Schluss mit unruhigen Raumfarben: Sorgen Sie für eine positive Wirkung!


30.10.2017

Dass Farben die Stimmung beeinflussen, ist seit Langem bekannt. Die farbliche Gestaltung in Ihrer Kita hat einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Kinder und auch auf das Ihre als Mitarbeiterin. Durch Farben können Sie eine Wohlfühlatmosphäre schaffen und die kindliche Entwicklung positiv beeinflussen.

Wie Sie die Räume farblich gestalten, in denen sich Kinder und auch Sie als Erwachsene wohlfühlen, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Das müssen Sie beachten

Die Gestaltung der Räume ist abhängig von der Nutzergruppe. Obwohl Kita-Räume in 1. Linie für die Kinder gestaltet werden, ist die Nutzergruppe doch recht heterogen.

  • Es gibt die Kinder in unterschiedlichen Altersklassen und mit unterschiedlichsten Bedürfnissen.
  • Auch die Gruppe der pädagogischen Mitarbeiterinnen ist nicht komplett homogen.
  • Dann arbeiten oftmals noch Küchen- und Reinigungskräfte in der Kita.
  • Auch die Eltern nutzen die Räume.

Die Wirkung von Farben hängt auch von unserer Prägung ab, die sich aus der Herkunft, dem Geschlecht und dem Alter ergibt. Sie verläuft unbewusst, hat aber einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Nutzer. Für Räume wie Ihre Kita-Räume, die von mehreren Menschen genutzt werden, ist die Nutzung des Raumes ausschlaggebend für die Farbwahl. Generell sollten Sie darauf achten, dass die Farben möglichst natürlich sind.

 

Naturtöne werden als angenehm empfunden

Untersuchungen haben ergeben, dass natürliche oder der Natur angelehnte Farben grundsätzlich als positiver empfunden werden. Farben aus der Natur geben Räumen eine natürliche Wärme, eine entspannte Ausstrahlung, sie sorgen für Geborgenheit und ein Strahlen. Diese Farben oder Farbnuancen sollten Sie in der Kita verwenden:

  • Braun- und Beigetöne wie: Holzfarben, Sahara, Lehmfarben, Erdfarben, Ocker, Siena, Umbra Elfenbeinfarbe, Taupe, Cremefarbe, Sandfarbe
  • Grautöne wie: Hellgelbgrau, Graubraun, Braungrüngrau
  • Grüntöne wie: Olivgrün, Tannengrün, Schilfgrün, Gelbgrün
  • Ziegelrot

Die Farbkontraste hängen von der Raumnutzung ab

Nicht nur die gewählten Farben haben einen Einfluss auf unser Wohlbefinden, sondern auch die Intensität der Farben und die Farbkontraste. Die Übersicht hilft Ihnen für jeden Raum, die beste Farbintensität und den optimalen Kontrast zu finden.

Optimale Farbkontraste und Farbintensität:

Gewöhnliche Aufenthaltsdauer: Kurz
Raum: Flur, Bad, WC
Farbkontrast: Kontrastreiche und intensive Farben: wie z. B. Taupe oder Olivgrün im Kontrast mit Creme.

Gewöhnliche Aufenthaltsdauer: Mittel
Raum: Turnraum, Nebenraum, Schlafraum
Farbkontrast: Etwas kontrastreich und mit mittlerer Farbintensität wie z. B. Beige im Kontrast mit Lehmfarben

Gewöhnliche Aufenthaltsdauer: Lang
Raum: Gruppenraum
Farbkontrast: Sanfte Farbtöne mit wenigen Kontrasten wie z. B. Eierschalenfarbe in Kontrast mit Ocker.

Die Farbgebung bezieht sich auch auf die Einrichtung

Die Farbgebung bezieht sich nicht nur auf den Anstrich, sondern auch auf die Möbelauswahl, die Farbe der Vorhänge, der Kissen, der Bilder etc. Wichtig ist, dass Sie auf ein harmonisches Gesamtkonzept achten. Die Räume sollen beruhigend, angenehm und entspannend wirken und nicht durch einen farblichen Mix Unruhe erzeugen. Spielmaterial und Ausstattungen für Kitas sind oftmals sehr bunt gestaltet. Trauen Sie sich, von solche einen Farbmix abzuweichen. Immer wenn Sie neue Einrichtungsgegenstände anschaffen, achten Sie nicht nur auf die Funktionalität und den Nutzen, sondern auch auf eine angenehme Farbharmonie mit den bestehenden Stücken.

So gestalten Sie einen Raum mit wenigen Handgriffen um

Gerade in Räumen für Kinder werden oftmals viele bunte und kräftige Farben eingesetzt. Zu den weißen Wänden entsteht ein starker Kontrast.

Ein starker Farbkontrast wirkt meist bunt, laut und kraftvoll. Dieses ist sicherlich ein Effekt, den Sie nicht unbedingt auf die Kinder übertragen möchten. Betrachten Sie Ihren Gruppenraum unter den vorangehend beschriebenen Kriterien: Kontrast, Farbintensität und verwendeter Farbton.

Welche Gegenstände (Spielmaterial, Bilder, Vorhänge, Teppiche) wirken unruhig auf Sie? Alles, was Sie direkt entfernen und austauschen können, z. B. Bilder, entfernen Sie gleich.

Alle anderen Gegenstände sollten Sie nach und nach austauschen. Immer wenn Sie etwas Neues anschaffen, achten Sie auch auf die farbliche Wirkung und den Kontrast zu den bereits vorhandenen Farben.

Tipp: Am besten betrachten Sie die Wirkung der Räume nach einem Wochenende oder nach den Ferien. Dann ist der Gewöhnungseffekt nicht so groß und der Raum wirkt intensiver auf Sie.


Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Machen Sie Ihr Konzept und Ihre Erziehungshaltung transparent

30. Oktober 2013

„Was machen die Mitarbeiterinnen in der Kita eigentlich und warum?“ – Vielleicht fragen sich das auch die Eltern Ihrer Kita-Kinder gelegentlich. Eine schnelle und klare Antwort auf die Frage nach Ihrer...

Mehr erfahren

Gruselig-leckere Speisen für Halloween

25. September 2017

„Süßes, sonst gibt‘s Saures“ ist der Halloween-Spruch, mit dem Kinder nach Süßem fragen. Wie wäre es, wenn Sie gemeinsam gruselig leckere Speisen für Halloween zubereiten? Das macht Spaß, schmeckt lecker und geht ganz...

Mit diesen Rezepten gelingen gruselig-leckere Speisen für Ihre Halloween-Feier.

So handeln Sie direkt, wenn Kinder ausgegrenzt werden

12. Oktober 2017

Als Mareike in den Kindergarten kommt, entdeckt sie ein neues Mädchen. Es heißt Tina und steht neben der Erzieherin Beate. Irgendwie sieht das Mädchen anders aus. Mareike guckt es neugierig an. Dann fällt ihr auf, dass es eine...

Mit diesen Praxistipps verhindern Sie präventiv Ausgrenzung.



© 2017 PRO Verlag, Bonn