Mit 5 einfachen Maßnahmen erreichen Sie ein bedürfnisorientiertes Raumkonzept
Maßnahme 1: Transparenz
Kinder möchten in ihrem Spieldrang nicht dadurch gehemmt werden, dass sie Materialien lange suchen müssen. Ordnen Sie die Spielsachen so an, dass ihre Funktion selbsterklärend ist. Schwere Baumaterialien befinden sich immer unten in Regalen oder in Kisten mit Rollen. Alle notwendigen Dinge befinden sich auf Augenhöhe und in offenen Regalen. Sie können zur besseren Übersicht durchsichtige Kisten nutzen. Diese bringen aber auch viel sensorische Unruhe in den Gruppenraum. Vorteilhafter sind daher einfarbige Kisten. Räumen Sie regelmäßig mit den Kindern auf. So prägt sich für alle ein, wo etwas hingehört.
Maßnahme 2: Berechenbarkeit
Die meisten Gruppenräume bieten verschiedene Räume im Raum. Es gibt Funktionsecken, Ruhebereiche, den Essbereich usw. Diese Struktur ist für die Kinder wichtig. Sie ermöglicht ihnen, sich sicher und geborgen zu fühlen und den Tagesablauf berechenbar zu erleben. Dies ist besonders für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen wichtig. Die Strukturierung sagt ihnen, welches Verhalten von ihnen erwartet wird. Gestalten Sie diese Strukturierung mit Teppichen oder Spielständern und niedrigen Regalen, die als Raumteiler dienen.
Maßnahme 3: Veränderbarkeit
Kita-Räume sprechen Entwicklungspotenziale der Kinder an. Das führt naturgemäß dazu, dass die Kinder der ursprünglichen Anordnung „entwachsen“. Ein Gruppenraum, der sich über 3 Jahre hinweg nicht verändert, ist eine pädagogische Unmöglichkeit.
Sie reagieren auf die wachsenden Bedürfnisse der Kinder mit neuem Material und erweitern ihren Spielradius. Hat z. B. anfangs ein kleiner Bauteppich ausgereicht, so darf der Flur später miteinbezogen werden. Stühle und Tische dürfen ebenso verbaut werden. Genauso flexibel können die Kinder Material vielseitig nutzen: Die graue Kiste für Malpapier wird zeitweise zum Pizzakarton.
Je vielfältiger das Material in den verschiedenen Altersstufen genutzt werden kann, desto mehr Spiel -und Entwicklungsräume eröffnen Sie den Kindern. Legen Sie daher Widerspruch ein, wenn Ihr Träger versucht, Mobiliar in Ihrer Gruppe fest zu installieren.
Maßnahme 4: Das Material ist jederzeit zugänglich
Es gibt 2 Arten von Zugänglichkeit. Einmal können die Kinder tatsächlich jederzeit die Materialien zum Spielen bekommen, die sie brauchen. Dazu gehört, dass Sie in angemessener Weise mit den Kindern erarbeiten:
- dass Dinge kaputtgehen können
- dass ein Kind von einem Material sehr viel verbraucht
- dass nicht immer für alle die gleiche Menge zur Verfügung steht
Die 2. Form der Zugänglichkeit bezieht sich darauf, dass das Kind das Material ohne Einweisung eines Erwachsenen nutzen kann. Dies betrifft besonders Regelspiele. Sie haben in einem bestimmten Alter ihre Berechtigung. Suchen Sie die Spiele so aus, dass die Kinder sich gegenseitig die Regeln erklären können bzw. diese sich durch Zuschauen von selbst erklären.
Maßnahme 5: Selbstwirksamkeit und Partizipation
Damit Kinder sich angemessen in der Gruppe beschäftigen können, sollten Sie folgende Absprachen treffen:
1. Kinder müssen nicht fragen, ob sie sich ein Material nehmen dürfen.
2. Die Anzahl von Mitspielern bestimmen die Kinder – nicht die Erwachsenen.
3. Das mitgebrachte Spielzeug von Kindern wird nicht abqualifiziert im Sinne von pädagogisch nicht wertvoll.
4. Spielzeug wird nie eingesetzt, um ein Kind zu maßregeln: „Du bist ja immer noch zu laut – setze dich an den Tisch und mach ein Puzzle.“
5. Veränderungen im Gruppenraum und/oder beim Spielmaterial betreffen die Kinder direkt. Daher holen Sie zuerst deren Meinung ein und besprechen eventuelle Änderungen.
6. Das ungestörte Spiel hat immer Vorrang. Unterbrechen Sie es nicht, weil ein Kind vergessen hat, etwas wegzuräumen.
7. Die Ordnung im Gruppenraum geht alle an. Räumen Sie daher immer mit auf.