„Die Nachbarkita macht viel mehr Ausflüge“ – So halten Sie dem Vergleich stand


01.11.2017

Eine Leiterin erzählte aufgebracht, dass sie genervt ist von der stetigen Anforderung der Eltern nach mehr Ausflügen. Das Argument sei immer das Gleiche: Die Kitas rundum machen viel mehr Ausflüge. Das Kuriose: Alle Mit-Leitungen nickten verständnisvoll.

Vielleicht kennen Sie dies auch: Ihre Angebote werden mit denen anderer Kitas verglichen. Besonders bei der Anzahl von Exkursionen schneiden in den Äußerungen die anderen häufig besser ab. Unter der Elternschaft ist es fast zu einem Qualitätsmerkmal geworden, wie viele Ausflüge in einer Kita angeboten werden.

 

 

Mit diesen 3 Schritten gelingt es Ihnen ganz leicht, die Eltern von der Besonderheit Ihrer Ausflüge zu überzeugen.

1. Zeigen Sie Ihren situationsbezogenen Ansatz

Sie stimmen die Ausflüge, die Sie in Ihrer Gruppe anbieten, direkt auf die Kinder und die aktuelle Situation ab. So planen Sie z.B. die Eingewöhnungsphase inhaltlich anders, als das Bauernhofthema, das jetzt im Sommer aktuell ist. Alle Themen passen Sie inhaltlich den Kindern und der Gruppensituation an.

Machen Sie den Eltern deutlich, nach welchen Kriterien Sie planen:

  • „Ausflüge sind erst möglich, wenn die Kinder sich in der Gruppe sicher und vertraut fühlen.“
  • „Unsere Ziele beziehen sich auf die aktuelle Gruppensituation.“
  • „Die Kinder müssen körperlich in der Lage sein, den Anforderungen eines Ausfluges, inklusive Hin- und Rückreise standzuhalten, eventuelle Hilfsmittel, wie Kinderwagen, sind vorhanden.“
  • „Die Kinder kennen ihre Bezugspersonen und halten sich an deren Anweisungen.“
  • „Wir haben ausreichend Begleitpersonen, um die Aufsichtspflicht zu gewährleisten.“

Ausflüge unternehmen Sie also ausschließlich nach den Bedürfnissen der Kinder und nicht nach den Wünschen der Eltern. Wenn Sie den Eltern dieses bewusst machen, erleichtern Sie sich die Zusammenarbeit.

2. Legen Sie Ziele fest

Natürlich sind die Ziele Ihrer Ausflüge speziell auf die Ausflugsart und das Ausflugsziel bezogen. Zu Ihrer Argumentation in der Zusammenarbeit mit den Eltern können Sie jedoch einen allgemeinen und doch passenden „Zielkatalog“ aufsetzen, der Ihnen hilft, auf die Anforderungen der Eltern sachlich einzugehen. So gehen Sie gestärkt in eventuelle Diskussionen und den Vergleich mit anderen Einrichtungen.

Besprechen Sie die Ziele auch mit Ihrem Team, damit sich alle einig sind und keine Unsicherheiten in der Elternschaft zu schüren. Ausflüge

  • greifen die aktuelle Situation der Gruppe
  • berücksichtigen den Jahreskreislauf
  • sind etwas Besonderes, für die Kinder stellen sie ein spezielles Erlebnis dar
  • bieten eine Abwechslung zum regulären Kita-Alltag
  • ermöglichen das Kennenlernen der Umgebung oder Institutionen
  • wecken oder befriedigen den Entdeckerdrang jedes Kindes
  • erweitern das Erfahrungsfeld
  • stärken das Regelbewusstsein
  • bestärken darin, sich auf Neues einzulassen
  • unterstützen die pädagogischen Ziele des Gruppenthemas
  • sind ein schönes Gemeinschaftserlebnis

3. Gehen Sie aktiv auf die Eltern zu

Wenn Ihnen das Argument aus der Elternschaft begegnet, dass die Kitas in der Umgebung viel mehr Ausflüge machen, lassen Sie sich nicht beeindrucken. Gehen Sie offen auf die Eltern zu und machen Ihre Entscheidung bzgl. der Auswahl der Ausflüge selbstbewusst transparent. Die Eltern, die Sorge haben, dass ihre Kinder zu wenige Ausflüge machen, können Sie durch aktive Information beruhigen. Sie fühlen sich dann einbezogen und müssen sich nicht untereinander verunsichern. 
Dies ist ein sehr wesentlicher Aspekt, denn das „Stille-Post-Prinzip“ lässt das Problem für die Eltern viel größer erscheinen, als es ist. Durch eine gute Information können Sie das Thema entzerren und die Eltern zufriedenstellen.

Fazit

Wenn auch Sie die Situation kennen, dass Eltern immer wieder auf Sie zukommen und um mehr Ausflüge bitten, gehen Sie so gut vorbereitet und gestärkt in die Diskussion mit ihnen. Dem Vergleich mit anderen Kitas stellen Sie sich offen, denn Sie führen Ihre Ausflüge kind- und situationsbezogen durch. So gewährleisten Sie Spaß an Ausflügen für die Kinder und das Verständnis der Eltern. Dem spontanen Besuch in der Eisdiele steht dies nicht im Wege.

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