Schwangerschaft im Team – Diese Aufgaben haben Sie als Leitung


15.01.2016
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Wenn Ihnen eine Mitarbeiterin mitteilt, dass sie schwanger ist, haben Sie als unmittelbare Vorgesetzte eine besondere Verantwortung gegenüber der werdenden Mutter und dem Ungeborenen. Worauf Sie hierbei achten müssen und welche Aufgaben Sie genau haben, lesen Sie in diesem Beitrag.

Praxisbeispiel: Luisa Berger ist Leiterin der Kita „Schlüsselblümchen“. Eine Ihrer Mitarbeiterinnen teilt ihr mit, dass sie in der 12. Woche schwanger ist. Sie bittet die Leitung, dies erst einmal für sich zu behalten und auch nicht gegenüber dem Träger zu erwähnen, da in wenigen Wochen die Umwandlung des befristeten Vertrags der Mitarbeiterin in einen unbefristeten ansteht und sie befürchtet, diesen Vertrag nicht zu bekommen, wenn der Träger weiß, dass sie schwanger ist.

 

Rechtlicher Hintergrund

Das Mutterschutzgesetz und die Verordnung zum Schutz der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV) sehen eine Vielzahl von Schutzmaßnahmen vor, die Sie als Leitung zu ergreifen haben, sobald Sie wissen, dass eine Ihrer Mitarbeiterinnen schwanger ist.

 

Das ist zu tun

 

Achten Sie als Leitung darauf, dass Sie die Schutzvorschriften für werdende Mütter einhalten, damit diese und das Ungeborene vor Gefährdungen am Arbeitsplatz geschützt sind.

 

1. Veranlassen Sie eine betriebsärztliche Untersuchung

Teilt Ihnen eine Mitarbeiterin mit, dass sie schwanger ist, sollten Sie sie zunächst einmal nach Hause schicken und eine betriebsärztliche Untersuchung veranlassen. Der Betriebsarzt stellt dann den Immunstatus der Mitarbeiterin fest und untersucht diese. Liegen gesundheitliche Gründe vor, empfiehlt er ein Beschäftigungsverbot, z. B. wegen fehlender Immunität gegen Zytomegalie.

 

2. Führen Sie eine Gefährdungsanalyse durch

Nach der MuSchArbVO müssen Sie den Arbeitsplatz der Mitarbeiterin auf Gefährdungen für sie und das Ungeborene analysieren und, soweit Gefährdungen vorliegen, entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen bzw. Ihrem Träger ein Beschäftigungsverbot vorschlagen.

 

3. Melden Sie die Schwangerschaft

Darüber hinaus sind Sie verpflichtet, die Schwangerschaft Ihrem Träger zu melden. Bei dieser Meldung sollten Sie das Ergebnis Ihrer Gefährdungsanalyse und die Empfehlung des Betriebsarztes beifügen, damit Ihr Träger sich insgesamt ein Bild von der Gesamtsituation machen kann. Ihr Träger gibt diese Informationen dann an die hierfür zuständige Landesbehörde weiter.

Im Praxisbeispiel darf die Leitung die Information über die Schwangerschaft dem Träger nicht vorenthalten. Das sollte sie auch gegenüber der Mitarbeiterin deutlich machen. Denn gibt sie die Information nicht zeitnah weiter, verstößt sie gegen gesetzliche Vorschrift en und riskiert ihrerseits ernsthafte arbeitsrechtliche Konsequenzen.

 

4. Achten Sie auf Beschäftigungsverbote

Achten Sie darauf, dass Sie die für die Mitarbeiterin geltenden Beschäftigungsverbote einhalten. Das heißt:

  • keine Überstunden über 8,5 Stunden täglich bzw. 90 Stunden in der Doppelwoche
  • keine Nachtarbeit nach 20.00 Uhr, d. h. keine Teilnahme an Elternabenden und Kita-Übernachtungen – auch nicht freiwillig
  • keine Beschäftigung 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Entbindung
  • keine Beschäftigung, wenn der Betriebsarzt ein Beschäftigungsverbot verhängt hat

Achtung! Wenn ein solches Beschäftigungsverbot besteht, dürfen Sie die Mitarbeiterin nicht beschäftigen. Das heißt: Sie darf auch nicht freiwillig und auf eigene Gefahr weiterarbeiten, an abendlichen Elternabenden teilnehmen oder eine Kita-Übernachtung beaufsichtigen.

Hat eine Mitarbeiterin aus gesundheitlichen Gründen ein absolutes Beschäftigungsverbot während der gesamten Schwangerschaft, darf sie auch nicht zu Kita-Fest oder „nur mal zu Besuch“ in die Kita kommen.

 

Nehmen Sie Rücksicht

Im Alltag in Ihrer Kita gibt es viele Situationen, in denen eine schwangere Mitarbeiterin Unterstützung und Entlastung braucht. So sollen Schwangere z. B. nicht schwer, d. h. über 5 kg, heben.

Daher sollten Sie ausdrücklich anordnen, dass Ihr Team die schwangere Kollegin beim Wickeln entlastet und alle darauf achten, dass sie sich nicht übernimmt.

Außerdem sollen Schwangere nicht längere Zeit in gebückter Haltung bzw. in der Hocke arbeiten. Das lässt sich bei der Arbeit mit den Kindern aber nicht verhindern. Daher bietet es sich an, einen Arbeitsstuhl anzuschaffen, den die Kollegin bequem auf „Kinderaugenhöhe“ einstellen kann. Das erleichtert ihr das Arbeiten auch in der fortgeschrittenen Schwangerschaft sehr und erspart Ihnen häufige Krankmeldungen.

 

Fazit

Die Schwangerschaft von Mitarbeiterinnen stellt Sie als Leitung immer vor besondere Herausforderungen. Wichtig ist zum Schutz der werdenden Mutter, des ungeborenen Kindes, aber auch zu Ihrem eigenen Schutz, dass Sie sich genau an die gesetzlichen Vorgaben halten. Denn geht hier etwas schief, fällt das letztlich auf Sie als Verantwortliche zurück.

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