlich gut Deutsch. Das pädagogische Aufnahmegespräch hat eine Schlüsselfunktion, wenn es darum geht, dass gegenseitiges Ver trauen entstehen kann. Daher braucht es eine gesicherte Verständigung. Hier kann Ihnen ein Dolmetscher das Gespräch erleichtern.

Um eine Basis in der Erziehungspartnerschaft aufzubauen, ist es wichtig, sich über Erziehungsziele und Vorstellungen auszutauschen, da diese auch religiös, kulturell und gesellschaftlich geprägt sind. Nur durch einen gegenseitigen Austausch kann Verständnis füreinander entstehen.


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