„Alle Wetter!“ – Mit diesem Projekt bleibt kein Wetterelement in Ihrer Kita unerforscht


11.02.2019

Wie ist das Wetter heute? Warm und sonnig oder eher kühl und regnerisch? Ist es windig oder windstill? Lassen Sie sich zum Projektstart von den Kindern erzählen, wie diese das Wetter gerade erleben. Dabei können die Kinder auch aus dem Fenster schauen – oder Sie verlegen das Gespräch direkt nach draußen.

Haben die Kinder das Wetter beschrieben? Dann fragen Sie, ob die Kinder noch andere Wetterlagen kennen. Wissen sie noch, wie das Wetter gestern oder am Wochenende war? In diesem Einstiegsgespräch fallen bereits viele meteorologische Begriffe.

Das Projekt eignet sich für Kinder ab 4 Jahren und erstreckt sich über einen Monat. Nachfolgend finden Sie eine Materialliste mit allem, was Sie für Ihr Wetterprojekt benötigen.

Jetzt fragen Sie die Kinder nach ihrem Lieblingswetter: Nachdem jedes Kind erzählt hat, laden Sie sie ein, Wettercollagen zu erstellen. Dazu erhält jedes Kind ein Blatt Papier, eine Schere und einen Klebestift. Außerdem stellen Sie verschiedene Bilder über das Wetter zur Verfügung, die Sie im Vorfeld aus Zeitungen, Zeitschriften oder Werbebroschüren ausgeschnitten haben. Die fertigen Kunstwerke stellen Sie gut sichtbar aus.

Die Launen des Wetters mit der Kamera dokumentieren

Fotografieren Sie mit den Kindern jeden Tag zu einer fest vereinbarten Uhrzeit das aktuelle Wetter. Nutzen Sie eine Digitalkamera und – falls vorhanden – ein Stativ. Suchen Sie mit den Kindern ein geeignetes Motiv, auf dem Folgendes zu sehen ist:

  • Himmel
  • Wind, z. B. sichtbar durch einen Baum, an dem sich die Blätter bewegen
  • Frühblüher, z. B. Tulpen, Narzissen oder auch Löwenzahn oder Gänseblümchen
  • Pflaster oder Asphalt, auf dem zu sehen ist, ob es nass oder trocken ist

Eventuell können Sie auch aus einem geöffneten Fenster heraus fotografieren. Der immer gleiche Bildausschnitt ermöglicht es den Kindern, die Fotos miteinander zu vergleichen.

Das gelingt Ihnen mit einem Stativ, das Sie immer auf der gleichen Höhe ein- und an derselben Stelle aufstellen. Zeichnen Sie dazu ein Kreuz auf den Boden. Oder Sie vereinbaren mit den Kindern, den Mittelpunkt des Kameradisplays immer auf denselben Punkt auszurichten.

Jetzt beginnt das eigentliche Projekt: Jeden Tag fotografiert ein anderes Kind, Sie drucken das Foto am Farbdrucker aus, und gemeinsam kleben Sie es auf ein Plakat.

Die Kinder schreiben je nach Können das jeweilige Datum dazu, und der Fotograf unterzeichnet sein Bild mit seinem Namen.

Verwenden Sie für Ihre Fotogalerie ein ausreichend großes Plakat. Dann haben Sie im späteren Projektverlauf die Möglichkeit, weitere Wetterdaten und -beobachtungen der Kinder zu ergänzen.

Beobachten und messen: Wie ist das Wetter heute?

