Unfallverhütung & Gefahrenvermeidung – Treppengitter? Sorgen Sie für Sicherheit


18.10.2017

Kinder müssen Treppen steigen lernen. Dieser Lernprozess beginnt mit dem Krabbeln und Laufen. Im Alter von ca. 2 1⁄2–3 Jahren sollten Kinder Treppen sicher allein rauf- und runtergehen können. Gibt es in Ihrer Kita Kinder unter 3 und Treppen, ist die Diskussion über das Für und Wider von Treppenschutzgittern nahezu unausweichlich.

Entstressen Sie Ihren Alltag und bringen Sie Gitter an. Treppen laufen können die Kleinsten ja unter Aufsicht.

Praxisbeispiel

Klara ist 17 Monate alt und besucht die Kita „Hase & Igel“. Sie hat erst spät begonnen zu laufen und ist noch sehr unsicher auf den Beinen. Als sie nachmittags im 1. Stock der Kita spielt, läuft sie unbemerkt aus dem Gruppenraum. Sie versucht, die Treppe hinunterzugehen, und stürzt schwer. Die Eltern machen der Kita-Leitung schwere Vorwürfe, weil die Treppe nicht gesichert war.

Rechtlicher Hintergrund

Ihr Träger ist dafür verantwortlich, dass die Kita verkehrssicher ist. Das heißt, er muss dafür sorgen, dass die Kita den Anforderungen der Unfallversicherer genügt.

Im Rahmen der Gefährdungsanalyse müssen Gefahrenpunkte im Kita-Alltag erkannt und durch geeignete Maßnahmen möglichst ausgeräumt werden.

Treppengitter sind da sicher eine sinnvolle Maßnahme zum Schutz von jüngeren Kinder und von Kindern mit Behinderung.

Sie sind allerdings nicht zwingend erforderlich, werden aber von den gesetzlichen Unfallversicherern gerade in mehrgeschossigen Einrichtungen empfohlen, wenn dort Kinder unter 3 Jahren oder Kinder mit Behinderung betreut werden.

 

Das ist zu tun

Als Kita-Leitung erkennen Sie Gefahren im Kita-Alltag sehr viel eher als Ihr Träger. Daher sollten Sie ihn darauf hinweisen, wenn Sie Sicherheitslücken entdecken. Bitten Sie Ihren Träger, diese durch geeignete bauliche Maßnahmen zu schließen.

Nehmen Sie Ihr Team mit

Wichtig ist, dass Sie bei der Frage „Treppenschutzgitter oder nicht?“ auch Ihr Team mit einbeziehen. Denn es handelt sich nicht nur um eine rechtliche, sondern auch um eine pädagogische Frage.

Mit diesen Argumenten treten Sie Gegnern von Treppenschutzgittern überzeugend entgegen.

Argumente für und gegen Treppenschutzgitter

Gegen: Kinder müssen das selbstständige Treppensteigen lernen. Das geht nur mit Übung.
Für: Das ist richtig. Allerdings sind viele junge Kinder noch nicht in der Lage, Treppen allein zu bewältigen,und sollten dies nur unter Aufsicht tun.

Gegen: Treppenschutzgitter hindern die älteren Kinder daran, sich frei im Haus zu bewegen.
Für: Das muss nicht so sein. So können die Treppenschutzgitter so ausgewählt werden, dass ältere Kinder diese selbstständig öffnen und schließen können.

Gegen: Treppenschutzgitter sind aus Brandschutzgründen nicht zulässig.
Für: Das stimmt nicht. Treppenschutzgitter können im Brandfall von einem Erwachsenen leicht geöffnet oder herausgehoben werden. Die Unfallkassen empfehlen ausdrücklich das Anbringen von Treppenschutzgittern in Kleinkindbereichen.

Sorgen Sie für Sicherheit bei Treppenschutzgittern

Treppenschutzgitter müssen so ausgewählt und montiert werden, dass Sie tatsächlich für ein Mehr an Sicherheit sorgen.

Achten Sie daher bei der Auswahl und Montage von solchen Gittern auf die folgenden Punkte:

  • Gitter ist so montiert, dass Kinder sich nicht daran vorbei quetschen können
  • Gitter muss so installiert werden, dass es Kinder nicht zum klettern einlädt
  • Gitter muss sich von Erwachsenen problemlos und möglichst mit einer Hand öffnen lassen
  • Die Öffnungsweite zwischen den Stäben sollte zwischen 4,5 und 6,5 cm liegen.
  • Das Treppengitter sollte eine Mindesthöhe von 65 cm haben.

Empfehlung

Gerade die Arbeit in altersgemischten Gruppen, in denen auch Kinder unter 3 Jahren betreut werden, stellt hohe Anforderungen an die Aufsichtsführung Ihrer Mitarbeiter. Alle baulichen Maßnahmen, die ein Weniger an Aufsicht nötig machen, entlasten Ihr Team und schaffen ihm Freiräume, um sich den Kindern mehr widmen zu können. Eine einfache Maßnahme wie ein Treppenschutzgitter kann da sehr entlastend sein.

 

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