Glücklichsein macht schlau – In 5 Schritten stärken Sie Lebensfreude und Optimismus


21.12.2017

Niemand wird als Optimist geboren, sondern erst durch Erfahrungen und durch gelungene Beziehungen zum „Glückskind“ – also zu einem Menschen, der trotz Rückschlägen oder Unglück glücklich sein kann. Die Anlagen der Kinder zum Glücklichsein sind bestens. An schöne Erlebnisse erinnern Kinder sich sehr intensiv, schlechte können sie besser vergessen als Erwachsene. Aber gibt es ein „Glücksrezept“ in der Erziehung? Ganz so einfach ist es nicht, dennoch können Sie viel dafür tun, Kinder zu Optimisten zu erziehen.

Und dafür lohnt sich jede Bemühung, denn optimistische Kinder

  • sind gesünder und glücklicher,
  • besitzen eine positive Ausstrahlung, haben mehr Freunde und sind beliebter und
  • lernen leichter, zeigen bessere Leistungen in der Schule und auch später im Beruf.

In folgenden 5 Schritten unterstützen Sie die Kinder dabei, ihre natürlichen Anlagen zum Optimismus voll entfalten zu können.

1. Schritt: Entschlüsseln Sie Gefühle

Je besser die Kinder spüren, was genau in ihnen brodelt, desto besser können sie ihre Gefühle verarbeiten.Dazu sind Gespräche über Gefühle notwendig. Zum einen sollten Sie Ihre eigenen Gefühle immer wieder differenziert benennen, z. B.: „Ich habe mich gefreut, dass ihr so viele Ideen hattet“, oder: „Ich bin enttäuscht, dass es heute wieder zu diesem Streit gekommen ist.“ Zum anderen sollten Sie im Alltag möglichst viele Situationen aufgreifen und benennen, in denen die Gefühle der Kinder deutlich werden: „Ich sehe, wie erleichtert du bist, dass du es endlich geschafft hast!“, oder: „Ich glaube, dass du traurig bist. Willst du darüber sprechen?“

Äußern Sie aber deutlich, dass Sie das entsprechende Gefühl beim Kind nur vermuten. Oder bieten Sie Erklärungen an: „Ich an deiner Stelle wäre jetzt sicher wütend geworden.“ Sie selbst können von außen nicht „festlegen“, wie sich das Kind fühlt. Nur so kann es lernen, seinen eigenen Gefühlen zu trauen.

2. Schritt: Schaffen Sie „Flows“

„Flow“ wird in der Glücksforschung der seelische Zustand von höchster innerer Zufriedenheit genannt. Optimistischen Menschen gelingt es leichter und häufi ger, „Flows“ zu erreichen. Sie können den Kindern dabei helfen, indem Sie sie vor echte Herausforderungen stellen, z. B.:

Sie fordern sie zu einem Wettbewerb heraus, z. B. mit einem beliebten Spiel. Sie stellen sie vor kreative Aufgaben, z. B. den Tisch zu einem bestimmten Motto zu schmücken. Sie fordern zu höheren Leistungen heraus, z. B. indem Sie eine Leiter holen, sodass das Gebäude noch höher gebaut werden kann.

Das stellt natürlich auch Sie vor eine Herausforderung, denn die Aufgaben dürfen das Kind nicht überfordern oder unter Leistungsdruck setzen. Das setzt eine gute Beziehung und aufmerksame Beobachtungen voraus.

3. Schritt: Genießen Sie Ausgelassenheit

Da Schulkinder bereits ein gutes Sprachverständnis besitzen, gibt es nichts Schöneres, als sich sprachlich mit ihnen zu messen. Machen Sie ironische Bemerkungen, spielen Sie mit Sprache, und setzen Sie Wortwitz ein, wo immer Sie ihn entdecken. Schulkinder können in einer geschützten Atmosphäre auch gut über sich selber lachen, ohne sich sofort abgewertet zu fühlen. Schaffen Sie also möglichst viele Momente der Ausgelassenheit. Lachen Sie herzlich – auch über sich selbst. Damit zeigen Sie zudem, dass nicht jedes Missgeschick eine Katastrophe darstellt.

4. Schritt: Erklären Sie die Welt positiv

Ist das Glas für Sie halb voll oder halb leer? Machen Sie sich bewusst, ob Sie eher zu den Optimisten oder Pessimisten gehören. Denn diese Sicht auf die Dinge geben Sie automatisch und möglicherweise auch ungewollt an die Kinder weiter.

Arbeiten Sie also an sich, wenn Sie eher zu den Pessimisten gehören. Suchen Sie beispielsweise in jeder Situation das Positive – auch wenn Sie zunächst darüber nachdenken müssen. Vergleichen Sie sich nicht mit anderen Menschen, die es – wenn auch nur vermeintlich – besser haben als Sie. Ziehen Sie sogenannte Abwärtsvergleiche, also vergleichen Sie sich eher mit Menschen, die es weniger gut haben als Sie. Das fördert nachweislich eine positivere Lebenseinstellung.

Achten Sie auch auf Ihre Sprache. Häufi g sind es nur andere Formulierungen, die die Welt positiv aussehen lassen, z. B.: „Du hast heute richtig viel Zeit bei uns!“, statt: „Heute hast du aber einen langen Tag vor dir!“

5. Tipp: Schaffen Sie Raum zum Träumen und Denken

Tagträumer und Menschen mit Fantasie haben es leichter, optimistisch zu sein. Ihre inneren Bilder helfen ihnen, positiv zu denken. Geben Sie deshalb Raum für eigene und kreative Lösungen der Kinder. Und schenken Sie ihnen Zeit für Träume. Denn im straff organisierten Schultag sind sie nur schwer möglich.

Bedenken Sie folgendes: „Im Zweifelsfall ist die Illusion eines Optimisten gesünder als der Realismus eines Pessimisten!“, meint die Optimismusforscherin Susan Vaughan.

Lernen und vertiefen Sie mit den Kindern gemeinsam, glücklich zu sein, und schenken Sie ihnen Ihr Vorbild einer positiven Lebenseinstellung!

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