Pünktlich zum Deutschen Kindertag: Kinderrechte von Geburt an


20.09.2017
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Vor 8 Jahren feierten die Kinderrechte ihr 20-jähriges Jubiläum: Am 20.11.1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Konvention über die Rechte der Kinder. Somit erhielten alle Kinder weltweit festgeschriebene Rechte auf Entwicklung, Beteiligung, Schutz und Überleben. Darauf haben sich alle Mitgliedstaaten außer die USA und Somalia mit der Unterzeichnung der Konvention geeinigt.

Auswirkungen der Konvention auf Ihren Kita-Alltag

Die UN-Kinderrechtskonvention ist selbstverständlich auch Grundlage für Ihre Arbeit mit den Kindern. Gerade Kleinstkinder können sich häufig noch nicht ausreichend äußern. Aber auch nonverbale Signale zeigen Ihnen, wenn ein Kind sein Recht z. B. auf Mitbestimmung geltend machen möchte. Darum gehört es – auch rechtlich gesehen – zu Ihren Aufgaben, die Bedürfnisse von Kleinstkindern zu berücksichtigen und darauf prompt und angemessen zu reagieren.

Was beinhaltet die UN-Kinderrechtskonvention?

In 54 Artikeln werden einzelne Rechte aufgeschlüsselt, die auf 4 Prinzipien beruhen:
1. Prinzip der Gleichbehandlung: Kein Kind darf wegen seines Geschlechts, seiner Herkunft, Sprache, Hautfarbe, Behinderung oder politischer Ansichten benachteiligt werden.
2. Prinzip des Wohl des Kindes: Es muss bei jeder Entscheidung, sei es in Familien oder auf politischer Ebene, das Wohl des Kindes berücksichtigt werden
3. Prinzip des Rechts auf Leben und Entwicklung: In jedem Land der Erde muss ein Kind Zugang zu medizinischer Hilfe und Bildung haben und vor Ausbeutung und Missbrauch geschützt sein.
4. Prinzip der Meinungsachtung: Die Meinung von Kindern soll gehört und respektiert werden. Bei Entscheidungen, die Kinder betreffen, sollen sie, je nach Alter und persönlicher Reife, einbezogen werden.
Für Ihren Alltag bedeutet die Kinderrechtskonvention konkret,
  • dass Sie keines der Ihnen anvertrauten Kinder aufgrund persönlicher Merkmale benachteiligen dürfen.
  • dass Sie verpflichtet sind, immer zum Wohle des Kindes zu handeln, das heißt beispielsweise, dass Sie Bedürfnisse von Kleinstkindern nach ausreichend Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten bei der Raumgestaltung berücksichtigen müssen.
  • dass Sie allen Kindern die Möglichkeit einräumen müssen, an Bildungsangeboten, z. B. Vorlesen, Experimentieren usw., teilzunehmen.
  • dass die Kinder ein Recht auf Partizipation, das heißt Beteiligung und Selbstbestimmung, haben. Wie Sie das schon mit den Jüngsten in Ihrer Praxis umsetzen können, lesen Sie auf den Seiten 2 und 3 dieser Ausgabe.
  • dass Sie die Rechte der Kinder kennen und sich z. B. auch im Gespräch mit Eltern dafür starkmachen.

Musteraushang: Kinderrechte

„Ich habe Rechte!“ – Die 10 wichtigsten Kinderrechte der UN-Kinderrechtskonvention im Überblick
1. Jedes Kind hat das Recht auf Gleichheit. Kein Kind darf aufgrund seiner Herkunft, seines Aussehens oder seiner Persönlichkeit benachteiligt werden.
2. Jedes Kind hat das Recht auf Gesundheit. Kein Kind soll gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sein oder Not leiden müssen.
3. Jedes Kind hat das Recht auf elterliche Fürsorge. Beide Elternteile sollen sich in gleichem Maße liebevoll und fürsorglich um es kümmern und ihm ein sicheres Zuhause bieten.
4. Jedes Kind hat das Recht auf Bildung. Räume und Material zum Lernen müssen für jedes Kind bereitgestellt werden.
5. Jedes Kind hat das Recht auf Privatsphäre und Wahrung seiner Würde. Zeigt ein Kind persönliche Grenzen auf, müssen diese respektiert werden.
6. Jedes Kind hat ein Recht darauf, seine Meinung zu äußern, gehört zu werden und Informationen zu bekommen.
7. Jedes Kind hat das Recht auf Spiel, Freizeit und Ruhe. Dazu müssen dem Kind Räume für Rückzug und kreative Entfaltung geschaffen werden.
8. Jedes Kind hat das Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht aus bedrohlichen Situationen.
9. Jedes Kind hat das Recht, vor Ausbeutung geschützt zu werden. Es muss vor Gewalt und sexuellen Übergriffen geschützt werden.
10. Jedes Kind hat das Recht auf Betreuung bei Behinderungen. Kinder mit Einschränkungen brauchen die Möglichkeit, mit Unterstützung aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
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