„Ich bin ich, und ich habe viele Gefühle!“ – So lernen Kinder in einem Projekt ihre eigenen Gefühle kennen


10.06.2019

Jedes Kind hat sein ganz persönliches Temperament. Kinder müssen erst lernen, ihre eigenen Gefühle bewusst wahrzunehmen und zu verstehen. Dann können sie diese entsprechend regulieren. Hierbei spielen die Eltern und Sie eine wichtige Rolle. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie in einem Projekt den Kindern helfen können, ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen, auszudrücken und zu regulieren.

Einstieg: Welche Gefühle kennen die Kinder?

Um in das Projekt einzusteigen, können Sie gemeinsam mit den Kindern bekannte Gefühle besprechen. Die Kinder steigen so in das Thema ein. Sie erhalten einen Überblick darüber, welche Gefühle den Kindern bekannt sind.

Fragen Sie die Kinder: „Welche Gefühle kennt ihr?“ Die Kinder können auf einem runden Blatt ein Gesicht malen, das diese Gefühle symbolisch darstellt.

Fragen Sie die Kinder beispielsweise: „Wann bist du glücklich? Wann bist du wütend?“ Fragen Sie die Kinder auch: „Wie fühlt es sich an, wenn du glücklich/ wütend/traurig … bist?“ Die Kinder können dieses auch pantomimisch darstellen. Ordnen Sie anschließend mit den Kindern die gemalten Gefühle nach angenehmen und unangenehmen Gefühlen. Vermeiden Sie die Bezeichnung
„schlechte Gefühle“. Gefühle sind nie schlecht, sondern unangenehm.

Angebote und Aktionen zu unterschiedlichen Gefühlen

Im weiteren Projektverlauf können Sie unterschiedliche Gefühle nacheinander durch verschiedene Angebote mit den Kindern erarbeiten. Die Anzahl der Gefühle ist nahezu unendlich. Beginnen
Sie, mit den Kindern über die 4 bekanntesten Gefühle Freude, Wut, Trauer und Angst zu sprechen.

Nehmen Sie sich mehrere Wochen Zeit, um zu jedem Gefühl mehrere Angebote, Gespräche etc. anzubieten. So haben die Kinder genug Zeit sich intensiv mit jedem Gefühl zu befassen. In der Übersicht ganz unten finden Sie Anregungen.

Erstellen Sie ein Buch: „Ich und meine Gefühle“

Wenn Sie, wie zuvor beschrieben, mit den Kindern über die einzelnen Gefühle sprechen, können die Kinder diese bildlich darstellen. Lassen Sie die Kinder malen, was sie wütend/glücklich/…
macht. Das können Gegenstände, Personen und Ereignisse sein. Anschließend malen die Kinder, wie sich ihre Wut, ihre Freude etc. anfühlen. Verwenden Sie für jedes Bild und für jedes Gefühl ein einzelnes Blatt.

Fragen Sie, mit welchen Farben sie Wut, Glück etc. ausdrücken können. Aus den einzelnen Bildern können Sie mit den Kindern ein Buch erstellen. Die einzelnen Bilder lassen sich auch wunderbar in das Portfolio integrieren.

Sprechen Sie über den Umgang mit Gefühlen

In einem nächsten Schritt überlegen Sie mit den Kindern, was sie machen können, wenn sie glücklich, ängstlich,… sind. Hierdurch setzen die Kinder sich eigenständig mit Möglichkeiten auseinander, wie sie gut mit all ihren Gefühlen umgehen.

Dazu eignet sich auch das Lied: „Wenn ich glücklich bin, dann …“ Erweitern Sie mit den Kindern das bekannte Lied um weitere Gefühle, wie beispielsweise: „Wenn ich wütend bin, dann stampfe ich mit den Fuß, wenn ich ängstlich bin, dann …“

Stellen Sie die Gefühle musikalisch dar

Nachdem Sie mit den Kindern die unterschiedlichen Gefühlslagen erarbeitet haben, bietet es sich an, diese musikalisch auszuleben. Sprechen Sie hierzu mit den Kindern, mit welchem Instrument
sie ein Gefühl am besten wiedergeben können. Lassen Sie die Kinder einzelne Orff-Instrumente und auch ihren eigenen Körper austesten.

Freude kann z. B. durch ein Glockenspiel ausgedrückt werden, Zittern vor Angst durch eine Rassel. Sprechen Sie mit den Kindern darüber, warum sie das gewählte Instrument als passend empfinden. Regen Sie die Kinder an, sich entsprechend dem Gefühl zu bewegen. Mit diesem Projekt helfen Sie den Kindern, ihre Gefühle zu benennen. Sie ermöglichen eine intensive Auseinandersetzung mit Gefühlen.

Die Kinder sollen auch lernen, Mitgefühl zu entwickeln. Das geht nur, wenn sie auch ihre eigenen Gefühle kennen.

Angebote, wie die Kinder ihre Gefühle erleben und ausdrücken können





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GefühleAngebote
Freude- Verschiedene Arten von Lachen ausprobieren, z.B. laut, herzlich lachen, kichern, glucksen, leise und laut lachen, jubeln, gackern, quieken.
- Die oben genannten Lacher auf Video aufzeichnen und gemeinsam anhören.
Wut- Wutbälle basteln (mit Sand gefüllte Luftballons). Diese dürfen die Kinder knautschen, wenn sie wütend sind.
- Wutkissen gestalten, in die die Kinder boxen dürfen, wenn sie wütend sind.
Trauer- Basteln Sie mi den Kindern Sorgenpüppchen. Einfache Anleitungen finden Sie im Internet. Die Kinder können den Puppen ihre Sorgen erzählen und so ihre Traurigkeit vergessen.
- Spiel: "Ich bin traurig, wenn...". Hierzu sitzen die Kinder im Kreis. Ein Kind rollt einen Ball zu einem anderen Kind. Dabei sagt es: "Ich bin traurig, wenn...". Danach wird der Ball zu einem anderen Kind gerollt.
Angst- Glitzer-Zaubersteine basteln, die Angst nehmen.
- Erfinden Sie mit den Kindern Mutmach-Sprüche. Beispielsweise: "Ich werde mutig, wenn ich an das Ziel denke.". Oder "Ich werde mutig, wenn ich mich ganz groß aufrichte.".

Was ist für Kinder das Hoch aller Gefühle?

Ganz klar: Am Geburtstag erleben Kinder förmlich ein Hoch ihrer Gefühle! So gestalten Sie für das Geburtstagskind ganz einfach einen funkelnden Sternenregen.


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