Ein Besuch im Teddybärkrankenhaus nimmt den Kindern Ängste


13.09.2017
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Ein Aufenthalt im Krankenhaus – und manchmal sogar bereits ein Arztbesuch – ist bei Kindern mit Ängsten verbunden. Angst davor, was auf sie zukommt und ob das, was dort mit ihnen geschieht, wehtut.

Die Idee des Teddybärkrankenhauses

Das Teddybärkrankenhaus ist meist den örtlichen Kliniken angegliedert. Dort werden Teddybären, Puppen und Stofftiere von den Kindern zur Behandlung gebracht und von Medizinstudenten verarztet. Die Kinder haben so die Möglichkeit, die Krankenhaussituation kennen zu lernen, ohne selbst als Patient betroffen zu sein.
Mit einem Besuch im Teddybärkrankenhaus können Sie den Kindern einen Einblick in die Krankenhauswelt verschaffen. Dadurch soll den Kindern spielerisch die Angst vor dem Krankenhaus und Arztbesuchen genommen werden. In vielen Großstädten wie z. B. Heidelberg, Freiburg, Mannheim, Jena, Aachen, Halle, Mainz wird zu bestimmten Terminen ein Besuch im Teddybärkrankenhaus angeboten. Dieses Angebot richtet sich an Kinder im Vorschulalter.

Mein Teddy hat sein Bein gebrochen

Vor einem Besuch im Teddybärkrankenhaus weisen die Kinder ihren Stofftieren Krankheiten oder Verletzungen zu. Diese werden dann von den Teddy-Ärzten behandelt. Die Behandlung reicht von Abhören, Abtasten, Anlegen von Verbänden, Ausstellung von Rezepten, dem Messen des Blutdrucks bis hin zum Röntgen mit dem selbst gebauten Röntgenapparat. Voraussetzung für eine effektive Behandlung ist, dass die Kinder genaue Kenntnis über die Krankengeschichte ihres kleinen Patienten haben.

Ein Projekt zum Thema „Krankheit“

Einen Besuch im Teddybärkrankenhaus können Sie sehr gut in ein Projekt zum Thema „Krankheit, Arztbesuch und Krankenhaus“ integrieren. Im Rahmen eines solchen Projekts bietet sich eine Vielzahl von Aktivitäten an, z. B.:
  • In einem Gespräch mit den Kindern können Sie erfahren, was die Kinder über Krankenhäuser wissen, wer schon mal im Krankenhaus war und welche Krankheiten sie schon hatten.
  • Überlegen Sie zusammen mit den Kindern ein „Arztzimmer“ einzurichten. Selbstverständlich benötigt das Arztzimmer einen weißen Kittel sowie einen Arztkoffer. Fragen Sie doch mal bei Ärzten nach, ob Sie eventuell ein ausgedientes Stethoskop bekommen können. Dort könnten die Kinder im Rollenspiel ihre Erfahrungen mit Krankheit und Krankenhaus verarbeiten.
  • Ermöglichen Sie den Kindern, Bilder von ihren Besuchen beim Arzt oder im Krankenhaus zu malen.
  • Fragen Sie bei Arztpraxen vor Ort nach, ob Sie mit den Kindern eine Praxis besuchen können. Dies bietet sich gerade dann an, wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, mit den Kindern ins Teddybärkrankenhaus zu fahren.
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem örtlichen Rettungsdienst, ob die Kinder einen Rettungswagen besichtigen können.
  • Absolvieren Sie mit den Kindergartenkindern einen „Erste-Hilfe-Kurs“. Schauen Sie sich zusammen den Erste-Hilfe-Koffer in Ihrer Einrichtung an. Was gehört da alles rein? Üben Sie mit den Kindern das Anlegen von Verbänden. Am Ende des Kurses bekommt jedes Kind eine Teilnahmebescheinigung.
Zum Besuch im Teddybärkrankenhaus ist im Deutschen Psychologen Verlag ein Bilderbuch erschienen, welches Sie nutzen können, um das Thema mit den Kindern zu vertiefen. Gerade zur Vor- oder Nachbereitung des Besuches im Teddybärkrankenhaus eignet sich das Buch.
Das Buch richtet sich an Vorschulkinder und erzählt, wie Rudis Teddy vom Baum fällt und im Teddybärkrankenhaus behandelt wird. Der Teddy wird geröngt, bekommt einen Verband und in der Krankenhaus-Apotheke löst Rudi sein Rezept ein. Rudis kleine Schwester Lena nimmt ihren Elefanten mit zur Vorsorgeuntersuchung. Er bekommt eine Impfung gegen Rüsselfieber.
 „Rudi und Lena im Teddybärkrankenhaus“, erzählt von Michaela Zupanic, gezeichnet von Maria Eihoff, Deutscher Psychologen Verlag, Bonn 2004, ISBN 3-931589-62-5, 13€.
 Fragen Sie doch einmal nach, ob auch an einer Klinik in Ihrer Nähe ein Teddybärkrankenhaus existiert. Falls dies nicht der Fall ist, können Sie vielleicht die Einrichtung eines solchen Krankenhauses anregen.
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