6 Sicherheitstipps für Ihren St. Martinszug


03.10.2016
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In vielen Gegenden in Deutschland gehören Laternenumzüge zu Ehren des heiligen Martin zu den schönen Herbsttraditionen. Für Sie bedeutet diese schöne Tradition aber einiges an Vorbereitung und Organisation. Lesen Sie hier, worauf Sie aus rechtlicher Sicht achten müssen.

 

Organisation des St. Martinszuges

Wenn Sie für Ihre Kita einen Martinszug planen, müssen Sie diesen beim Ordnungsamt Ihrer Gemeinde anmelden. Aus juristischer Sicht handelt es sich um eine Versammlung oder Demonstration, für die Sie eine Genehmigung haben müssen. Als Leiterin sind Sie außerdem dafür verantwortlich, dass keinem der Beteiligten etwas passiert. Sie müssen daher den Umzug so organisieren, dass man Ihnen nicht vorwerfen kann, Sie hätten Gefährdungspunkte nicht genügend beachtet.

Kommen Sie diesen Verpflichtungen nicht nach, müssen Sie damit rechnen, dass Sie wegen Verletzung Ihrer Verkehrssicherungspflichten haftbar gemacht werden.

 

 

 

 

Das sollten Sie bei der Planung des Martinzuges beachten

Planen Sie Ihren Martinszug rechtzeitig und sorgfältig. Dabei sollten Sie die folgenden Tipps beherzigen. Dann kann gar nichts schiefgehen.

 

1. Tipp: Melden Sie Ihren Umzug rechtzeitig an

Beginnen Sie rechtzeitig mit der Planung Ihres Martinszugs. Melden Sie Ihren Umzug daher spätestens 2 Wochen vorher, das heißt Mitte Oktober, beim Ordnungsamt Ihrer Gemeinde an. Dem Antrag sollten Sie den von Ihnen geplanten Zugweg beilegen. Dann kann die Verwaltung prüfen, ob irgendwelche Sicherheitsbedenken gegen die Zugstrecke sprechen. Nehmen Sie die Genehmigung zu Ihren Akten.

 

2. Tipp: Holen Sie sich Hilfe bei Feuerwehr und Polizei

Um Ihren Umzug zu sichern, benötigen Sie in der Regel die Hilfe von Feuerwehr und Polizei. Sprechen Sie daher mit den zuständigen Stellen und bitten Sie um Unterstützung. In der Regel wird die Feuerwehr Ihres Ortes Ihre Veranstaltung gerne unterstützen und den Zugweg und auch Ihr Martinsfeuer sichern. Auch die Polizei sollten Sie in Ihre Planungen einbeziehen, sodass Straßen für Sie gesperrt werden können. Die Beamten und Feuerwehrleute freuen sich übrigens sehr, wenn sie am Ende ihres Einsatzes einen Weckmann und vielleicht eine Spende für ihre Kaffeekasse bekommen. – Das erhält die Freundschaft fürs nächste Jahr.

 

3. Tipp: Legen Sie die Reihenfolge im Zug fest

Planen Sie den Ablauf Ihres Martinszugs genau. Legen Sie fest, wo der Martinsreiter, die Musik und die einzelnen Kindergruppen gehen. So behalten Sie im Dunkeln den Überblick und wissen genau, wer wo im Zug zu finden ist. Sinnvoll ist es meist, wenn der „St. Martin“ dem Zug voranreitet. Dann kann das Pferd nicht vor den Laternen erschrecken und in die Menge laufen.

 

4. Tipp: Klären Sie Haftungsfragen mit dem „St. Martin“

Soll an Ihrem Martinszug auch ein Martinsreiter teilnehmen, müssen Sie im Vorfeld klären, wer haftet, wenn durch das Pferd Schaden angerichtet wird. Grundsätzlich haftet der Pferdehalter unabhängig von seinem Verschulden für Schäden, die durch sein Tier verursacht werden. Lassen Sie sich vom Reiter durch Vorlage seiner Versicherungspolice nachweisen, dass Pferd und Reiter für den Martinszug haftpflichtversichert sind. Dann gibt es im Falle eines Unfalls keine Diskussionen.

 

5. Tipp: Klären Sie Aufsichtsfragen

In Fragen der Aufsicht während des Fackelzuges müssen Sie eine grundsätzliche Entscheidung treffen. Wenn Sie möchten, können Sie zulassen, dass Eltern und Geschwisterkinder Ihre Schützlinge beim Martinszug begleiten. Dann haben diese aber während des gesamten Umzugs die Verantwortung für ihr Kind. Hierauf sollten Sie die Eltern schon in der Einladung deutlich und schriftlich hinweisen. Unbegleitete Kinder stehen natürlich unter der Aufsicht Ihrer Mitarbeiterinnen.

Planen Sie Ihren Martinszug hingegen ohne Eltern, müssen Sie für genügend Aufsichtspersonen sorgen. Ob mit oder ohne Eltern: Weisen Sie Ihre Mitarbeiterinnen an, sich gut über den Martinszug zu verteilen und sich um die Kinder zu kümmern.

 

6. Tipp: Bestehen Sie auf Elektrolämpchen

Die Frage, ob Elektrolämpchen oder Wachskerzen für die Laternen benutzt werden sollen, wird in vielen KiTas alljährlich diskutiert. Stressfreier und sicherer ist es, wenn Sie auf elektrischen Lämpchen bestehen. Die Gefahr, dass Laternen, Haare und Jacken Feuer fangen, ist dann wesentlich geringer.

 

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