Sprachentwicklung fördern: So unterstützen Sie auch die Eltern


05.07.2018

Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Mit ihr erschließt sich ein Kind Zusammenhänge, kann nachfragen und seine eigenen Gedanken und Erfahrungen ergänzen und sich so die Welt erschließen. Kinder erfahren (die) Sprache durch die Menschen, mit denen sie regelmäßig Kontakt haben. Das sind vor allem die Eltern, Sie als Erzieherin und die anderen Kinder der Gruppe. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Eltern darüber informieren, wie sie die Sprachentwicklung fördern. Konkret lesen Sie:

  • Was können Eltern ganz praktisch für die Sprachentwicklung ihres Kindes tun?
  • Welche Materialien helfen dabei?
  • Wo bekommen sie was?

Unterstützen Sie die Eltern bei der sprachlichen Bildung der Kinder

Ihnen als Fachkraft fällt es leicht, sprachanregende Spiele, Gespräche u. Ä. zu leiten. Den Eltern fehlt hier manches Mal die Erfahrung.

Laden Sie doch die Eltern ein: Wer möchte, kann an einem Vor- oder Nachmittag in der Einrichtung hospitieren. Gemeinsam werden mit den Kindern Tisch- und Rollenspiele gespielt, ein Bilderbuch betrachtet und im Gesprächskreis viel gesungen, diskutiert und einige Sprachspiele gespielt.

Zudem bieten Sie den Eltern jederzeit die Materialien an, mit denen Sie gerade arbeiten: Legen Sie Kopien von diversen Spielen, Liedern und Fingerspielen aus und laden Sie dazu ein, sich einmal an einem Vormittag für einige Zeit mit in den Stuhlkreis zu setzen. Bei großem Interesse können Sie daraus auch eine Extra-Veranstaltung machen: Eltern treffen sich, um aktuelle Spielmaterialien, Lieder und Bücher zu testen. Ganz nebenbei fließt dann die wichtige – und vor allem richtige – Sprachvermittlung ein.

Nutzen Sie diesen Aushang

Mit dem fertig ausgearbeiteten Aushang auf dieser Seite bieten Sie den Eltern auf einen Blick alle wichtigen Informationen. Kopieren Sie ihn für die Eltern. Mit ihm können Sie in Elterngespräche zum Thema einsteigen, Sie können darauf einen Elternabend aufbauen und eine Kopie davon verteilen. Sie können ihn auch vergrößern und an zentraler Stelle in Ihrer Einrichtung aushängen.

Lassen Sie den Aushang übersetzen

Denken Sie dabei unbedingt auch an anderssprachige Eltern und lassen Sie sich den Text ggf. für nicht deutschsprachige Eltern übersetzen. Dabei kann Ihnen sicherlich ein Elternteil oder eine Kollegin helfen, die diese Sprachen sprechen. Hängen Sie alle Aushänge (den deutschen und die Übersetzungen) in der Kita auf. So leisten Sie zudem einen wichtigen Beitrag zur Inklusion in Ihrer Kita.

Aushang für Eltern zum Thema Sprache

„Sprache ist der Schlüssel zur Welt!“

Kinder brauchen:

  • Sprachvorbilder, die helfen, die richtigen Formen der Sprache zu erlernen.
  • Menschen in ihrem Umfeld, die mit ihnen sprechen und ihnen zuhören.
  • Erlebnisse, die ihnen Spaß an und mit der Sprache vermitteln.
  • Möglichkeiten, die Sprache aktiv üben zu können.

Damit der Spracherwerb bei Ihrem Kind gelingt, braucht es nur einige wenige Regeln.

Diese sind beispielsweise:

  • Hören Sie Ihrem Kind mit echtem Interesse und aufmerksam zu.
  • Lassen Sie Ihr Kind ausreden, auch wenn es einmal etwas länger dauert.
  • Verbessern Sie einen grammatikalisch falschen Satz des Kindes indirekt, indem Sie ihn richtig wiederholen oder durch eine Gegenfrage richtig aussprechen.

Beispielsweise: Kind: „Ich habe ein Lied gesingt.“ – Erwachsener: „Welches Lied hast du denn gesungen?“

  • Verbinden Sie Sprache und Handeln miteinander: Was ich tue, spreche ich auch aus. Was ich sage, tue ich anschließend.
  • „Ich wische jetzt den Tisch ab.“
  • Achten Sie beim Sprechen auf vollständige und grammatikalisch richtige Sätze.
  • Bei kleineren Kindern (unter 4 Jahren) sprechen Sie in kurzen Sätzen.
  • Stellen Sie Ihrem Kind viele Fragen, um es zum Sprechen anzuregen. Achten Sie darauf, offene Fragen zu verwenden:
  • „Gefällt dir das Lego-Haus?“ – Besser: „Was gefällt dir gut an diesem Haus?“
  • Geben Sie im Alltag Ihrem Kind spielerische Sprechanlässe:
  • Gemeinsam aus dem Fenster schauen und darüber reden, Bilderbücher anschauen, Sprachspielereien einbauen, z. B. alte Auszählverse („Ene, mene, muh …“). Gemeinsam singen, Fingerspiele machen und andere Reime gemeinsam sprechen, Geschichten erfinden und sich erzählen, Kinder bei der Verrichtung alltäglicher Dinge helfen lassen und darüber sprechen, Rollen-, Tisch-, Fantasiespiele durchführen, mit Kindern Telefonieren üben.

Liebe Eltern, wenn Sie Material in jeglicher Form benötigen, können Sie sich dieses gern bei uns ausleihen!


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