Diskriminierungsfallen in Ihrer Stellenanzeige vermeiden


09.05.2014

Wollen Sie für Ihre Einrichtung eine Stelle ausschreiben, sollten Sie bei der Formulierung der Stellenanzeige besonders vorsichtig sein. Denn eine ungeschickte Formulierung kann für Ihren Träger teuer werden. Lesen Sie hier, worauf Sie unbedingt achten sollten.

Praxisbeispiel
Die KiTa „Villa Kunterbunt“ ist auf der Suche nach einer neuen Mitarbeiterin. Die Leiterin möchte ihr etwas „überaltertes“ Team gerne mit einer jungen Kollegin aufpeppen. Sie möchte die Stelle nur für Frauen ausschreiben. Wichtig ist ihr außerdem, dass die neue Kollegin Deutsch als Muttersprache beherrscht.

Rechtlicher Hintergrund

In § 11 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist geregelt, wie eine Stellenanzeige aussehen muss. Nach dieser Vorschrift darf eine Stelle nicht so ausgeschrieben werden, dass sie zum Ausdruck bringt, dass Bewerber einer bestimmten Rasse, ethnischen Herkunft, Geschlechts, Religion, Behinderung, Alter oder sexuellen Identität von Anfang an keine Chance haben. Wird eine Stellenanzeige fehlerhaft formuliert, kann eine Bewerberin, wenn sie nicht berücksichtigt wird, unter Umständen Schadensersatz nach § 15 AGG verlangen.

Was bedeutet das für Sie?

Als Leiterin sollten Sie bei der Formulierung von Stellenanzeigen darauf achten, dass Sie diese möglichst neutral formulieren. So ersparen Sie Ihrem Träger hohe Kosten und sich selbst viel Ärger. Denn es macht keinen sehr professionellen Eindruck, wenn Sie Ihrem Arbeitgeber wegen einer Stellenanzeige einen Schadenersatzprozess bescheren. Im Extremfall können sogar Schadenersatzansprüche Ihres Trägers auf Sie zukommen.

 

 

Das ist zu tun

Klären Sie anhand der folgenden Übersicht, welche Form der Diskriminierung sich unter Umständen hinter einer eigentlich ganz harmlos klingenden Formulierung verbirgt. Diese sollten Sie dann in Ihrer Stellenanzeige nicht verwenden,  wenn Sie keinen Ärger provozieren wollen.

 

 

Übersicht: Diskriminierende Formulierungen und rechtlich einwandfreie Alternativen

 

diskriminierende Formulierung Art der Diskriminierung rechtlich einwandfreie Formulierung
Erzieherin gesucht Geschlecht „Erzieher/-in gesucht“ „Erzieher (m/w) gesucht“
Erzieher (m/w), Höchstalter 35 Jahre … Alter keine Bezugnahme zum Alter
Sie passen in unser junges, dynamisches Team … Alter keine Bezugnahme zum Alter, auch bei der Stellenbeschreibung
Kinderpflegerin mit 3–5 Jahren Berufserfahrung gesucht Alter „Kinderpflegerin mit Berufserfahrung gesucht“
Erzieher (m/w) gesucht, Mindestalter 25 Jahre Alter keine Bezugnahme zum Alter der Bewerberin
deutsche Staatsangehörigkeit bevorzugt ethnische Herkunft weglassen
deutsche Muttersprachler erwünscht ethnische Herkunft weglassen
fließendes Deutsch ethnische Herkunft weglassen
Angabe Ihres Geburtsortes ethnische Herkunft weglassen
Erzieher/-in gesucht (keine Muslime) Religion weglassen bei kirchlichen Trägern: „Mitgliedschaft in einer christlichen Kirche Voraussetzung“
belastbar Behinderung weglassen
mobil Behinderung weglassen
leistungsfähig Behinderung weglassen
geistig flexibel Behinderung weglassen
Bewerbungsunterlagen mit Lichtbild und Lebenslauf Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft, Rasse „Ihre schriftliche Bewerbung unter Angabe Ihres beruflichen Werdegangs … / mit aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen …“

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