5 Tipps, mit denen die Zusammenarbeit mit den Eltern gelingt


19.11.2016
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Wenn zwischen den Eltern und Ihnen eine konstruktive und vertraute Beziehung besteht, haben Sie eine optimale Basis für Ihre Zusammenarbeit. Jedoch ist es nicht immer leicht, eine solche Basis zu erarbeiten. Eltern sind verschieden und haben unterschiedliche Meinungen, Werte und Einstellungen, denen Sie professionell begegnen wollen. Im Folgenden lesen Sie, wie Sie die Basis für eine gelungene Zusammenarbeit mit den Eltern schaffen können.

 

Zusammenarbeit mit Eltern in der Kita

 

1. Legen Sie feste Zeiten für die Elternarbeit fest

Nicht nur die Zeit mit den Kindern, auch die Zusammenarbeit mit den Eltern sollte fest in Ihre tägliche Arbeit integriert sein. Legen Sie das schriftlich in Ihrer Konzeption fest. Dann planen Sie im Team feste Zeiten ein, die Ihnen sowohl als Vorbereitungszeit für die Elternarbeit als auch für den direkten Kontakt mit den Eltern zur Verfügung stehen. So bleiben Sie immer im Kontakt und im Austausch mit den Eltern.

Planen Sie Zeit ein, für:

  • die Vorbereitung und Durchführung von regelmäßig stattfindenden Elterngesprächen.
  • Zeit für Tür-und-Angel-Gespräche mit den Eltern in den Bring- und Abholphasen. Täglich 2–3 Minuten pro Elternteil. Hier bietet es sich an, dass Sie mit Ihrer Gruppenkollegin absprechen, wer welche Eltern anspricht. So vermeiden Sie, dass Eltern gar nicht oder sogar doppelt
    angesprochen werden.
  • Zeit für die Wahl des Elternrates (1 Stunde am Abend, 1-mal im Jahr) sowie für regelmäßige Treffen mit dem Elternrat (1-mal pro Halbjahr und nach Bedarf).
  • Zeit für die Planung und Durchführung von Eltern-Kind-Nachmittagen.
  • Zeit für Hospitationen der Eltern im Gruppenalltag.
  • Zeit für die Planung und Durchführung von Elternabenden.
  • Zeit für die Planung und Durchführung von Festen für Eltern und Kleinstkinder.

Zeit für Eltern-Aktionen, wie beispielsweise eine „Gartenaktion“. Bis zu 4-mal im Jahr (1-mal pro Jahreszeit) räumen die Eltern gemeinsam den Garten auf, streichen den Zaun neu, mähen den Rasen, kehren das Laub zusammen usw. Das schafft Gemeinschaft und bietet auch Gelegenheit zum Informationsaustausch.

 

 

2. Bieten Sie für jeden Elternteil eine geeignete Informationsform an

Ist Ihre Elternschaft sehr verschieden? Dann müssen Sie alle Elterngruppen individuell ansprechen, um ihr Interesse für die Mitarbeit in der Kita zu wecken. Nur so haben Sie eine zufriedene Elternschaft. Um den Aufwand trotzdem so gering wie möglich zu halten, müssen Sie richtig planen. Berücksichtigen Sie beispielsweise, dass die alleinerziehende Mutter am Abend keine Termine im Kindergarten wahrnehmen kann und dass es Eltern gibt, die solche Veranstaltungen grundsätzlich meiden, weil sie sich dort unwohl fühlen. Andere wiederum können den nächsten Elternabend oder die nächste Elternratssitzung kaum noch abwarten.

 

Formen der Informationsvermittlung an unterschiedliche Elterngruppen

Die folgenden Punkte geben Ihnen beispielhafte Möglichkeiten, um verschiedene Elterngruppen mit Ihren Informationen zu erreichen.

  • Aushänge und Elternbriefe für lesefreudige Eltern. Tipp für Ihre Praxis: Arbeiten Sie mit einem Dolmetscher zusammen, wenn Familien kein Deutsch verstehen. Vielleicht findet sich in der Elternschaft auch jemand, der kostenlos übersetzen kann.
  • Newsletter per E-Mail für Eltern, die viel am Computer arbeiten.
  • Bieten Sie Arbeitsgruppen für Eltern an, die sich gern praktisch engagieren, beispielsweise in Form von Gartenarbeit oder Instandhaltung von Möbeln. Während der Arbeit können Sie sich mit den Eltern unterhalten und Informationen austauschen.
  • Laden Sie Referenten ein, die interessierten Eltern Vorträge in Ihren Räumlichkeiten halten.

3. Suchen Sie den persönlichen Kontakt zu den Eltern

Wenn Sie die Eltern über ein aktuelles Thema informieren möchten, beispielsweise über die anstehende Weihnachtsfeier in Ihrer Gruppe, sind Aushänge oder Elternbriefe oft nicht ausreichend. Sprechen Sie die Eltern jedoch direkt an, erhalten Sie sofort eine Rückmeldung und/ oder eine Meinung. Gleichzeitig fühlen die Eltern sich ernst genommen und spüren, dass Sie sich Zeit für sie nehmen.

 

4. Begegnen Sie den Eltern mit Wertschätzung

Auch wenn es Ihnen manchmal schwerfällt, den Meinungen, Wünschen und Äußerungen der Eltern immer mit Wertschätzung zu begegnen – es lohnt sich in jedem Fall. Die Eltern fühlen sich verstanden und ernst genommen. Das ist das Fundament für Ihre Zusammenarbeit.

Tipp für Ihre Praxis: Auch wenn es schwerfällt. Versuchen Sie es, und versetzen Sie sich für einen Moment in die Situation der Eltern, die nur das Beste für ihr Kind möchten. Aus der jeweiligen Elternperspektive fällt es Ihnen sicherlich leichter, sie zu verstehen.

 

5. Bieten Sie den Eltern Transparenz

Machen Sie Ihre Arbeit transparent. Informieren Sie die Eltern über den Tag des Kindes, über Besonderheiten und auch über Alltagssituationen. Insbesondere über Änderungen möchten die Eltern informiert sein und mit entscheiden können – schließlich betrifft alles ihr Kind. Durch möglichst viel Transparenz können die Eltern sich besonders viel mit einbringen. Das wiederum kommt allen zugute.

Die Vielfalt unter den Eltern ist groß – genauso vielfältig sind aber auch Ihre Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit den Eltern. Finden Sie für jede Elterngruppe die richtige Form der Zusammenarbeit, und einer konstruktiven Atmosphäre steht dann nichts im Wege.

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