Das pädagogische Konzept nach Maria Montessori


30.10.2013

Waldorf, Montessori, Reggio: Welches ist der richtige Weg, mit dem Sie in Ihrer Kindertageseinrichtung Erziehung und Bildung vermitteln sollten? Der kurze Überblick über reformpädagogische Richtungen soll Ihnen helfen, Ihr pädagogisches Handeln zu überprüfen und Ihre Konzeption eventuell um lohnende reformorientierte Aspekte zu ergänzen.

Maria Montessori forderte, die Haltung zum Kind zu überdenken: Sie sieht Geduld, Achtung und Demut dem Kind gegenüber als höchste pädagogische Priorität. In der Montessori-Pädagogik kommt es hauptsächlich auf 4 Aspekte an:

 

Nach der Montessori-Pädagogik vermittelt vorbereitete Umgebung Kindern Orientierung

Montessori-Pädagogik geht davon aus, dass Kinder Ordnung brauchen, weil diese ihnen hilft, sich zu orientieren, Sicherheit und Vertrauen aufzubauen, Werte zu entwickeln und sich frei zu entfalten.

Dieses Ordnungsprinzip aus der Montessori-Pädagogik können Sie z. B. so in Ihr Konzept integrieren:

  • Sie legen für alle Materialien und Möbel einen bestimmten Platz fest.
  • Die Kinder räumen das Material selbstständig immer wieder an diese festgelegten Plätze zurück.
  • Sie gestalten die Räume für die Kinderüberschaubar und vielseitig.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Raumeinteilung konstant bleibt und dass die Kinder alle Spiel- und Übungsmaterialien selbst erreichen können.

 

Nach Maria Montessori begreift das Kind durch Entwicklungsmaterialien die Welt

Mit Hilfe des so genannten „Montessori-Materials“, eines Spiel- und Lernmaterials, das auf den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik beruht, soll das Kind eigene Denk- und Ordnungsstrukturen aufbauen. Zum Montessori-Material gehören beispielsweise Farbtafeln in unterschiedlichsten Nuancen, die das Kind nach dem Farbenkreis ordnet, oder Bausteine, die exakt nach vom größten zum kleinsten hin aufgebaut werden.

Die Kinder begreifen die Welt, indem sie selbsttätig mit dem Material umgehen, in das eine Fehlerkontrolle eingebaut ist, so dass das Kind selbst überprüfen kann, ob es alles richtig gemacht hat. Montessori-Material gibt es in verschiedenen Schwierigkeitsstufen.

 

Montessori-Pädagogik fördert durch freie Wahl die Entwicklung

Das Kind handelt nach Ansicht von Maria Montessori nach einem so genannten „inneren Bauplan“. In sensiblen Perioden geht das Kind ganz individuell seinen Interessen nach und treibt seine eigene Entwicklung dadurch beständig selbst voran.

Unterstützen Sie das Prinzip der freien Wahl aus der Montessori-Pädagogik:

  • Lassen Sie das Kind entscheiden, womit es sich beschäftigt.
  • Räumen Sie dem Kind auch ein, dass es selbst entscheidet, wie lange es sich mit einem Material beschäftigen möchte, selbst wenn es sich tagelang mit demselben Spielmaterial auseinander setzt.

 

 

Erzieherin dient in Montessori-Pädagogik dem Kind als Vorbild

Die Montessori-Pädagogik spricht jedem Kind eine gegebene innere Weisheit zu und definiert Lernverhalten folgendermaßen: In jedem Kind stecken ein großer Lernwille und Lernfreude. Kinder orientieren sich an der Erwachsenenwelt, und sie wollen lernen, was darin erforderlich ist. Worte und Belehrungen nutzen den Kindern beim Lernen nur wenig, viel nützlicher sind Vorbilder und eigenes Erleben.

So stützen Sie das Kind durch Ihre eigene Haltung:

  • Sie sind Vorbild und setzen Vertrauen in das Kind, damit es sich auch selbst etwas zutrauen kann.
  • Sie zeigen den Kindern, dass sie Probleme durch Versuch und Irrtum lösen können, und räumen ihnen viele Möglichkeiten des Ausprobierens ein; die Kinder dürfen dabei Fehler machen, weil sie aus den eigenen Fehlern lernen.
  • Sie drängen die Kinder nicht zum Lernen, sondern Sie beobachten die Kinder, wecken ihr Interesse und ermutigen sie.

Überprüfen Sie Ihr pädagogisches Konzept dahingehend, ob Sie Elemente der Montessori-Pädagogik integrieren können. Besonderes der Bildungs- und Lernbereich der Kindertageseinrichtungen eignet sich sehr dazu. Hospitieren Sie z. B. in einer Kindertagesstätte, die nach der Montessori-Pädagogik arbeitet.

In einer Konzeptionssitzung können Sie anschließend gemeinsam mit Ihrem Team diejenigen Aspekte diskutieren, die Sie probeweise aus der Montessori-Pädagogik übernehmen möchten. Räumen Sie sich dazu eine gemeinsame Probezeit ein, die beispielsweise 3 Monate betragen könnte. Entscheiden Sie anschließend gemeinsam, ob Sie die ausprobierten Elemente dauerhaft in Ihrer Einrichtung übernehmen möchten.


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