Stress-Situation: Keine ausreichende Qualifizierung für Entwicklungsgespräche


06.03.2017
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Entwicklungsgespräche sind bedeutsam und äußerst wichtig für die Zusammenarbeit mit den Eltern. An der Qualität dieser Gespräche wird Ihre Kita gemessen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass das Niveau der Entwicklungsgespräche gleichbleibend hoch ist. Dieses Niveau ist schwer beizubehalten, wenn neue Kräfte oder Berufseinsteiger in Ihrer Kita zu arbeiten beginnen.

Praxisbeispiel
Frau Schmitt hat 2 Kinder in unterschiedlichen Gruppen in der Kita „Wurmland“. Nach 2 Entwicklungsgesprächen bei den unterschiedlichen Erziehern ihrer Kinder wundert sich die Mutter. Sie erzählt einer anderen Mutter davon: „Ich habe den Eindruck, dass mein Kind, das die rote Gruppe besucht, besser gefördert wird als mein 2. Kind in der blauen Gruppe. Die Erzieherin der roten Gruppe hat mir die Leistungen meiner Tochter in allen Entwicklungsbereichen detailliert beschrieben. Auch die Stärken hat sie sehr differenziert benannt. Anschließend haben wir uns auf ein Ziel für die weitere Entwicklung geeinigt, an dem die Kita und wir als Eltern gemeinsam arbeiten. In der blauen Gruppe habe ich lediglich kurz erfahren, dass bei meinem Kind alles im grünen Bereich ist …“ Frau Schmitt beschließt, die Leiterin der Kita „Wurmland“ von diesem Dilemma zu informieren.

Leicht kann – wie in diesem Beispiel – bei Eltern der Eindruck entstehen, dass ein Erzieher qualifizierter ist als der andere, weil der eine kompetenter bei den Entwicklungsgesprächen vorgehen kann. Die Art und Weise der Umsetzung dieser Gespräche sollte aber von jedem verantwortlichen Mitarbeiter gleich gut gewährleistet werden. Damit das gelingt, müssen Ihre Mitarbeiter identische Grundsätze beim Entwicklungsgespräch einhalten und umsetzen.

Um Enttäuschungen wie die oben beschriebenen zu vermeiden, sollten Sie Ihre Mitarbeiter/innen gezielt auf die Entwicklungsgespräche und deren Ablauf vorbereiten.

Nutzen Sie die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Schulung Ihrer Mitarbeiter/innen.

 

 

Lösung: Mitarbeiter für Entwicklungsgespräche schulen

1. Schritt: Legen Sie allgemein gültige Kriterien für Ihre Mitarbeiter fest
Legen Sie Modalitäten für die Entwicklungsgespräche fest, die alle Mitarbeiter verbindlich einhalten müssen. Dies sorgt für Gleichheit und gibt den Eltern das gute Gefühl, dass einrichtungsintern keine wesentlichen Unterschiede existieren.

Bestimmen Sie folgende allgemeingültige Kriterien für die Entwicklungsgespräche in Ihrer Kita:

  • Art und Weise der Vorbereitung
  • Dauer der Durchführung
  • Inhalte des Gesprächs
  • Häufigkeit der Gespräche
  • Anschließende Dokumentation

2. Schritt: Legen Sie einen identischen Beobachtungsbogen als Grundlage fest
Rufen Sie Ihren Erziehern die Beobachtungsbögen Ihrer Kita ins Bewusstsein. Vor jedem Entwicklungsgespräch sollte der zuständige Erzieher im zeitlichen Abstand von mindestens 3 Monaten 2 Beobachtungsbögen von einem Kind ausfüllen. Dadurch werden Fortschritte, Stärken, aber auch Stagnationen oder Defizite in der Entwicklung aufgedeckt und festgehalten. Diese Beobachtungsbögen sind die Grundlage für das Entwicklungsgespräch mit den Eltern.

3. Schritt: Ermutigen Sie zu kollegialem Feedback
Im Team sollten alle Mitarbeiter regelmäßig über die Beobachtungsbögen sprechen. Dieses Vorgehen schärft den Blick für jedes einzelne Kind und für seine Stärken. Demjenigen Erzieher, der das Entwicklungsgespräch mit den Eltern durchführt, gibt die kollegiale Beratung Sicherheit und Rückhalt. Besonders bei Kindern, die Probleme im Verhalten oder in der Entwicklung zeigen, sind solche Vorgehensweisen unerlässlich.

4. Schritt: Führen Sie das Entwicklungsgespräch durch
Zu einer Zeit, die für alle Kita-Eltern einheitlich festgelegt wird, sollten alle Gruppen Entwicklungsgespräche für die Eltern anbieten. Wählen Sie einen bestimmten Monat aus, in dem Ihr Schwerpunkt in der Kita auf den Entwicklungsgesprächen liegt.
In diesem Monat sollte Ihr gesamtes Personal anwesend und wenn möglich nicht im Urlaub oder auf Fortbildung sein. Hängen Sie eine Liste mit verschiedenen Gesprächsterminen aus, dann können die Eltern sich zu einem für sie passenden Termin eintragen.

Den folgenden Gesprächsablauf sollte jeder Mitarbeiter in identischer Form einhalten. An diesen professionellen Ablauf für ein Entwicklungsgespräch sollten sich einrichtungsintern alle Mitarbeiter halten.

 

Muster: Durchführung eines professionellen Entwicklungsgespräch für alle Mitarbeiter

Durchführung eines Entwicklungsgesprächs

  1. Austausch der Beobachtungen von Eltern und Kita
  2. Darlegung der Mitarbeiterin, auf welchem Entwicklungsstand das Kind in den unterschiedlichen Entwicklungsbereichen ist
  3. Überprüfung anhand des Beobachtungsbogens: Wo liegen die besonderen Stärken? Hat sich das Kind altersgemäß entwickelt? Gibt es Stagnationen oder Defizite? Wo liegen die Ursachen dafür?
  4. Festlegen der Entwicklungs- und Förderziele für das Kind
  5. Aufgabenverteilung: Wie können die Eltern das Kind unterstützen?
  6. Aufgabenverteilung: Wie kann die Kita das Kind fördern?
  7. Schriftliche Dokumentation des Entwicklungsgesprächs

5. Schritt: Legen Sie Wert auf die Dokumentation des Entwicklungsgesprächs
Halten Sie die Inhalte des Gesprächs und auch das Ziel und die Beschlüsse, die Sie mit den Eltern gefasst haben, schriftlich fest. Dabei sollte jede Mitarbeiterin eine einheitliche Protokollvorlage verwenden, die Sie mit allen Mitarbeiterinnen im Team entwickelt haben. Sehr transparent wirkt ein Entwicklungsgespräch, wenn Sie sich das Protokoll von den Eltern unterschreiben lassen und den Eltern eine Kopie des Protokolls überreichen. Das Protokoll legen Sie in der Kinderakte ab. Entwicklungsgespräche sind die Königsdisziplin in der Elternarbeit. Deshalb sollten alle
Mitarbeiter für solche Gespräche besonders gut gerüstet sein. Unterstützen Sie Ihre Erzieher dabei. Denn nicht nur jeder Mitarbeiter, sondern auch Ihre gesamte Kita wird von den Eltern an der Qualität der Entwicklungsgespräche gemessen.

 

 

 

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