Glückliche Kinder sind starke Kinder – 5 Tipps für mehr Freude und Optimismus in Ihrer Kita


04.03.2015

„Die Natur schützt die Kinder, indem sie ihnen ein verschwenderisches Maß an Hoffnung mitgibt.“ Das sagt der amerikanische Psychologe Martin Seligman. Die Kinder erinnern sich an schöne Erlebnisse sehr intensiv, es gelingt ihnen viel schneller als Erwachsenen, schlechte zu vergessen. Kennen Sie das aus begeisterten Erzählungen der Kinder?

1. Tipp: Entschlüsseln Sie Gefühle

Lena kann ihre Gefühle einordnen und verstehen. Sie weiß z. B., wo sie sich Trost holen kann, wenn sie traurig ist. Dadurch ist sie negativen Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert. Sie weiß, wie sie diese überwinden kann.

In dieser Fähigkeit können Sie die Kinder unterstützen, indem Sie so oft wie möglich über Gefühle sprechen und diese für die Kinder ausdrücken. Das können zum einen Ihre eigenen Gefühle sein, die Sie benennen und ausdrücken, z. B.: „Ich freue mich, dass ihr so lange miteinander gespielt habt.“ Oder: „Ich bin traurig, dass du Simon absichtlich verletzt hast.“

Zum anderen spiegeln Sie immer wieder die Gefühle der Kinder: „Jetzt hast du Grund zur Freude. Du hast es endlich geschafft, dass die Brücke nicht einstürzt.“ Oder: „Ich kann mir vorstellen, dass du traurig bist, wenn Kim dich nicht mitspielen lässt.“

Erst wenn die Kinder ihr Empfinden entschlüsseln können, werden sie Freude und Glück intensiver erleben und sich auch aus negativen Gefühlen zu befreien lernen.

2. Tipp: Erklären Sie den Alltag positiv

Dasselbe Glas kann halb leer oder halb voll sein. Wie sehen Sie dieses Glas? Ihre Weltsicht ist für die Kinder Vorbild. Achten Sie also darauf, eine möglichst positive Sicht und Art bei den Kindern weiterzugeben.

Praxistipp:

Sind Sie ein eher pessimistischer Mensch? Dann ziehen Sie öfter sogenannte Abwärtsvergleiche. Vergleichen Sie sich also nicht mit Menschen, die es vermeintlich besser, sondern weniger gut haben als Sie. Das fördert nachweislich eine optimistischere Lebenseinstellung.

Achten Sie vor allem auf Ihre Sprache, z. B.:

  • „Du hast heute aber viel Zeit zum Spielen!“ statt: „Deine Mama kommt aber spät heute!“
  • „Das machst du schon viel besser als das letzte Mal!“ statt: „Da musst du noch viel üben!“

Ist das Kind frustriert, machen Sie ihm seine Teilerfolge deutlich: „Dein Turm ist heute schon höher als gestern!“

3. Tipp: Schaffen Sie „Flows“

„Flows“ wird in der Glücksforschung der seelische Zustand von höchster innerer Zufriedenheit genannt. Positiven Menschen gelingt es leichter und auch häufiger, solche „Flows“ zu erreichen. Verhelfen Sie den Kindern zu „Flows“, indem Sie sie vor echte Herausforderungen stellen, wie z. B.:

  • Sie geben dem Kind eine kreative Aufgabe, z. B. die Tischdekoration zu entwerfen.
  • Sie fordern Kinder zu einem Wettbewerb, z. B. mit ihrem Lieblingsspiel.
  • Sie fordern höhere Leistungen heraus, z. B. mit den geliehenen Legosteinen der Nachbargruppe, mit denen die Burg noch größer werden kann.

Doch das ist auch immer wieder eine Herausforderung für Sie selbst. Die Aufgaben dürfen weder zu leicht noch zu schwer sein, um das Kind weder zu langweilen noch zu frustrieren. Mit einer guten Beziehung zum Kind und einer genauen Beobachtung seiner Fähigkeiten werden Sie die Herausforderung meistern.

4. Tipp: Nutzen Sie Gelegenheiten zum Fröhlich sein

Wie schön ist es, gemeinsam mit den Kindern zu lachen und ausgelassen zu sein! Nehmen Sie möglichst viel mit Humor, auch sich selbst. Und ein Missgeschick durch die Spaßbrille zu sehen tut auch Ihnen gut.

Musik ist ebenfalls ein „Gute-Laune-Macher“. Singen und hören Sie möglichst oft Musik mit den Kindern, auch mal einfach nach Lust und Laune. Oder erfinden Sie spontan eigene Strophen zu bekannten Liedern. Egal, in welcher Form – Musik hebt die Stimmung und ist Balsam für die Seele.

5. Tipp: Inspirieren Sie zum Träumen und Denken

Kinder mit Fantasie haben es leichter. Ihre inneren Bilder helfen ihnen dabei, dem Alltag zu entfliehen und positiv zu denken. Geben Sie den Kindern deshalb immer wieder Raum – und Zeit! – für eigene Lösungen.

Schenken Sie den Kindern Raum für Träume. Lassen Sie sich Fantasien und Träume erzählen oder diese aufmalen. Beginnen Sie spontan „verrückte Geschichten“, z. B.: „Stell dir vor, du wärst dieser Gummibär. Was würdest du tun?“ Die Optimismusforscherin Susan Vaughan meint dazu: „Im Zweifelsfall ist die Illusion eines Optimisten gesünder als der Realismus des Pessimisten.“

Optimismus und Glück werden mehr, wenn Sie sie teilen. Tun Sie das möglichst oft mit den Kindern. Etwas Besseres als Lebensfreude und Fröhlichkeit können Sie ihnen gar nicht mitgeben!


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