Ab in die Kissen! So fördern Sie Kleinkinder mit einer selbst genähten Kissenlandschaft


21.01.2018

Im stressigen Alltag mit den Kleinkindern sollte der Raum, in dem die Kinder spielen, so gestaltet sein, dass er den kindlichen Bedürfnissen entgegenkommt. Profitieren Sie von einer Raumgestaltung, die ihren Bedürfnissen entspricht. Je mehr Körpererfahrungen Sie den Kindern über Ihre Raumgestaltung ermöglichen, umso positiver wirkt sich dies auf ihre Entwicklung aus. Da Sie im Alltag oft nicht viel Zeit für Vorbereitungen haben, benötigen Sie vor allem Materialien, die Sie vielseitig und schnell einsetzen können. Eine Kissenlandschaft kann all diese Anforderungen als Teil Ihres Raumkonzeptes erfüllen.

So stellen Sie die Kissen her

Als Erstes benötigen Sie Stoffbahnen, die Sie mit der Motivseite nach unten auf einem Tisch ausbreiten. Sehr große Stoffe breiten Sie auf dem Boden aus. Darauf zeichnen Sie die Kissenformen (siehe Beispiele weiter unten) mit einem Stoffmaler auf, schneiden den Stoff zurecht und nähen diesen mit dem angepassten Unter- oder Oberteil des Stoffes zusammen. Hierzu müssen Sie die jeweils notwendigen Nähränder einrechnen.

Nähen Sie die Bezüge für jede Form doppelt. So können Sie verschmutzte Bezüge jederzeit waschen, und die Kinder können trotzdem mit dem 2. Kissenbezug weiterspielen. Das Öffnen der Bezüge (z. B. Knöpfe oder Reißverschlüsse) können die Kinder mit etwas Übung übernehmen. Damit fördern Sie gleichzeitig ihre Feinmotorik.

Tipp für Ihre Praxis: Rufen Sie eine „Kissenwerkstatt“ ins Leben und lassen Sie die Kissen von den Eltern nähen. Es spart Zeit, Kraft und auch Ihr Budget, wenn ein solches Nähteam Ihre Kissen produziert und dabei gleichzeitig kostenlose Stoffreste verwendet. Nähen ist zurzeit wieder sehr angesagt, daher gibt es sicher Mütter und vielleicht sogar Väter, die großen Spaß daran haben. Ganz nebenbei können Sie darüber auch den Kontakt zu den Eltern intensivieren.

Folgende Kissenformen haben sich für Kleinkinder bewährt

Runde Kissen bis zu einem Durchmesser von maximal 2 m bieten den Kindern viele Spielmöglichkeiten (siehe Tabelle). Ebenso organische Formen oder quadratische, rechteckige, dreieckige, halbrunde oder gezackte Formen (beispielsweise ein Stern). Mit Kuben, Trapezen, Röhren und langen Stoffschlangen lässt sich wunderbar bauen und kuscheln. Auch Körperformen wie Hände und Füße oder Tiermotive sind bei Kleinkindern beliebt. Besonders viel Freude macht es den Kindern, wenn sie beispielsweise eine große Kissen-Hand als Sofa benutzen können.

Diese Stoffe und Muster sind besonders geeignet

Die Kissenbezüge können aus unterschiedlichsten Stoffen bestehen. Wichtig ist, dass sie möglichst strapazierfähig, aber auch weich sind. Geeignet sind beispielsweise: Kord, Kunstfell, Samt, Leinen und Teddybärstoff. Die Wahl der Stofffarbe und der Muster ist frei. Schön ist es, wenn die verschiedenen Stoffe miteinander harmonieren, denn dies hat eine beruhigende Wirkung auf die Kindergruppe.

Damit füllen Sie die Kissen

Damit die Kissen auch von innen besonders weich sind, stopfen Sie sie mit weichen Materialien wie beispielsweise: kleine Schaumstoffelemente, Heu, Federn, Kerne u. Ä. aus.

Achtung! Wählen Sie nur solche Füllmaterialien, gegen die kein Kind allergisch ist. Wenn Sie Kerne als Füllmaterial nehmen, müssen Sie sicherstellen, dass keine Kerne durch Löcher oder den Reißverschluss herausfallen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Kleinkinder Kerne in den Mund oder die Nase stecken.

Pflegen Sie die Kissen

Damit Sie lange Freude an Ihren selbst genähten Kissen haben, sind die richtige Pflege und ein sorgsamer Umgang notwendig. Die Kissenbezüge sollten bei Bedarf sofort und darüber hinaus regelmäßig bei 60 °C gewaschen werden können. Auch regelmäßiges Lüften trägt zu einer guten Hygiene bei.

Tipp für Ihre Praxis: Erstellen Sie gemeinsam mit Ihren Kolleginnen einen „Pflege- und Wartungsplan“ für die Kissen, der diese Aufgabe auf alle Teammitglieder im Wechsel verteilt. So haben Sie im Krippenalltag lange Zeit Freude an diesem nützlichen Instrument.

So setzen Sie die Kissen im Alltag ein

Die Kissen können Sie (außer im Waschraum) in jedem Raum Ihrer Krippe einsetzen. Bestücken Sie beispielsweise eine Raumecke im Gruppenraum zum Toben oder zum Kuscheln mit Kissen. Im Bewegungsraum nutzen die Kinder die Kissenelemente zum Bauen und/oder als Teil einer Bewegungslandschaft. Kleine Kissen können Sie für einen Sitzkreis als Sitzkissen nutzen. Sicher fallen Ihnen noch zahlreiche andere Möglichkeiten ein.

Mit diesen Materialien ergänzen Sie das Spiel mit den Kissen sinnvoll

Wenn die Kleinkinder vertraut im Umgang mit den Kissen sind, bieten Sie ihnen weitere Materialien an, z. B. Decken zum Höhlenbauen und Matratzen zum Hüpfen. Styropor und Schaumstoffquader können Sie ebenfalls mit Stoff beziehen. Die Kinder können sie zum Bauen mit den Kissen miteinbeziehen.

Für Entspannung sorgen Sie, wenn Sie zusätzlich Alltagsmaterialien, wie Pinsel, Bürsten und Schwämme als Massageinstrumente in einer „Ruhe- oder Entspannungskissenecke“ anbieten.

Mein Fazit

Jedes Kind kann in der Kissenlandschaft individuelle Herausforderungen suchen und sich als besonders selbstwirksam erleben. Da alles gut gepolstert ist, ist das Spielen und Toben mit den Kissen völlig ungefährlich und die Kinder trauen sich mehr zu. Das Spielen und Toben mit den Kissenobjekten intensiviert und stärkt Ihre Beziehung zu den Kindern – über einen vor allem körperlich orientierten Dialog. Wenn die Eltern und Sie die Kissen gemeinsam herstellen und pflegen, wirkt sich dies auch positiv auf Ihre Beziehung zu den Eltern aus. Denn die gemeinsame Aktion fördert den Zusammenhalt und das Verständnis.


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