Wer sich beim Trinken verletzt, ist nicht über die Berufsgenossenschaft versichert


07.12.2015
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Wenn Sie und Ihre Mitarbeiterinnen in der Kita einen Unfall erleiden, sind Sie grundsätzlich über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Von diesem Grundsatz gibt es aber Ausnahmen. Denn nicht alle Unfälle, die während der Arbeitszeit passieren, sind tatsächlich Arbeitsunfälle.

 

Die Abgrenzung, ob ein Unfall während der Arbeitszeit ein Arbeitsunfall ist oder nicht, ist im Einzelfall gar nicht einfach. Allerdings ist klar: Private Tätigkeiten während der Arbeitszeit sind nicht über die Berufsgenossenschaft versichert. Das stellte das Sozialgericht Dresden in seinem Gerichtsbescheid vom 01.10.2013 (Az. S 5 U 113/12) klar.

 

Trinken während der Arbeitszeit ist nicht versichert

Passiert war Folgendes: Ein Mitarbeiter hatte, während er darauf wartete, dass der Kopierer Betriebstemperatur erreichte, die Zeit dazu genutzt, um sich aus dem in der Nähe stehenden Kühlschrank etwas zu trinken zu holen. Nach dem Öffnen der Flasche wollte er die herausschäumende Flüssigkeit abtrinken, stieß hierbei an den Flaschenhals und brach sich dabei mehrere Zahnspitzen im Oberkiefer ab. Die Richter stellten klar, dass Essen und Trinken während der Arbeitszeit menschliche Grundbedürfnisse erfüllen und hinter denen treten betriebliche Belange grundsätzlich zurück. Es handelt sich um eine sogenannte eigenwirtschaftliche Tätigkeit, die nicht über die Berufsgenossenschaft versichert ist.

 

Beachten Sie:

Ihre Mitarbeiterinnen sind aber nicht vollkommen schutzlos, wenn ein Unfall während der Arbeitszeit nicht als Arbeitsunfall gewertet wird. Die meisten notwendigen Behandlungskosten werden von der Krankenkasse übernommen.

 

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