Refugees welcome – wie gelingt der Alltag mit anerkannten Flüchtlingen?


21.01.2018

Viele Flüchtlingsfamilien mit ihren Kindern sind bereits anerkannt und haben einen Kita-Platz für ihre Kinder. Die Flüchtlingskinder sollten eine hohe Qualität in der Betreuung erfahren. Lesen Sie hier, wie Sie mit wenig Aufwand in Ihrer Kita wirksame Hilfestellung für Flüchtlingsfamilien bieten können.

Bieten Sie Patenschaften

Nach teilweise langer Flucht mit zahlreichen Gefahrensituationen brauchen Flüchtlingsfamilien in 1. Linie Verständnis und Ruhe. Fragen Sie die Eltern Ihrer Kita-Kinder, wer von ihnen Zeit und Lust hätte, eine Patenschaft für eine bestimmte Flüchtlingsfamilie zu übernehmen.

Die Kinder könnten gemeinsam spielen, und die Erwachsenen könnten die Flüchtlingsfamilie bei Behördengängen, Stadtbesuchen, Einkäufen oder beim Kochen unterstützen. Auch unbekannte Möglichkeiten sollten den Flüchtlingsfamilien vertraut gemacht werden, z. B. ein Schwimmbadbesuch, die Bibliothek der Gemeinde und Kinderspielplätze.

Kommunikation als A und O

Zunächst ist es für Flüchtlingseltern wichtig, die Landessprache zu erlernen. Mit dieser Kommunikationsfähigkeit steht und fällt die Integration. Kinder lernen die Sprache in der Regel schnell, denn durch das gemeinsame Spiel fallen die Sprachbarrieren rasch. In keinem Alter lernen Kinder eine neue Sprache schneller und akzentfreier als im Alter bis zu 8 Jahren. Die Eltern brauchen beim Erlernen der deutschen Sprache deutlich mehr Hilfe und Unterstützung als die Kinder.

Machen Sie einen Aushang in Ihrer Kita oder bitten Sie Ihren Pfarrer, einen Aufruf im Sonntagsgottesdienst zu starten. Bitten Sie auch die Gemeinde um Mithilfe: Mit etwas Glück finden sich freiwillige Helfer, die bereit sind, den Flüchtlingseltern Deutschunterricht zu geben oder bei Behördengängen oder Übersetzungen zu helfen.

Bieten Sie Unterstützung durch Familien

Günstig ist es, wenn Sie Flüchtlingskinder aus ähnlichen Regionen mit gleicher Sprache aufnehmen. Möglicherweise können Sie diese Aufnahme bestimmter Nationalitäten mit Ihren Nachbar-Kitas absprechen. So können sprachbegabte Flüchtlingseltern sich gegenseitig unterstützen, indem sie für einander übersetzen. So wird die Kommunikation zwischen Ihnen und den Familien erheblich erleichtert. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Ausländerbehörde, ob es Dolmetscher gibt, die ehrenamtlich arbeiten.

Versuchen Sie von Anfang an, den Flüchtlingseltern trotz Sprachbarriere ein überaus positives Bild Ihrer Kita zu vermitteln.

Auch eine Kurzkonzeption mit den 15 wichtigsten Punkten für Flüchtlingseltern ist eine wichtige Handreichung. Fragen Sie bei Ihrer Kommune nach, ob sie Ihnen einen Übersetzer zur Verfügung stellt, der diese Kurzkonzeption für Sie in die Muttersprache der Flüchtlinge übersetzt. Entnehmen Sie diese 15 Punkte aus Ihrer Konzeption und setzen Sie diese in eine möglichste einfache und klare Sprache. Danach geben Sie die Punkte zum Übersetzen. Versuchen Sie auch, zu jedem Punkt ein treffendes Bild oder Foto zu setzen.

Die wichtigste Hilfe für Flüchtlingsfamilien ist, diesen das Gefühl von Akzeptanz und Geborgenheit zu vermitteln. Das Gefühl des Willkommenseins ist der Grundstein für jede Integration.

Tipp für Ihre Praxis: Wenden Sie sich an Eltern gleicher Nationalität, deren Kinder Ihre Kita besuchen und die bereits einige Jahre in Deutschland leben. Häufig bieten diese ihren Landsleuten bereitwillig ihre Unterstützung an, besonders dann, wenn es um Dolmetscherdienste oder um praktische Fragen der Eingewöhnung geht.

Übersicht: Die 15 Elementarpunkte für Flüchtlingseltern

Elementare Punkte für die Kurzkonzeption für Flüchtlingseltern

  1. Die täglichen Öffnungszeiten der Kita
  2. Die Schließzeiten in den Ferien und die Feiertage in Ihrem Bundesland
  3. Die Schwerpunkte der Pädagogik in kurzer Form
  4. Sprachförderung für die Flüchtlingskinder
  5. Maßnahmen und Beispiele zur Integration von Flüchtlingskindern
  6. Der Tagesablauf in der Kita
  7. Spielen in der Kita
  8. Lernen in der Kita
  9. Besonderheiten wie Geburtstagsfeiern
  10. Religiöse Besonderheiten, z. B. konfessionell gebundene Kitas, Gottesdienste, religiöse Feiern
  11. Highlights wie Ausflüge
  12. Feiern in der Kita, z. B. Sommerfeste
  13. Ernährung in der Kita, z. B. Mittagessen und Berücksichtigung religiöser oder kultureller Essgewohnheiten
  14. Brotzeit und Getränke, die das Kind in die Kita mitbringen sollte
  15. Einschulung des Flüchtlingskindes

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