„Was bedeutet Freistellung genau? Kann der Träger die Freistellung wieder zurücknehmen?“


30.03.2020

In vielen Kitas herrscht derzeit allgemeine Verwirrung. Manche Träger haben die Mitarbeiter/innen von der Arbeit freigestellt, aber einen Packen Unterlagen zum Bearbeiten mit nach Hause geben. Andere Mitarbeiter/innen wurden unter Anrechnung von Überstunden nach Hause geschickt. Daher wird mir immer wieder die Frage gestellt: Was ist denn jetzt eine Freistellung und welche Konsequenzen hat sie?

Juristisch betrachtet erklärt der Träger bei einer Freistellung, dass er – im Corona-Fall – bis zum Widerruf, auf Ihre Arbeitsleistung verzichtet. Da Sie ja bereit sind, diese Leistung zu erbringen, muss er Ihnen während der Freistellung Ihr Gehalt weiterzuzahlen.

Freistellung bedeutet: Sie müssen nicht arbeiten, auch nicht zu Hause und bekommen Ihr Geld weiter. Ihr Träger kann allerdings anordnen, dass Sie im Rahmen der Freistellung zunächst mal Ihre angesammelten Überstunden abbauen.

Wenn Ihr Träger Ihnen aber Arbeit mit nach Hause gibt, sind Sie nicht freigestellt, sondern erledigen Ihre Aufgaben von zu Hause aus. Dann können Ihnen aber auch keine Überstunden abgezogen werden, wenn Sie Ihre Wochenarbeitszeit erbringen. Sie bekommen Ihr Gehalt dann regulär weiter.

Ihr Träger kann die Freistellung grundsätzlich jederzeit widerrufen, z.B. wenn es in Ihrer Kita bisher keinen Bedarf an Notbetreuung gab, Eltern diesen jetzt aber doch geltend machen. Dann müssen Sie Ihre Arbeit in der Kita wieder aufnehmen.


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