Wie kann das Wetter eines Tages genau beschrieben werden? Sammeln Sie mit den Kindern die einzelnen Wetterelemente, die dafür wichtig sind. Dann überlegen Sie sich gemeinsam für jedes Element ein Symbol, das die Kinder auf ein Blatt Papier malen – Ihre Wettercheckliste ist fertig. Laminieren Sie diese noch, dann übersteht die Liste auch draußen jedes Wetter:

  • Temperatur: Dazu brauchen Sie ein Thermometer, das Sie so aufhängen, dass es zur vereinbarten Uhrzeit nicht in der Sonne hängt. Nach einer kurzen Einführung lesen die Kinder die Temperatur selbst ab und schreiben sie auf.
  • Sonnenschein, Bewölkung: Wie sieht der Himmel aus? Ist er klar oder bewölkt? Wie sehen die Wolken aus? Fordern Sie die Kinder auf, die Bewölkung genau zu beschreiben und zu malen.
  • Niederschlag: Regnet es oder ist es trocken? Wie genau lässt sich der Regen beschreiben? Wie groß sind die einzelnen Tropfen? Stellen Sie ein Gefäß auf und messen Sie mit dem Lineal.
  • Wind: Wie stark weht der Wind? Auch das können die Kinder symbolisieren, z. B. mit einem Strich für leichten Wind und mehreren Strichen für stärkeren Wind bis hin zu Wind- oder sogar Sturmböen.

So erstellen Sie auf anschauliche Weise eine Wetterdokumentation. Die tägliche Beschäftigung mit dem Wetter schärft den Blick der Kinder für die verschiedenen Naturphänomene. Sie werden mit der Zeit immer detailgenauer beobachten und beschreiben. Und so fördern Sie ganz nebenbei den Wortschatz und das Ausdrucksvermögen der Kinder.

Hoch oder Tief? Der Luftdruck bestimmt das Wetter

Sehen Sie sich mit den Kindern Videos und Bilder von Wetterberichten und Wetterkarten an.

Dabei werden Sie feststellen, dass die Begriffe „Hoch“ und „Tief“ immer dazugehören. Sie sind so wichtige Phänomene, dass die Meteorologen ihnen sogar eigene Namen geben. Im Jahr 2018 haben die Hochdruckgebiete männliche und die Tiefdruckgebiete weibliche Vornamen.

Der Begriff „Luftdruck“ bezeichnet das Gewicht der gesamten Luftsäule über uns – vom Erdboden bis zur Grenze der Atmosphäre. Um das zu veranschaulichen, legen sich alle Kinder draußen auf den Boden. Die Luft, die jetzt genau auf ihnen liegt, wird Luftdruck genannt. Ist der Luftdruck hoch, bedeutet das meist schönes und trockenes Wetter. Ist der Luftdruck niedrig, ist es normalerweise bewölkt und es regnet. Messen lässt sich der Luftdruck mit einem Barometer. Es ermittelt, wie stark die Luft durch die Schwerkraft auf die Erde gedrückt wird.

Da die Kinder den Luftdruck nicht spüren, machen Sie mit ihnen folgendes Experiment: Jedes Kind bekommt ein Blatt Papier und hält es sich vor den Bauch. Das Blatt fällt herunter, wenn die Kinder es loslassen. Jetzt aber steigern die Kinder den Luftdruck auf das Blatt und rennen. Sind sie schnell genug, bleibt das Papier vor ihrem Bauch hängen: Der Luftdruck hält es mit unsichtbaren Kräften fest.

Die Kinder bauen ihr eigenes Barometer

Den Luftdruck machen die Kinder mit einem Barometer sichtbar, das sie selbst basteln. Dazu schneiden sie das untere Ende eines Luftballons ab und ziehen die Ballonhaut straff über ein Einmachglas. Jetzt fixieren sie das Gummi mit Klebeband, damit es das Glas luftdicht abschließt.

Nun stecken die Kinder 2 Trinkhalme ineinander, indem sie einen davon etwas einschneiden. Danach schneiden sie noch ein Ende schräg ab – damit ein Zeiger entsteht – und kleben das hintere Ende mit Klebeband mittig auf das Luftballongummi. Wenn Sie zwischen das Klebeband und den Glasrand ein Streichholz klemmen, ist die Anzeige deutlicher abzulesen. Das Barometer ist fertig!

