Mit diesen 3 Tipps helfen Sie Kindern mit Konzentrationsproblemen


23.12.2016
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Es gibt immer mehr Kinder mit Konzentrationsproblemen. Sie und Ihre Erzieher stehen dabei oft vor dem Dilemma, wie Sie sich diesen Kindern zuwenden und ihnen helfen können. Lesen Sie hier, wie Sie Kinder mit Konzentrationsproblemen unterstützen können.

 

Praxisbeispiel:  Der 6-jährige Paul schaut sich mit 3 gleichaltrigen Kindern und seiner Erzieherin ein Buch über das Weltall an. Darin werden in kindgerechter Weise die Planeten beschrieben. Paul betrachtet die Tür des Gruppenraumes und beobachtet, wer hereinkommt und wer wieder hinausgeht. Danach versucht Paul, den Schnürsenkel von Leas Schuh so vorsichtig zu öffnen, dass Lea, die neben ihm sitzt, das nicht bemerkt. Vom Buch über das Weltall bekommt Paul nur wenig mit.

 

 

Tipps um Kindern mit Konzentrationsproblemen zu helfen

Von Konzentrationsproblemen sind immer mehr Kinder in unseren Kitas betroffen. Sie können sich nicht für eine längere Zeit mit einem Spiel beschäftigen, sie wirken sprunghaft und finden scheinbar keine Ruhe. Kinder wachsen heute oft in einer stressigen Umgebung auf. Fernseher und Musik berieseln das Kind manchmal schon beim Frühstück. Setzen Sie deshalb in der Kita auf eine konzentrationsfördernde Mischung aus Ruhe, Interesse und Fokussierung auf wesentliche Inhalte. Diese Tipps helfen Ihnen dabei.

 

 

Tipp 1: Sorgen Sie für einen Wechsel

Niemand kann sich den ganzen Tag über konzentrieren. Ein Kind im Alter von 5–6 Jahren sollte sich mindestens 15 Minuten intensiv mit einem Spiel oder einer Aufgabe beschäftigen und sich darauf konzentrieren können. Findet ein Kind bei überhaupt keinem Spiel und keinem Anlass zu dieser Konzentration, kann von einer Konzentrationsstörung gesprochen werden.

Bieten Sie den Kindern Ihrer Kita täglich Konzentrations- und Entspannungsphasen an, die abwechseln. Kinder benötigen Ihre Unterstützung. Sie schaffen den Wechsel nicht aus eigener Kraft.

 

Beispiel: Die Kinder der Kita „Waldvilla“ sitzen im Gesprächskreis zusammen. Sie sprechen über das Thema „Helfen und Teilen“.

Viele Kinder bringen ihre eigenen Ideen ein, und die Erzieherin fertigt ein Gesprächsprotokoll dazu an. Anschließend steht das Thema „Mathematische Förderung der Vorschulkinder“ auf dem Programm. Die Erzieherin möchte den Vorschulkindern eine Pause zugestehen, damit sie danach wieder aufnahmebereiter sind. Sie fragt die Kinder, wer von ihnen 15 Minuten im Hof spielen und wer an einer Stilleübung teilnehmen möchte.

Irina und Pedro entscheiden sich für die Stilleübung. Sie legen sich auf den Rücken und falten ihre Hände auf dem Bauch. Mit geschlossenen Augen sollen sie sich auf die Bewegungen ihres Bauches beim Atmen konzentrieren. Anfangs dauert diese Übung 30 Sekunden. Mit steigender Übung kann sie bis zu 3 Minuten ausgedehnt werden. Die Kinder entspannen sich bei dieser Stilleübung.

 

Tipp 2: Schalten Sie Störquellen aus

Bei der Vorschulförderung oder anderen Aufgaben, bei denen sich das Kind konzentrieren muss, sollten Sie zunächst alle möglichen Störquellen ausschalten,
z. B. folgendermaßen:

  •  Schließen Sie die Fenster.
  • Gehen Sie mit einer Kleingruppe von Kindern in einen separaten Raum.
  • Schalten Sie das Telefon aus, oder bitten Sie einen Mitarbeiter, den Telefondienst zu übernehmen.
  • Bitten Sie Ihre Kollegen, sich in dieser Zeit um Eltern zu kümmern.
  •  Bitten Sie die Kinder, nicht durcheinander-, sondern nacheinander zu sprechen.

 

Tipp 3: Pausen verhelfen Kindern zur Konzentrationssteigerung

Überfordern Sie die Kinder nicht. Wenn Sie bemerken, dass die Aufmerksamkeit einzelner Kinder nachlässt, sollten Sie ihnen eine Pause ankündigen.

Allein die Erwartung einer Pause wirkt noch einmal leistungssteigernd. In der Pause bieten Sie den Kindern gegenteilige Betätigungen an, z. B. ein Bewegungsspiel oder eine Stilleübung.

 

Überblick: Möglichkeiten zur Förderung der Konzentration bei Kindern

 

Mehr Konzentration durch …

 

1. Wechsel von Ruhe und Aktivität

  •  Gespräche
  •  Bewegung
  • Freies Spiel
  • Ruhige Buchbetrachtung

 

2. Ausschalten von Störquellen

  •  Bei Beschäftigungen ruhigen Raum nutzen
  • Berieselung durch Musik oder CD-Player abstellen
  • Für Gesprächskultur sorgen: nicht durcheinander-, sondern nacheinander sprechen
  • Rollos herunterlassen

 

3. Pausen und gegenteilige Betätigung

  • Purzelbäume
  • Kopfstand in der Zimmerecke
  • Rennen an der frischen Luft
  • Stilleübungen
  • Lüften
  • Wasser trinken

 

Fazit:  Konzentrationsfähigkeit ist wie ein Scheinwerfer, den ein Kind anknipsen kann und der dorthin strahlt, wo gerade Licht gebraucht wird. Helfen Sie dem Kind, seinen Schalter zu finden.

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Das sagen unsere Leser

Ich bin von „Praxisgestaltung in der Kita“ begeistert. Der Dienst ist für mich eine riesen Arbeitserleichterung.

Frauke Schmidt, Flensburg


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