Eine Elternwerkstatt in Ihrer Kita – so geht’s


12.01.2016
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Damit Ihre Elternarbeit noch besser und konstruktiver verläuft, können Sie in Ihrer Einrichtung eine Elternwerkstatt ins Leben rufen. Eltern müssen sich aufgrund der Verantwortung für ihre Kinder immer wieder neuen Erziehungsfragen stellen. Damit sie diese Verantwortung bewusst und aktiv wahrnehmen, können Sie die Eltern mit Beratungs- und Informationsangebotenm im Rahmen einer Elternwerkstatt unterstützen.

Die konkrete Form der Elternwerkstatt ist vielseitig und individuell gestaltungsfähig. So können auch die Eltern ihre Ideen und Fähigkeiten einbringen und ihr Wissen an Sie weitergeben, indem sie einen Workshop organisieren.

Diese Form der Zusammenarbeit stärkt das Wir-Gefühl in Ihrer Einrichtung und schafft vielseitige Erfahrungsräume. Erfahren Sie, wie Sie in 9 Schritten eine Elternwerkstatt ins Leben rufen können.

 

Was ist eine Elternwerkstatt?

Die Elternwerkstatt ist ein Treffpunkt für Eltern. Sie bietet Raum für Gespräche, Beratung, Austausch, Begegnungen und praktisches Ausprobieren. Das Themenspektrum kann von Erziehungsfragen über das Elternsein oder das Elternwerden über Fragen zur kindlichen Entwicklung bis hin zu Theater- und Kreativworkshops reichen. Die Elternwerkstatt ermöglicht den Austausch der Eltern untereinander sowie Angebote, die von Experten aus bestimmten Themengebieten unterstützt werden. Der Schwerpunkt liegt immer darauf, die Elternkompetenzen zu stärken und zu fördern. Die Bildungs- und Teilhabechancen von Kindern können durch die wachsende Kompetenz der Eltern erweitert werden. Gleichzeitig wird das Netzwerk der Eltern untereinander gestärkt. Hinzu kommt eine mögliche Ausweitung zu verschiedenen Institutionen, die als Experten zu bestimmten Themen die Arbeit in der Werkstatt mitgestalten.

Die Elternwerkstatt ist somit ein Forum für Eltern. Sie dient als Informationsquelle, da sie über verschiedene Fachthemen informiert, sie ist aber auch Experimentierraum, da Eltern dort lernen können, ihr Wissen praktisch umzusetzen und mögliche Probleme zu lösen.

In diesem Zusammenhang können auch neue Ideen entstehen, und die Werkstatt wird sogar zum Entdeckerraum. Beispiele für die Themen in Ihrer Elternwerkstatt: „Endlich schnullerfrei“, „Lieder, Reime und Fingerspiele auf dem Weg zum Sprechenlernen“, „Gemüseküche
für kleine Kinder“, „Unser Außengelände soll schöner werden“, „Vorhang auf und Bühne frei für unser Puppentheater“ usw.

 

 

 

 

Der Weg zu Ihrer Elternwerkstatt in der Kita

Durch den kreativen und gemeinsamen Austausch in der Elternwerkstatt kann das Wir-Gefühl in Ihrer Kita wachsen.

1. Teambeschluss: Wenn Sie im Team und mit der pädagogischen Leitung beschlossen haben, dass es für Ihre Einrichtung sinnvoll wäre, eine Elternwerkstatt
einzurichten, geben Sie Ihr Anliegen an den Träger weiter. Das ist insbesondere von Bedeutung, wenn Sie vorhaben, die Werkstatt über den Rahmen
Ihrer Einrichtung hinaus zu gestalten und mit anderen Institutionen zusammenzuarbeiten.

2. Finanzierung: Fragen Sie Ihren Träger, ob Sie zusätzliche finanzielle Mittel erhalten können, die für Materialien, Verpflegung usw. benötigt werden.

3. Verantwortung: Wählen Sie ein Teammitglied, das die Koordination für die Gestaltung der Elternwerkstatt übernimmt und vom restlichen Team unterstützt wird. Sinnvoll ist es, wenn die pädagogische Leitung diese Aufgabe übernimmt, da die Vorbereitungszeit der Gruppenerzieher häufig nicht ausreichend ist.

4. Ressourcen: Möchten Sie in der Werkstatt zu einem bestimmten Thema arbeiten, beispielsweise „Puppentheater“ und ist eine Ihrer Kolleginnen Theaterpädagogin, kann diese Kollegin die Elternwerkstatt moderieren. Natürlich muss dafür Vorbereitungszeit eingeplant werden. Soll das Außengelände neu gestaltet werden und ist in Ihrer Elternschaft ein Vater Gärtner, können Sie ihn fragen, ob er die Organisation übernehmen möchte. So nutzen Sie die vorhandenen Ressourcen in Ihrer Einrichtung.

5. Netzwerk: Ist Ihr Träger mit der Idee einverstanden, können Sie ein Netzwerk zu anderen Kindertagesstätten und anderen Institutionen aufbauen
und die Elternwerkstatt gemeinsam initiieren. Entscheiden Sie, ob Sie die Elternwerkstatt zunächst nur für Ihre Einrichtung initiieren möchten oder für die Gemeinde. In jedem Fall stärken Sie das Netzwerk der Elternschaft sowohl untereinander als auch zwischen dem pädagogischen Team und den Eltern.

6. Ort: Haben Sie sich für eine Kooperation mit anderen Institutionen entschieden, suchen Sie gemeinsam nach einem Ort, z. B. in Ihrer Kita und in der Turnhalle der örtlichen Grundschule – abhängig von den Kooperationspartnern.

7. Elternbefragung: Ihrer Elternschaft können Sie bei einem Elternabend das Modell der „Elternwerkstatt“ erklären und die Eltern im Anschluss schriftlich nach Themenvorschlägen für die Werkstatt fragen. So erhalten Sie eine 1. Themensammlung und erkennen den konkreten Bedarf der Eltern. Fragen Sie auch, wer von den Eltern Lust hat, eine Werkstatt zu leiten, beispielsweise eine Nähwerkstatt.

8. Experten: Sie wählen das Thema aus, das für die Eltern am interessantesten war, und halten in Ihrem Netzwerk nach einem geeigneten Experten Ausschau, der zu diesem Thema referieren könnte.

9. Einladung: Gestalten Sie schriftliche Einladungen für die Eltern. Nennen Sie Zeitpunkt, Ort, Dauer, Thema des Treffens und ggf. den Namen des Referenten.

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