Im Zirkus ist was los! – So gelingt Ihr Zirkusprojekt in der Krippe


29.09.2017

Projektarbeit mit Kindern im 2. und 3. Lebensjahr kann lehrreich sein und sogar Spaß machen. Kleinkinder haben einen enormen Wissensdurst. Zwar können Sie sich noch nicht lange auf eine Tätigkeit konzentrieren, sondern wechseln oft noch sprunghaft zwischen verschiedenen Dingen.

Doch mit Ihrer Unterstützung wird es den Kindern gelingen, sich auch länger einem Thema zu widmen. Anders als bei Projekten mit älteren Kindern sind Sie hierbei vor allem als Planerin und Begleiterin gefordert. Erfahren Sie am Beispiel eines Zirkusprojektes, wie Sie die Projektarbeit mit Kleinkindern umsetzen können.

So finden Sie das richtige Thema für Ihre Projektarbeit

Suchen Sie einen Ausgangs- bzw. Themenschwerpunkt, den Sie und Ihre Kollegin bei Ihrer Kindergruppe gerade beobachten. Achten Sie genau auf die Gestik, Mimik und die sprachlichen Äußerungen der Kleinkinder, um diese möglichst gut zu interpretieren. Wählen Sie ein bestimmtes Thema, mit dem sich viele Kleinkinder Ihrer Gruppe beschäftigen. Dann entwickeln Sie Angebote, mit denen Sie die Thematik aufgreifen können.

Praxisbeispiel

Max ist 2 1⁄2 Jahre alt und erzählt in der Krippe davon, wie toll sein Zirkusbesuch mit den Großeltern war. Am besten gefallen haben ihm die Löwen und die Pferde. Seine Freundin Lisa und er krabbeln als Löwen und Pferde durch den Raum. Das steckt auch die anderen Kinder an. Sogar die Jüngeren laufend fauchend und wiehernd umher.

Sie als Erzieherin beobachten diese Spiele schon seit mehreren Tagen. In Ihrer Turnstunde gehen Sie auf die Kinder ein und lassen sie als Löwen durch Turnreifen klettern. Für die jüngeren Kinder stellen Sie ein Schaukelpferd als Zirkuspferd im Gruppenraum auf – und schon sind Sie mitten in der Projektarbeit zum Thema „Zirkus“.

Achten Sie auf eine emotionale Beteiligung der Kinder

Wählen Sie ein Projekt, mit dem Sie die Neugierde, Experimentierfreude und natürliche Wissbegierde der Kinder aufgreifen. Nur wenn die Kinder emotional beteiligt sind, können sie die Aktionen auch verstehen. Das Thema Zirkus eignet sich erfahrungsgemäß sehr gut dafür.

Gestalten Sie das Projekt möglichst sinnlich

Damit die Kleinkinder die Inhalte der Projekteinheiten begreifen können, ist es wichtig, dass Sie die Angebote möglichst sinnlich gestalten. Wenn Kleinkinder Dinge ausgiebig anfassen, riechen, schmecken, hören und beobachten dürfen, sind sie neugierig und besonders aufmerksam.

Tipp: Arbeiten Sie mit den Kindern in Kleingruppen, denn auch Kleinkinder haben das Bedürfnis, sich über die jeweiligen Themen und ihre Gefühle mit Kindern und Erwachsenen auszutauschen. In der Kleingruppe gelingt dies besonders gut. Auf diese Weise fördern Sie auch die Interaktion zwischen den Kindern selbst.

Nutzen Sie unterschiedliche Räume

Bieten Sie den Kindern möglichst viele Alternativen, Dinge zu erkunden und auszuprobieren. Deshalb sollten Sie einen großen Raum zur Verfügung stellen. Am besten ist es, wenn sich das Projekt über alle Räume Ihrer Einrichtung erstreckt. Angebote, bei denen sich die Kinder viel bewegen können, sollten beispielsweise im Bewegungsraum oder im Garten stattfinden.

Bieten Sie den Kindern unterschiedliche Materialien und Werkzeuge

Unbekannte bzw. neue oder ungewöhnliche Materialien und Werkzeugen üben auf Kleinkinder einen besonders großen Reiz aus. Die Kleinkinder prägen sich ihre Erfahrungen beim Hantieren mit verschiedenartigen Stoffen und Materialien sehr gut ein.

Dokumentieren Sie den Projektverlauf
Legen Sie einen Ordner mit Klarsichtfolien an. Dort können Sie die selbstgestalteten Bilder und vor allem Fotos der einzelnen Angebote dokumentieren. Die Dokumentation hilft Ihnen dabei, den weiteren Projektverlauf zu planen, da Sie anhand der Fotos noch besser wahrnehmen können, was den Kindern gefällt und was nicht.

Fazit

Für einen gelungenen Projektverlauf ist es wichtig, dass Sie für Neues offen sind und die sich wandelnden Bedürfnisse der Kleinkinder immer wieder neu wahrnehmen und gekonnt aufgreifen.

 

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