Stress, lass nach – so finden Sie und Ihre Mitarbeiterinnen mehr Ruhe


12.12.2017
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Jetzt, zum Jahresende hin, kommt noch mal eine ganze Welle an Arbeit auf Sie zu. Die Jahresabschlussarbeiten stehen an, Weihnachtsfeiern, eventuell sogar noch Mitarbeitergespräche und sicherlich auch noch die eine oder andere Elternaktion. Kurz gesagt: Für Sie beginnt eine richtig anstrengende Zeit im Jahr.

Keine Panik! Lesen Sie jetzt, wie Sie diese Zeit der Hochbelastung sowohl für sich selbst als auch für Ihr Team unbeschadet und positiv überstehen und gestalten können.

Wichtiger Hinweis: Der Begriff Stress bedeutet eigentlich im fachlichen Kontext: Existenzangst. Gott sei Dank haben Sie und Ihre Mitarbeiterinnen dies in der Realität nur sehr selten. Dennoch wird der Stressbegriff heute sehr oft verwendet. Vor allem dann, wenn eine hohe Belastung vorliegt. In diesem Beitrag wird zwar auch der Begriff Stress verwendet, er bezieht sich aber tatsächlich nicht auf Existenzängste, sondern auf Zeiten mit extrem hoher Arbeitsbelastung.

Warum haben Sie gerade jetzt so viel Stress in der Kita?

Stress ist ein Gefühl, ein Empfinden. Jeder Mensch hat sein ganz eigenes Stresserleben. Sie kennen das aus der Kita: Frau Maier ist bis zum letzten Tag im Jahr extrem belastbar. Auch der wiederholte Krankheitsausfall der Kollegin in der Gruppe scheint ihr nichts anzuhaben. Dagegen ist Herr Kling schon seit Oktober sehr gereizt, er hustet ständig, lehnt jede Mehrarbeit ab und ist an der Grenze seiner Kräfte.

Zum Jahresende hin zeigt es sich ganz deutlich, wie belastbar Sie und auch die Mitarbeiterinnen im Team sind. Das Jahresende ist deshalb so markant, weil in der Regel ab den Sommerferien bis zu den Weihnachtsferien ohne Urlaub durchgearbeitet wird. Das zehrt an den Kräften. Hinzu kommt das fehlende Tageslicht, das aufmuntert und Kraft gibt, die Zeit an der frischen Luft wird weniger und die Belastung durch Krankheiten wird größer.

So äußert sich der Stress

Stress hat viele Gesichter. An diesen Symptomen erkennen Sie ihn:

  • vermehrte Wutausbrüche
  • Gereiztheit
  • häufige Krankheitsausfälle
  • weniger Freude an der Arbeit
  • negative Grundeinstellung
  • Nörgelei
  • falsche Einschätzung von Situationen
  • schlechte Zeiteinteilung
  • Unfreundlichkeit

In einer Kita, wo Sie und Ihr Team tagtäglich mit Menschen zu tun haben und Beziehungsarbeit leisten, sind derartige Verhaltensweisen völlig unangebracht. Es ist Ihre Aufgabe, freundlich und höflich zu sein und jederzeit die Situation im Griff zu haben. Das klingt gerade in der Vorweihnachtszeit sehr schwierig – ist es aber nicht. Nachfolgend finden Sie hilfreiche Tipps, wie es Ihnen und Ihrem Team gelingt, auch in hektischen Zeiten die Ruhe zu bewahren.

Wichtiger Hinweis: Nutzen Sie die hier aufgeführten Tipps nicht nur für sich selbst. Geben Sie diese auch an Ihr Team weiter. Schließlich nutzt es nur sehr wenig, wenn Sie entspannt das Jahresende feiern können, aber Ihr Team vor Erschöpfung und Belastung vorher schon umfällt.

Tipps gegen Stress im Kita-Alltag der Vorweihnachtszeit

Erfahren Sie jetzt, was Sie aktiv sowohl für sich selbst als auch für Ihr Team tun können. Das Ziel: die extreme Belastung in dieser Jahreszeit entweder gänzlich zu beseitigen oder zumindest so zu minimieren, dass jeder noch die Kraft, die Lust und die Freude hat, bis zum Jahresende gut durchzuhalten. Die Tabelle auf Seite 5 zeigt Ihnen, mit welchen einfachen Methoden das gelingen kann.

