Midijobs – das gilt ab 2019


31.12.2018

Sie haben in Ihrer Kita wahrscheinlich einige Mitarbeiter, die nur in Teilzeit arbeiten. Für diese kann sich im Jahr 2019 einiges ändern, wenn sie weniger als 1.300 € brutto verdienen. Denn die Regierung will die Regelungen für Arbeitnehmer mit geringem Einkommen spürbar verbessern. Hiervon betroffen sind in erster Linie Teilzeitkräfte, die weniger als 25 Stunden in der Woche arbeiten.

20 Stunden Woche

Susanne Schneider arbeitet in der Kita „Löwenzahn“. Sie verdient ca. 1.200 € brutto. Frau Schneider hat gehört, dass es ab 2019 für Arbeitnehmer mit geringem Einkommen Verbesserungen bei den Sozialabgaben geben soll. Sie fragt bei der Kita-Leitung nach, was das für sie konkret bedeutet.

Rechtsgrundlage: Rentenreform 2019

Die Bundesregierung plant für 2019 eine Rentenreform: Arbeitnehmer, die zwischen 450,01 € und 1.300 € brutto verdienen, sollen dann nur noch einen reduzierten Rentenversicherungsbeitrag zahlen.

Das ist zu tun: Mitarbeiter informieren

Informieren Sie sich hier, was diese Neuregelungen für Ihre Mitarbeiter mit geringem Einkommen bedeuten, und geben Sie diese Informationen an die Betroffenen weiter. Diese werden sich sicher freuen, denn das bedeutet: spürbar mehr netto vom Brutto und perspektivisch eine höhere Altersrente.

Midijobs sind sozialversicherungspflichtig

Bei Midijobs besteht – anders als bei Minijobs – eine umfassende Versicherungspfl icht in der Renten-, Kranken-, Pfl ege- und Arbeitslosenversicherung. Die Arbeitnehmerbeiträge sind in der Gleitzone bzw. im zukünftigen Übergangsbereich reduziert. Das heißt: Die betroffenen Mitarbeiter zahlen – je nach Verdiensthöhe – reduzierte Beiträge

Mindestlohn beachten

Wichtig: Auch für Mitarbeiter im Übergangsbereich gilt der gesetzliche Mindestlohn. Außerdem sind Midijobber abgesehen von den Sondervorschriften zu den Sozialversicherungsbeiträgen als ganz normale Mitarbeiter zu behandeln. Das heißt: Sie haben Anspruch auf Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, allgemeinen Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz, Arbeits- und Mutterschutz sowie Elternzeit.

Bei der Steuer tut sich nichts

Anders als Minijobs sind Midijobs lohnsteuerpflichtig. Es gilt die individuelle Steuerklasse des Mitarbeiters.

Meine Empfehlung: Genau nachzurechnen

Der große Vorteil dieser Rentenreform liegt darin, dass Mitarbeiter mit geringem Einkommen nur einen reduzierten Rentenversicherungsbeitrag zahlen, aber dennoch den vollen Rentenanspruch erwerben. Das ist vor allem für solche Mitarbeiter, die bei Ihnen genau 450 € verdienen, interessant.

Für Ihren Träger ist es meist sogar günstiger, den Mitarbeiter als Midijobber zu führen. Man ist dann auch flexibler bei Überstunden und Mehrarbeit. Es lohnt sich daher, einmal genau nachzurechnen, ob es sinnvoll ist, ein wenig mehr zu zahlen, um dann für alle ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Das gilt bisher

Der Versicherungsbeitrag ist nach dem Verdienst gestaffelt. Wer derzeit zwischen 450,01 € und 850 € (= Gleitzone) verdient, muss nur einen reduzierten Beitrag zur Rentenversicherung zahlen. Die Arbeitnehmer können auch freiwillig den vollen Rentenversicherungsbeitrag zahlen.

Diese Änderungen sind geplant

  • Die Gleitzone wird zukünftig „Übergangsbereich“ heißen.
  • Im Übergangsbereich arbeiten Mitarbeiter, die zwischen 450,01 und 1.300 € brutto im Monat verdienen. Der Kreis der von den Regelungen Betroffenen wird daher erheblich erweitert. Insbesondere Frauen in Teilzeit mit einer Wochenarbeitszeit von bis zu 25 Stunden werden von den neuen Regelungen profitieren.
  • Im Übergangsbereich wird für den Mitarbeiter nur ein anteiliger Rentenversicherungsbeitrag erhoben. Der Rentenversicherungsbeitrag des Mitarbeiters steigt mit zunehmendem Gehalt.
  • Trotz des reduzierten Rentenbeitrags sollen Arbeitnehmer im Übergangsbereich den vollen Rentenanspruch erwerben, der entstünde, wenn der volle Rentenversicherungsbeitrag gezahlt würde. Die Entgeltpunkte werden nicht aus dem fiktiv reduzierten beitragspflichtigen Arbeitsentgelt berechnet (wie bisher), sondern immer aus dem tatsächlichen Arbeitsentgelt bezahlt. Das hat zur Folge, dass Midijobber zukünftig die vollen Rentenanwartschaften erwerben, obwohl sie nur reduzierte Beiträge einzahlen.

Übrigens: Für Ihren Träger ändert sich nichts. Dieser musste auch bisher den vollen Rentenversicherungsbeitrag aus dem Arbeitsentgelt zahlen. Hieran wird sich auch ab 2019 nichts ändern. Allerdings wird Ihr Träger zukünftig sowohl das tatsächlich erzielte als auch das beitragspflichtige Einkommen an die Rentenversicherung melden müssen.


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