Mobbing im Hort – So sprechen Sie es an


23.11.2015
Gibt es Mobbing auch in Ihrem Hort? Mittlerweile ist es traurige Gewissheit, dass viele Kitas, die auch Schulkinder betreuen, diese Frage bejahen müssen. Oftmals zweifeln die Opfer daran, ob es der richtige Weg ist, sich Eltern oder Erzieherinnen anzuvertrauen. Sie glauben, sie würden ihre Situation für sich dadurch noch verschlechtern. Unterstützen Sie betroffene Kinder und besprechen Sie das Thema. Lesen Sie hier, wie Sie vorgehen können, wenn Mobbing in Ihrem Hort vorkommt.

 

Mobbing stammt aus dem Englischen und bedeutet „anpöbeln“ oder „fertigmachen“. Unter Mobbing versteht man längere Zeit andauernde offene oder subtile Gewalt gegen eine oder mehrere Personen mit dem Ziel, diese sozial auszugrenzen. Dies kann z. B. durch Hänseleien, Rufschädigung und Schikane geschehen.

 

 

Der Verlauf von Mobbing

Ganz typisch ist es, dass Kinder, die gemobbt werden, das Problem zunächst bei sich selbst suchen und meist über längere Zeit mit sich allein ausmachen. Deshalb wird Mobbing in der Anfangsphase häufig nicht bemerkt, denn die betroffenen Kinder wagen es nicht, sich den Eltern oder Erzieherinnen in ihrer Kita anzuvertrauen. So wirken sich die Folgen des Mobbings nach und nach auf die gesamte Persönlichkeit des Kindes aus:
  • Das Selbstvertrauen leidet,
  • Konzentrationsprobleme und Leistungsabfall in der Schule können sich einstellen,
  • Schlafstörungen treten auf,
  • sie leiden unter der sozialen Isolation und wollen nicht mehr in die Schule und in den Hort gehen,
  • sie ziehen sich mehr und mehr zurück und geben keine Antworten, wenn sie nach dem Grund ihres Verhaltens gefragt werden.

 

Entwickeln Sie mit Ihrem Team Strategien gegen Mobbing

Die wichtigsten Personen für gemobbte Kinder in der Kita sind Sie und Ihr Team. Erörtern Sie mit allen Mitarbeiterinnen im Team, wie Mobbing sich äußern kann, und sprechen Sie über die Erkennungszeichen und die Leiden von gemobbten Kindern.

 

 

Machen Sie Mobbing zum Thema

Auch wenn noch kein Fall von Mobbing in Ihrem Hort vorgekommen ist, sollten Sie in einer Kinder- oder Gruppenkonferenz das Thema ansprechen. Sie werden staunen, welches Wissen die Kinder zu diesem Thema haben. Als Inhalte und Gesprächsimpulse für Ihr Gespräch über Mobbing empfehle ich Ihnen folgende:
  • Was ist Mobbing?
  • Was bewegt manche Kinder, andere zu mobben?
  • Wie fühlen sich Kinder, die gemobbt werden?
  • Was kann jedes einzelne Kind tun, das sich gemobbt fühlt?
  • Wie kann ein Kind einem anderen helfen, das betroffen ist?

 

Wirken Sie präventiv gegen mögliches Mobbing

Sprechen Sie mit allen Kindern darüber, wie Sie bei Mobbing vorgehen werden. Stellen Sie schriftliche Regeln auf. Das ist wichtig für alle Kinder und soll mögliche Opfer schützen. Benennen Sie genau, wie sich die Kinder im Notfall verhalten sollten. Lassen Sie die Kinder auch von Vorfällen berichten, die in der Schule oder auf dem Heimweg passiert sind. Diskutieren Sie mit den Kindern in der Kinderkonferenz folgende Aspekte:

  • Wie kann sich ein gemobbtes Kind Hilfe holen?
  • Wem kann es sich anvertrauen?
  • Warum ist es so wichtig, dass ein betroffenes Kind schnell über Mobbing spricht?
  • Was kann der Hort gegen die Kinder unternehmen, die andere mobben?
Erstellen Sie mit den Kindern Mobbing-Regeln, die Sie im Bedarfsfall sofort einsetzen können. So sind Sie für den „Ernstfall“ gerüstet, und Ihr Team kann professionell und schnell handeln.
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