Schwierige Elterngespräche erfolgreich führen


05.11.2013

Gesprächsführung – Treffen Sie den richtigen Ton

Das kritische Elterngespräch kann leicht ausufern: Ein Wort gibt das andere, Ihr roter Faden geht verloren, die Gesprächsführung entgleitet Ihnen mehr und mehr und gipfelt schließlich in Vorwürfen und Rechtfertigungen. So weit muss es nicht kommen! Nutzen Sie deshalb rhetorisch geschickte Formulierungen, um schwierige Elterngespräche zu meistern.

Ein kritisches Elterngespräch gekonnt führen

Ein Elterngespräch, in dem Sie Eltern kritische Inhalte vermitteln oder über Probleme sprechen müssen, gibt es im Alltag von Kindertageseinrichtungen recht häufig. Schnell fühlen sich Eltern angegriffen, bevormundet und zurechtgewiesen und reagieren mit innerlicher Ablehnung.

Signalisieren Sie den Eltern im Gespräch, dass Sie sie und ihre Situation ernst nehmen. Gegenseitiger Respekt ist Grundstock für eine erfolgreiche Elternberatung, die auch kritische Themen beinhaltet. Ihre Authentizität und Echtheit während des Gesprächs spüren alle Eltern, und dies baut Vertrauen auf. Dieses Vertrauen steht als Basis für konstruktive Kritikgespräche.

Nicht harte, sondern klare Worte zählen bei der Gesprächsführung

Reden Sie nicht lange um den heißen Brei herum: Stellen Sie den Eltern ganz klar den Sachverhalt dar, um den es geht. Betonen Sie dabei, dass es Ihnen, genauso wie den Eltern, ausschließlich um das Kind und dessen Wohlergehen geht. Untermauern Sie bei Ihrer Gesprächsführung jeden kritischen Inhalt, den Sie benennen, mit einem gut ausgewählten, anschaulichen Beispiel oder einer Beobachtung aus dem typischen Verhaltensrepertoire des Kindes.

Wer fragt, der hat die Gesprächsführung in der Hand

Holen Sie durch gezieltes Nachfragen die Sichtweise der Eltern ein. Lassen Sie die Eltern immer aussprechen und die eigene Meinung ausdrücken. Sie haben die Gesprächsführung in der Hand, wenn es Ihnen gelingt, möglichst viele offene Fragen, so genannte W-Fragen, beispielsweise „wer, was, wann, warum, wie, wogegen, weshalb“, zu stellen.

Melden Sie die Aussagen der Eltern immer zurück, indem Sie sie noch einmal mit eigenen Worten zusammenfassen. Fragen Sie beispielsweise: „Ich habe verstanden, dass … ist das so richtig?“ Dies hat in zweierlei Hinsicht eine positive Wirkung: Auf die Eltern wirkt dies wie ein Echo; sie hören ihre eigenen Aussagen in anderen Worten und können nochmals über die eigene Position nachdenken.

 

 

Praktikable Lösungen zahlen sich aus

Entwickeln Sie im kritischen Gespräch mit den Eltern gemeinsam Lösungsmöglichkeiten, um das Problem oder das Defizit des Kindes in den Griff zu bekommen. Entscheidend ist dabei, dass Eltern nicht nur gewillt, sondern auch in der Lage sind, Veränderungen und Entwicklungen zum Wohle ihres Kindes zu akzeptieren und durchzusetzen. Manchmal wird dies nicht ohne fremde Hilfe gelingen.

Bahnen Sie deshalb im kritischen Elterngespräch, wenn nötig, behutsam Unterstützungsleistungen an, wie etwa eine begleitende Erziehungsberatung, eine Familientherapie oder die Inanspruchnahme sozialer Hilfsdienste.

Ein schwieriges Elterngespräch, in dem Sie kritische und unbequeme Aspekte bei den Eltern ansprechen müssen, kommt immer wieder vor. Ihre Pflicht ist es, mit den Eltern auch unbehagliche Inhalte professionell und fachlich gut aufbereitet zu besprechen. Sie rüsten sich für die Gesprächsführung, indem Sie sich zukünftig noch gezielter anhand dieser Grundsätze auf Ihr Elterngespräch vorbereiten.


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