Langeweile war gestern! – So lernen Eltern aktiv beim Elternabend


28.10.2015
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Elternabende gehören mit zu den spannenden Aufgaben einer Leiterin. Wie wäre es, wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Team die Eltern mit neuen Methoden überraschten? Lesen Sie hier gleich weiter, wie Ihnen das gelingen kann.

 

Mitwirken am Elternabend heißt dauerhaft behalten

 

Selbst erarbeitetes Wissen sichert den teilnehmenden Eltern die höchste Behaltensquote. Alles, was die Eltern beim Elternabend selbst erarbeiten, werden sie nicht mehr vergessen. Sie selbst sollten in der Elternarbeit nach dem Motto handeln: „Das Ganze ist weit mehr als die Summe seiner Teile.“ Auf den Lernprozess der Eltern übertragen bedeutet dies, dass Sie alle Eltern zur aktiven Beteiligung motivieren sollten. So können alle Teilnehmer ihr Wissen beitragen.

 

 

Methode 1: Meinungen auffangen

Wenn Sie ins Thema eines Elternabends einführen möchten, wecken Sie bei den Eltern Interesse. Ganz schnell kann Ihnen dies mit einer 5-Minuten-Übung gelingen. Die Eltern sollten sich dazu in 4er-Gruppen zusammenfinden. Geben Sie den Gruppen Impulse vor, die sie vervollständigen sollten. Schreiben Sie auf Karten Satzanfänge, die die Eltern kurz diskutieren und dann auf den Karten vervollständigen. Die Satzanfänge orientieren sich natürlich an Ihrem jeweiligen Thema. Schreiben Sie auf die Karten beispielsweise:
  • „Bei Erziehung denke ich an …“
  • „5 Inhalte, die mein Kind im Kindergarten lernen soll …“
  • „Erziehung ist schwierig, weil …“
Nach den 5 Minuten hängt jede Gruppe ihre Karten an eine Pinnwand. Die Eltern nehmen wieder Platz, und Sie lesen als Einstieg ins Thema die Karten vor. Durch diese Übung haben die Eltern eine hohe Motivation für das Thema entwickelt. Sie werden Ihre Ausführungen sehr gespannt aufnehmen.

 

Methode 2: Kommunikatives Stühlerücken

Wenn Sie einen Elternabend durchführen, bei dem Sie einen hohen Rede- und Austauschbedarf bei den Eltern vermuten, ist die Methode des kommunikativen Stühlerückens ideal. Sie sichert den Eltern einen hohen Lerneffekt, und gleichzeitig kann sich die gesamte Elterngruppe viele Male im Paargespräch austauschen. Bitten Sie die Eltern, der Reihe nach mit 1, 2, 1, 2, 1, 2 abzuzählen. Nun bilden die Eltern 2 Kreise: Die Eltern mit der Zahl 1 bilden den etwas größeren Außenkreis, während diejenigen mit der Zahl 2 einen Innenkreis stellen und sich einem Elternteil mit der Zahl 1 gegenübersetzen. Nun können die Paare auf Ihr Zeichen miteinander ins Gespräch kommen und eine Fragestellung oder ein von Ihnen vorgegebenes Statement diskutieren. Auf Ihr Zeichen rückt der Innenkreis einen Platz nach rechts und diskutiert erneut mit dem neuen Gesprächspartner. Dabei sollten die Eltern zum Gesprächseinstieg das Diskussionsergebni aus dem vorherigen Gespräch in 1–2 Sätzen zusammenfassen. Wann das kommunikative Stühlerücken zu Ende ist, hängt von Ihrer Zeitkapazität und auch vom Redebedarf der Eltern ab. In der Regel kann der Austausch nach 3- bis 4-maligem Stühlerücken abgeschlossenwerden.

 

Methode 3: Das Pro-und-Kontra-Gespräch

Eine Pro-und-Kontra-Debatte zeigt ganz deutlich unterschiedliche Standpunkte. Diese können dargestellt, hinterfragt und korrigiert werden. Bitten Sie die Eltern um einen sachlichen und fairen paarweisen Austausch. Bereiten Sie zu einem inhaltlichen Teil Ihres Elternabends eine Frage vor, die als Pro-und-Kontra-Debatte geführt werden kann, wie:
  • Kindererziehung in der Familie ist ohne den Einsatz von Strafe möglich (Ja: pro – Nein: kontra).
  • Kinder bestimmen ihr Lernen selbst – Fördern ist unnötig! (Ja: pro – Nein: kontra).

Durch den Austausch von Für und Wider setzen sich die Eltern nochmals ganz intensiv mit der von Ihnen vorher referierten Thematik auseinander. Sie bilden sich im Prozess der Debatte ihre eigene Meinung und festigen die gelernten Inhalte. Mit diesen Methoden bleiben Ihre Elternabende bis zur letzten Sekunde spannend. Die Eltern haben Spaßam Mitwirken, und ganz nebenbei bleiben ihnen die gelernten Inhalte dauerhaft im Gedächtnis.

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