Unfallversicherungsschutz bei allergischen Reaktionen


02.01.2016
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Wenn Sie in Ihrer Einrichtung Kinder mit Lebensmittelallergien betreuen, ist das eine heikle Sache. Schließlich ist es nicht einfach, diese „gefährlichen“ Lebensmittel konsequent zu meiden. Rechtlich umstritten war bisher, ob eine allergische Reaktion, ausgelöst durch ein als allergieauslösend bekanntes Lebensmittel, als Unfall zu bewerten ist und damit der Versicherungsschutz über die gesetzliche Unfallversicherung gewährleistet ist.

Versicherungsschutz besteht auch bei allergischen Reaktionen

Das Oberverwaltungsgericht München hat entschieden, dass Versicherungsschutz über die Unfallversicherung auch bei allergischen Reaktionen besteht (Urteil
vom 01.03.2012, Aktenzeichen: 14 U 2532/11). Ein behindertes Kind hatte eine Tafel Nussschokolade gegessen. Hierauf kam es zu einer tödlich verlaufenden allergischen Reaktion. Die Mutter hatte eine private Unfallversicherung abgeschlossen, die für den Todesfall eine Zahlung von 27.000 € vorsah. Die Versicherung wollte zunächst nicht zahlen, da sie in der allergischen Reaktion eine Krankheit und keinen Unfall sah. Die Richter sahen das allerdings anders. Bei einem Unfall handele es sich um ein von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis. Hierzu sei auch die unbewusste Aufnahme einer allergieauslösen den Substanz zu zählen. Allein die Tatsache, dass der Körper eine „allergische Reaktionsbereitschaft“ habe, sei noch kein Grund, den Tod des Kindes nicht als Unfall zu sehen.

 

 

Fazit

Auch wenn es hier um eine private Unfallversicherung ging, lässt sich das Urteil auf die Frage übertragen, ob die gesetzliche Unfallversicherung bei allergischen Reaktionen im KiTa-Alltag eintrittspflichtig ist. Dies muss nach der Argumentation der Richter klar mit „Ja“ beantwortet werden, und das ist beruhigend, wenn in Ihrer KiTa wieder jemand eine Tüte mit Erdnussflips kreisen lässt.
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