Kleine Kinder – kleine Stühle: So bleibt Ihr Rücken trotzdem gesund


23.11.2015

Wahrscheinlich dreht sich auch in Ihrer KiTa alles um die Gesundheit der Kinder. Aber auch Sie und Ihre Kolleginnen sind an Ihrem Arbeitsplatz Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Viele Erzieherinnen erkranken häufig an Rückenschmerzen. Wie Sie solchen Erkrankungen entsprechend den Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes vorbeugen können, lesen Sie hier.

 

Praxisbeispiel: Frau Kersting arbeitet schon seit 25 Jahren in der KiTa „Sonnenschein“. Die Arbeit mit den Kindern macht ihr immer noch großen Spaß. Allerdings hat sie in letzter Zeit immer häufiger Rückenschmerzen. Das wundert sie nicht, denn sie verbringt ja die meiste Zeit auf Kinderstühlen. Auch nimmt sie immer wieder mal ein Kind auf den Arm. Sie wendet sich an die Leiterin und erkundigt sich, ob es nicht Möglichkeiten gibt, ihr den Arbeitsalltag zu erleichtern.

 

Rechtlicher Hintergrund

Nach § 3 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) gehört es zu den Grundpflichten des Arbeitgebers, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu ergreifen, sodass die Gesundheit der Mitarbeiter nicht gefährdet wird. Hierzu muss zunächst eine Gefährdungsbeurteilung (§ 5 ArbSchG) durchgeführt werden.

 

Was bedeutet das für Sie?

Als direkte Vorgesetzte sind Sie Ansprechpartnerin für Ihre Mitarbeiterinnen, wenn es um die Umsetzung und Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften geht. Außerdem haben Sie als Leiterin ein besonderes Interesse daran, dass Ihre Kolleginnen möglichst gesund bleiben und nicht wegen Rückenproblemen längerfristig ausfallen.

 

Das ist zu tun

Gehen Sie anhand der folgenden Tipps vor, um Rückenproblemen in Ihrer KiTa entgegenzuwirken.

 

1. Tipp: Analysieren Sie Belastungspunkte für den Rücken

Rückenproblemen können Sie nur entgegenwirken, wenn Sie ihre Ursachen ergründen. Führen Sie daher gemeinsam mit Ihrem Team eine Gefährdungsanalyse durch und versuchen Sie herauszufinden, wo im KiTa-Alltag der Rücken Ihrer Kolleginnen besonders belastet wird.

 

2. Tipp: Schaffen Sie höhenverstellbare Drehstühle an

Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass insbesondere das stundenlange Sitzen auf Kinderstühlen als belastend empfunden wird. Schaffen Sie in einem ersten Schritt ergonomisch geformte, höhenverstellbare Drehstühle an, die sich auf die Höhe der Kindertische herunterfahren lassen.

 

 

3. Tipp: Setzen Sie auf eine rückengerechte Neumöblierung

Selbstverständlich ist, dass Kinder und Erzieherin mit gleicher Augenhöhe an den Tischen sitzen müssen. Es gibt allerdings Alternativen zu den „normalen“ Kindertischen und -stühlen. Es besteht z. B. die Möglichkeit, Arbeitstische mit einer Mindesthöhe von 70 cm in den Gruppenräumen aufzustellen und für die Kinder Hochstühle mit verstellbarer Sitzhöhe und Fußplatten anzuschaffen, sodass diese an einem Erwachsenentisch sitzen und spielen können. Setzen Sie sich daher bei Ihrem Träger mittelfristig für eine rückengerechte Neumöblierung Ihrer Einrichtung ein. Diese ist letztlich billiger als krankheitsbedingte Ausfälle.

 

4. Tipp: Bieten Sie eine Rückenschule an

Bitten Sie Ihren Träger, eine hausinterne Fortbildung in Sachen „Rückengesundheit“ zu unterstützen. Meist bieten die Krankenkassen oder Berufsgenossenschaften geschulte Referenten an, die sich mit der besonderen Problematik in KiTas auskennen. Sie und Ihr Team lernen in einer solchen „Rückenschule“, wie wichtig es ist, auf die eigene Körperhaltung zu achten und Zwangshaltungen zu vermeiden.

Wenn Sie diese Tipps beachten, setzen Sie die Vorschriften des Arbeitsschutzes um und verhindern damit, dass Sie in Ihrer Einrichtung mit rückenschmerzbedingten Ausfällen zu kämpfen haben.

 

 

 

 

 


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