Um den Luftdruck abzulesen, brauchen die Kinder noch eine Anzeige. Das ist ein Blatt Papier, auf dem die Mitte mit einem Strich gekennzeichnet ist. Oben malen die Kinder eine Sonne, unten Regenwolken. Jetzt stellen die Kinder das Barometer auf einen Tisch. Dahinter befestigen sie das Blatt Papier so an der Wand, dass der Zeiger des Barometers auf die Mitte hindeutet.

Wird der Luftdruck stärker, drückt er die Ballonhaut nach innen, und der Zeiger zeigt nach oben. Fällt der Luftdruck, ist die Luft über dem Glas leichter, und die Luft im Glas wölbt die Ballonhaut nach oben – der Zeiger weist nach unten. Täglich beobachten die Kinder die Position des Zeigers: Kündigt er eine Wetterveränderung an?

Mit diesem Wetterprojekt lernen die Kinder nicht nur, naturwissenschaftlich zu forschen, sondern machen auch viele mathematische Erfahrungen.

Materialliste für Ihr Wetterprojekt

Wettercollage:

  • möglichst viele Wetterbilder aus Zeitungen, Zeitschriften oder Prospekten
  • mehrere Scheren
  • mehrere Klebestifte
  • 1 Blatt Papier für jedes Kind

Fotodokumentation:

  • Digitalkamera
  • evtl. Stativ
  • Computer und Drucker
  • großes Plakat
  • Stifte
  • 1 Klebestift

Wetterbeobachtung:

  • 1 DIN-A4-Blatt Papier
  • mögl. Laminierfolie und -gerät
  • Stifte
  • Thermometer

Luftdruck und Barometer:

  • 1 Blatt Papier für jedes Kind
  • 1 Einmachglas
  • 1 Luftballon
  • Klebeband
  • 2 Trinkhalme
  • Schere
  • Stifte
  • 1 Streichholz
  • 1 Blatt Papier für die Anzeige

Für Ihre Elternarbeit

So entsteht hier ein Gemeinschaftsprojekt

Erweitern Sie das Projekt der Wetterbeobachtung, indem Sie die Eltern um Mithilfe bitten: Wer hat Verwandte oder Freunde in einer anderen Region, die bereit sind, eine Woche lang täglich ihr Wetter mit der Kamera zu dokumentieren?

Die Eltern oder Ihre Wetterbeobachter mailen Ihnen das Wetter-Foto täglich zu, und Sie drucken es mit Ihrem eigenen Wetterfoto aus. Koordinieren Sie die „externe Wetterbeobachtung“ so, dass sich die Fotos über den ganzen Monat verteilen.

Beispielsweise in einer Woche die Fotos von Julias Oma aus dem Harz, dann eine Woche die Fotos von Michas Paten aus Hamburg usw.

Auf diese Weise ziehen die Kinder Vergleiche: Ist das Wetter besser oder schlechter als bei ihnen? Wo gab es über mehrere Tage mehr Sonne, Regen, Wind usw.?

Wer findet die größte Pfütze?

Mit der folgenden Aktion beziehen Sie ebenfalls die Familien in Ihr Wetter-Projekt ein – zugleich erreichen Sie möglicherweise, dass mehr Eltern auch bei regnerischem Wetter zu Fuß unterwegs sind.

Zunächst bestellen Sie für jedes Kind, das am Wetter-Projekt teilnimmt, ein Maßband. Dies bekommen die Kinder mit der Erklärung für die Eltern in ihren Kita-Rucksack.

Dann startet Ihre Familien-Suchaktion: „Wer findet die größte Pfütze?“ Dazu schauen sich Kinder und Eltern draußen um, z. B. auf dem Nachhauseweg, und messen die Pfützen an der breitesten Stelle, die ihnen besonders groß erscheinen.

Die Kinder malen dann später ein Bild der Pfütze und die Eltern schreiben die Maße dazu. Wenn Sie diese Blätter über den Monat sammeln, dann können am Ende die Pfützen-Könige gekürt werden.


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