Endspurt Schuljahr – 4 Lerntricks für Ihre Schulkinder


11.05.2018

Endspurt heißt, kurz vor dem Ziel noch einmal alle Kräfte aufzubieten, um die eigene Leistung zur Höchstleistung zu steigern. Was im Sport ganz plausibel klingt, wird die Kinder für das Lernen jedoch nicht automatisch begeistern. Mit den folgenden 4 Lerntricks vermitteln Sie den Kindern erfrischende Impulse und packen sie bei ihrer Lust, Neues auszuprobieren. Da wird der Erfolg im Ziel sicher nicht lange auf sich warten lassen!

1. Trick: Effektiv lernen – nicht nur während der Lernzeit

Das Gehirn macht noch lange nicht Feierabend, wenn die Schulkinder ihre Schulbücher zuklappen! Holen Sie das Lernen mitten in den Alltag. Besonders geeignet ist diese effektive Lernmethode für Vokabeln. Die Kinder schreiben oder tippen ihre aktuelle Englischvokabelliste auf kleine Kärtchen. Da Sie überwiegend Grundschulkinder betreuen, umfassen die Lernthemen im Englischunterricht Alltagsthemen wie die Farben, Gegenstände wie Kleidung oder Schulmaterial.

Dann gehen Sie mit den Kindern durch Ihre Räumlichkeiten und versuchen, so viele Kärtchen wie möglich passend unterzubringen, indem Sie diese mit Klebefilm anheften, z. B.

  • die Farben an entsprechend farbige Gegenstände
  • Alltagsgegenstände wie Tisch, Gabel, Messer, Regal usw. direkt an den betreffenden Gegenstand
  • Wetterbeschreibungen an die Fensterscheibe
  • Wochentage, Monate und Jahreszeiten rund um den Kalender

So begegnen den Kindern die englischen Worte immer wieder im Alltag, verbunden mit einem realen Gegenstand als Gedankenstütze. Und der überraschende Nebeneffekt: Kinder, die das entsprechende Themenfeld im Unterricht noch gar nicht behandelt haben, lernen schon motiviert mit!

Das funktioniert auch mit 1×1-Aufgaben: Befestigen Sie verschiedene Aufgaben an allen möglichen Gegenständen, z. B. Lichtschalter, CD-Player, Spieleregal, Sofa, Gruppentür usw. Die Aufmerksamkeit der Kinder ist geweckt und schon geht das Rechnen los.

2. Trick: Partner fürs Lernen gesucht!

Sie kennen das sicher auch: Die Kinder starren mit leeren Augen auf ihren Lerntext, und wenn Sie sie anschließend abfragen, haben sie nur einen kleinen Bruchteil dessen behalten. Gerade Grundschulkindern fällt es noch schwer, Inhalte über das selbstständige Lesen aufzunehmen und im Gedächtnis zu behalten.

Suchen Sie deshalb Lernpartner für die Kinder. Zunächst lesen sie sich den Text abschnittweise abwechselnd vor. Dann stellen sie sich Fragen zum Text oder erzählen dem Partner, was sie vom Lerninhalt schon behalten haben. Und während sie Fragen stellen, machen sie sich Gedanken, was im Text wichtig ist.

Praxis-Tipp: Damit sich die beiden nicht verquatschen, sondern tatsächlich lernen, sollten Sie ihnen konkrete Aufgaben stellen und anschießend den Lerninhalt selbst noch einmal abfragen.

3. Trick: 7 auf einen Streich

Schon das tapfere Schneiderlein wusste, dass nur „7 auf einen Streich“ möglich sind. Das gilt nicht nur für das Fliegenfangen, sondern auch für das Lernen: Nur 7 neue Informationen kann das Ultrakurzzeitgedächtnis, sozusagen der Vorraum für das Kurzzeitgedächtnis, auf einmal speichern. In der Regel geben Lehrer aber mehr Lernstoff auf.

Teilen Sie deshalb Vokabeln oder andere Lerninhalte in 7er-Blöcke. Diese werden gelernt, dann arbeitet das Kind 20 Minuten an einer anderen Aufgabe, z. B. Mathe. In dieser Zeit wandern die 7 Lerninhalte weiter in das Kurzzeitgedächtnis. Anschließend kommt der nächste Block dran.

4. Trick: Lernen im Schlaf

Lernen im Schlaf klingt herrlich! Und der Schlaf hat tatsächlich Auswirkungen, wie tief wir Lerninhalte speichern. Denn im Schlaf werden Informationen verarbeitet und strukturiert. Nach dem Aufstehen werden dann Zusammenhänge klar, Ideen und „Aha-Effekte“ kommen auf. Jan Born, Neurowissenschaftler an der Universität Tübingen, empfiehlt deshalb, vor dem Schlafengehen Lerninhalte durchzulesen und direkt nach dem Aufstehen noch einmal zu wiederholen.

Machen Sie die Schulkinder neugierig auf diese Lernmethode im Schlaf! Wenn es dann im Heimat- und Sachunterricht, in Geschichte oder Erdkunde Lernstoff gibt, laden Sie die Kinder ein, dies auszuprobieren.

Dazu schreiben die Kinder zunächst einen „Spickzettel“, auf dem sie das Wichtigste des Lernstoffes – evtl. mit Ihrer Hilfe – zusammenfassen. Dieser Zettel geht mit nach Hause und mit ins Bett. Bevor die Kinder dann das Licht ausknipsen, lesen sie diesen noch einmal (!) durch – und bevor sie aufstehen, ebenfalls.

Praxis-Tipp: Informieren Sie die Eltern über diese vermutlich noch ungewöhnliche Lernmethode, damit keine Irritationen entstehen.

Mit diesen unkomplizierten bis ungewöhnlichen Lerntricks gelingt den Kindern der Endspurt hin zur Höchstleistung im Schuljahr garantiert.


Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Konstruktive Kritik üben: Sorgen Sie für ein gutes Gleichgewicht zwischen Lob und Kritik!

31. Juli 2018

Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Eine Kollegin kommt auf Sie zu und erzählt Ihnen frustriert Folgendes: „Ich ertappe mich häufig dabei, dass ich immer wieder an den Kindern herummeckere. Dabei möchte ich doch...

So oft sollten Sie loben - konstruktive Kritik gehört auch dazu!

Naturwissenschaftliche Erfahrungen für U3-Kinder

29. August 2016

Vielleicht denken Sie bei der Überschrift gleich: „Für Naturwissenschaft interessieren sich die Kleinen doch noch nicht! Damit überfordere ich sie nur. Das ist nur etwas für ältere Kita-Kinder.“ Doch jüngere Kinder...

Tipps zum Fördern von naturwissenschaftlichen Erfahrungen

Werden Sie aktiv gegen Mobbing – mit Spaß und Spiel!

22. Februar 2018

Mobbing unter Kindern ist ein echtes Problem. Und wenn Sie es bemerken, ist es meist schon zu spät. Gehen Sie es deshalb vorher an! Nämlich dann, wenn Sie noch keine Beobachtungen gemacht haben, die auf Mobbing hinweisen. Nutzen...

Dieser 6-Punkte-Plan funktioniert unkompliziert, aber garantiert!



© 2017 PRO Verlag, Bonn