Beschäftigen Sie sich im Vorfeld mit der anstehenden Zeit

Ein Beispiel aus der Praxis: Der Dezember ist da und 4 Mitarbeiterinnen sind krank. Zudem sind 2 weitere Mitarbeiterinnen auf Fortbildung und es gibt noch viele Überstunden auszugleichen. Bis auf die Krankheitsausfälle können Sie eigentlich alles andere steuern. Fortbildungen im Dezember sind ungünstig. Ebenso ist es nicht sinnvoll, noch viele Urlaubstage im Dezember abzubauen.

Versuchen Sie also schon ab dem Januar 2018, entsprechend frühzeitig das weitere Jahr zu planen. Das gilt sowohl für Fortbildungen als auch für Urlaubstage und Überstundenabbau. Starten Sie in den letzten beiden Monaten im Jahr keine aufwändigen Elternaktionen und vermeiden Sie unnötigen Terminstress. Wenn Sie „hausgemachte“ Stressfaktoren umgehen, dann haben Sie und Ihr Team in der Regel genug Luft, um auch mit Krankheitsausfällen oder ungeplanten, unvermeidbaren Terminen stressfrei umgehen zu können.

Jetzt ist normalerweise die beschaulichste Zeit des Jahres – wenn da nicht all die Termine wären. Sie und Ihr Team freuen sich manchmal schon gar nicht mehr auf die schöne Vorweihnachtszeit mit den Kindern, weil der Kopf und der Kalender mit viel zu vielen anderen Dingen voll sind.

Machen Sie Schluss damit und entzerren und entlasten Sie, soweit möglich, damit auch Sie und Ihr Team endlich mal wieder ohne Zeitdruck und Belastungen diese Jahreszeit genießen können. Sie tun damit sowohl sich, Ihrer Gesundheit, als auch den Kindern und Familien etwas Gutes.

Wichtiger Hinweis: Gestalten Sie die Vorweihnachtszeit 2017 ganz entspannt. Sagen Sie unwichtige Termine ab. Lassen Sie Besprechungen ausfallen. Geben Sie Mitarbeiterinnen spontan frei, wenn es der Dienstplan und die Personaldecke zulassen. Verschieben Sie Dinge, die nicht dringend sind, auf Januar.

So reduzieren Sie Stressfaktoren

Tipp: Zeitmanagement

  • Packen Sie nicht zu viele Termine in die 2 letzten Monate des Jahres. Eine Aktion oder ein zusätzlicher Termin pro Woche genügen.
  • Planen Sie vorsichtig mit dem Resturlaub. Geben Sie nur wenige Urlaubstage in diesen letzten 2 Monaten frei. Sie müssen immer mit Krankheitsausfällen rechnen.
  • Überlegen Sie gut, ob eventuell Teamsitzungen ausfallen können, um die Ressourcen der Teammitglieder zu schonen.
  • Versuchen Sie, möglichst viele Jahresabschlussarbeiten in den Herbst zu legen oder auf das neue Jahr zu verschieben.

Tipp: Gesundheitsmanagement

  • Lüften Sie regelmäßig alle Räume. Frische Luft hilft, den Kopf wieder klar zu bekommen und im wahrsten Sinne des Wortes tief durchzuatmen.
  • Legen Sie Wert darauf, dass die Mitarbeiterinnen und die Kinder täglich kurz an die frische Luft gehen.
  • Halten Sie frisches Obst und Tee bereit, damit jeder zusätzliche Vitamine in der dunklen Jahreszeit erhält.
  • Vermeiden Sie schwere körperliche Aktionen (wie Umräumaktionen o. Ä.) in den letzten Wochen des Jahres.
  • Prüfen Sie alle Lampen auf ihre Funktionstüchtigkeit. Da in der dunklen Jahreszeit häufig das Licht brennt, können flackernde Lampen eine zusätzliche stressige Belastung werden. Sorgen Sie dafür, dass alle flackernden Lampen sofort gegen neue getauscht werden.

Tipp: Teammanagement

  • Vermeiden Sie die Einführung neuer Themen, Angebote und Strukturen in den letzten 2 Monaten des Jahres. Die Aufnahmekapazität im Team ist erschöpft und es ist keine Kraft mehr für Neuerungen da.
  • Beginnen Sie die Teamsitzungen beschwingt mit gemeinsamem Teetrinken, dem Ansehen eines kurzen lustigen Films oder dem Anhören eines „fetzigen“ Liedes.
  • Planen Sie immer wieder Fortbildungen für sich selbst und Ihre Mitarbeiterinnen zum Thema Resilienz ein.
  • Versuchen Sie mit dem Team so zu planen, dass die meisten Elterngespräche außerhalb der letzten 2 Monate im Jahr liegen. Die Gespräche sind meist anstrengend, kosten viel Kraft und Vorbereitungszeit.
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