Zwangsfrei an Karneval?


01.02.2016
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In den Karnevalshochburgen ist es üblich, dass an den „tollen Tagen“ die Kitas geschlossen bleiben. Vielfach werden die Mitarbeiter zu „Zwangsurlaub“ verdonnert. Viele haben damit kein Problem. Was aber, wenn es in Ihrem Team einen Karnevalsmuffel gibt, der seinen Urlaub anderweitig verplanen möchte?

 

Rechtlicher Hintergrund

In § 7 Abs. 1 Bundesurlaubsgesetz ist geregelt, dass bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs die Wünsche Ihrer Mitarbeiterinnen grundsätzlich zu berücksichtigen sind. Gleichzeitig besteht auf Trägerseite die Möglichkeit, Betriebsferien anzuordnen.

Das ist zu tun

Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die Rechtslage zum Thema „Zwangsurlaub“.

Angeordnete Betriebsferien

Ihr Träger kann Betriebsferien bei folgenden Voraussetzungen anordnen:
  • dringende betriebliche Gründe für die Kita Schließung
  • den Mitarbeiterinnen verbleiben mindestens 2/5 ihres Jahresurlaubs zur freien Verfügung.
Sie müssen daher die Kita-Schließung an Karneval begründen, z. B mit fehlendem Betreuungsbedarf.

2/5 des Urlaubs

Mit den Betriebsferien darf aber nicht der gesamte Jahresurlaub der Mitarbeiterinnen verplant werden.
Den Mitarbeiterinnen muss 2/5 des Jahresurlaubs zur freien Verfügung bleiben.

Achtung: Betriebsrat beteiligen ist Pflicht!

Gibt es in Ihrer Kita einen Betriebsrat, darf dieser nach § 87 Abs. 1 Nr. 5 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) mitbestimmen, wenn es um die Einführung von Betriebsferien geht.

Unser Fazit

In der Regel beschweren sich Mitarbeiterinnen in den Karnevalshochburgen nicht, wenn sie an den Karnevalstagen Urlaub nehmen müssen. Regt sich dann doch mal Widerstand, sollten Sie mit guten Argumenten überzeugen, warum der Zwangsurlaub gerechtfertigt ist.
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