So helfen Sie Kindern bei der Eingewöhnung in den Hort


30.10.2013
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Unterstützen Sie die Hortkinder während der Eingewöhnung in den Hort, wird sie von ihnen schneller durchlaufen und Sie können früher zur „Normalität“ im Hort übergehen. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, den neuen Hortkindern die Eingewöhnung zu erleichtern und sie dabei zu begleiten.

Beobachten und dokumentieren Sie das Verhalten der Hortkinder bei der Eingewöhnung

Die neuen Hortkinder verhalten sich während der Eingewöhnung so, dass Sie das Wesen und die Persönlichkeitstypen der einzelnen Hortkinder besonders intensiv wahrnehmen. Späteres Verhalten und mögliche Konflikte lassen sich erklären, wenn Sie die Hortkinder in dieser Zeit besonders gut beobachten. Manche Hortkinder verhalten sich äußerst zurückhaltend, eher introvertiert und ängstlich, andere wiederum stellen sich sofort in den Mittelpunkt und verlangen Ihre ganze Aufmerksamkeit. Sie bringen schnell eigene Ideen ein und bauen während der Eingewöhnung in den Hort rasch Kontakte zu anderen Hortkindern und Erzieherinnen auf.

Wichtige Aspekte für Ihre Erstbeobachtung der neuen Hortkinder

  • Wie nehmen sie im Hort Kontakt untereinander auf?
  • Was sind beliebte oder eher ungeliebte Spielsituationen?
  • Wie ist ihr Umgang mit älteren und jüngeren Hortkindern?
  • Können die Hortkinder auf Erzieherinnen zugehen?
  • Verhalten sich die Hortkinder eher ängstlich, introvertiert oder extrovertiert?

Halten Sie Ihre Beobachtungen der neuen Hortkinder während der Eingewöhnung in einem Beobachtungsbogen fest. Nehmen Sie den Erstbeobachtungsbogen auch später immer wieder zum Vergleich her, und nutzen Sie ihn, um Verhaltensprobleme oder Konflikte des Kindes zu erklären.

Überblick durch gezielte Kurzinformationen während der Eingewöhnung geben

Sprechen Sie mit den Hortkindern immer wieder kurz über Abläufe, Regeln, Rechte und Pflichten in Ihrem Hort. Fassen Sie die Hortkinder dazu während der Eingewöhnung in kleine Gruppen zusammen oder besprechen Sie dies im Einzelgespräch. Auch kurze Gespräche über Umgangsformen spielen bereits in der Eingewöhnung eine wesentliche Rolle. So lernen die neuen Hortkinder beispielsweise, dass Sie im Hort Wert aufs Grüßen legen und Tischmanieren gefragt sind. Grundsätzlich sollten Sie für diese kurzen Orientierungsgespräche 10 Minuten nicht überschreiten. Mehrmals wöchentlich kurze Gespräche sind wesentlich effektiver und werden von den Hortkindern leichter behalten und beherzigt.

 

 

Unterstützen Sie die ruhigen, unauffälligen Hortkinder

Gerade während der Eingewöhnung beanspruchen die Hortkinder, die auffällig sind und sich mit Vehemenz in Szene setzen, Ihre gesamte Aufmerksamkeit. Dadurch besteht die Gefahr, dass unauffällige, eher introvertierte Hortkinder, denen es schwerer fällt, selbst Kontakte anzubahnen, Ihrer Aufmerksamkeit entgehen. Doch gerade diese Hortkinder brauchen während der Eingewöhnung im Hort Ihren Beistand. Geben Sie diesen Hortkindern besonders viel Orientierung, indem Sie mit ihnen in Einzelgesprächen die Abläufe im Hort nochmals besprechen.

Versuchen Sie, Vertrauen zu den Hortkindern aufzubauen, indem Sie mit ihnen während der Eingewöhnung im Hort ins Gespräch kommen und über ihre Vorstellungen und Wünsche sprechen. Beziehen Sie die ruhigen Hortkinder häufig ins Spiel ein, und geben Sie ihnen auch Gelegenheit, einfach nur zu beobachten. Durch diese sensible Zuwendung von Ihrer Seite erhalten die Hortkinder die Sicherheit, die sie in fremden Situationen brauchen. Geben Sie den Hortkindern besonders viel Beachtung und Wertschätzung, indem Sie ihre Leistungen loben. Introvertierte Hortkinder malen oft sehr fantasievolle Bilder oder konstruieren kunstvolle Gebilde in der Bauecke.

Bieten Sie allen Hortkindern in der Zeit der Eingewöhnung im Hort Gemeinschafts- und Kennenlernspiele an, die keine Gewinner- Verlierer-Situation heraufbeschwören.

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