Regeln Sie die private Handy-Nutzung Ihrer Mitarbeiter
Mal schnell eine WhatsApp-Nachricht verschicken, die E-Mail checken oder mal schnell den Liebsten anrufen, das gehört für viele Ihrer Mitarbeiter leider auch während der Arbeitszeit zum Standard. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann – wenn Ihre Mitarbeiter abgelenkt sind – für die Kinder auch zur Gefahr werden. Daher sollten Sie der Smartphone-Nutzung während der Arbeitszeit klar Einhalt gebieten.
Rechtlicher Hintergrund
Grundsätzlich hat Ihr Träger einen Anspruch darauf, dass Ihre Mitarbeiterinnen während der Arbeitszeit keinen privaten Tätigkeiten nachgehen. Denn schließlich bezahlt er sie dafür, dass sie für die Arbeit am Kind und nicht für private Telefonate u. Ä.
Was bedeutet das für Sie?
Als Kita-Leitung empfehle ich Ihnen, mit einer klaren Dienstanweisung zu regeln, dass die private Nutzung von Handys während der Arbeitszeit in Ihrer Kita verboten ist. Diese sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Träger verfassen und unterschreiben, damit den Mitarbeiterinnen klar ist, dass Sie an einem Strang ziehen und das Handy-Verbot von „ganz oben“ kommt. Ein Muster finden Sie hier.
Muster: Dienstanweisung private Handy-Nutzung während der Arbeit
Das Mitbringen privater Mobiltelefone in die Kita ist erlaubt. Der Arbeitgeber haftet nicht für den Verlust oder die Beschädigung eines mitgebrachten privaten Mobiltelefons.
Während der Arbeitszeit ist es nicht erlaubt, sich mit dem privaten Mobiltelefon in das Funknetz einzuwählen, das Gerät also empfangsbereit zu schalten. Es ist weiter nicht gestattet, während der Arbeitszeit mit dem privaten Mobiltelefon zu telefonieren, SMS oder WhatsApp-Nachrichten (oder Nachrichten vergleichbarer Anbieter) abzurufen oder zu verschicken, E-Mails abzurufen oder zu verschicken, im Internet zu surfen und über soziale Netzwerke zu kommunizieren. Ausgenommen hiervon sind die Pausenzeiten.
Ein Verstoß gegen diese dienstliche Anweisung wird von unserer Kita als eine Verletzung der von Ihnen geschuldeten Treuepflicht angesehen und kann arbeitsrechtliche Sanktionen, wie z. B. eine Abmahnung, im Wiederholungsfall auch eine verhaltensbedingte Kündigung, nach sich ziehen.
In Ausnahmefällen, z. B. bei der Erkrankung eines Kindes ist die telefonische Erreichbarkeit der Mitarbeiterin über den Festnetzanschluss der Kita gesichert.
Ort, Datum, Unterschrift Leitung, Unterschrift Träger, Unterschrift Mitarbeiterin
Beschränken Sie privates Telefonieren auf die Pausen
Stellen Sie klar, dass privates Telefonieren nur in der Pause erlaubt ist. Diese klare Regelung hat den Vorteil, dass die Mitarbeiter dann genau wissen, was von ihnen in Sachen „Handy-Nutzung“ erwartet wird und es keine Missverständnisse gibt.
Setzen Sie Ihr Handy-Verbot konsequent durch
Wenn Sie feststellen, dass sich einzelne Mitarbeiter nicht an das Handy-Verbot halten, sollten Sie zunächst noch einmal das Gespräch suchen und auf Ihr Verbot hinweisen und dieses mit der Sicherheit der Kinder begründen. Führt dies nicht zu einer Verhaltensänderung bei der Fachkraft, sollten Sie Ihren Träger informieren und diesen bitten, eine Abmahnung auszusprechen. Damit dokumentieren Sie auch für alle anderen Mitarbeiterinnen, dass Sie es mit dem Handy-Verbot ernst meinen und dieses auch durchsetzen.
Kündigung wegen Smartphone-Nutzung am Arbeitsplatz
Als Kita-Leitung sollten Sie wissen: Ein Mitarbeiter kann gekündigt werden, wenn sie ihr Handy übermäßig für private Zwecke während der Arbeitszeit nutzt. Wenn ein Erzieher häufig mit dem Smartphone in der Hand angetroffen wird, kann dies zu einer Abmahnung führen. Im schlimmsten Fall droht eine Kündigung, wenn das Verhalten nicht geändert wird.
Gerichte haben bereits in Extremfällen über fristlose Kündigungen entschieden, in denen die private Nutzung von Handy und Internet die Arbeitsleistung erheblich beeinträchtigte, etwa durch stundenlanges Privattelefonieren. Als Arbeitgeber ist es wichtig, frühzeitig klare Regeln zu kommunizieren und bei wiederholtem Fehlverhalten angemessen zu reagieren
Unbefugtes Laden von Handys in der Kita
Achten Sie als Kitaleitung darauf, dass Mitarbeiter ihr Handy nicht ohne Erlaubnis in der Einrichtung aufladen. Dies kann als „Stromklau“ angesehen werden, da der Strom des Unternehmens unbefugt genutzt wird, was zusätzliche Kosten verursacht. Darüber hinaus kann solches Verhalten im schlimmsten Fall rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, da es als unbefugte Nutzung von Ressourcen betrachtet wird. Es ist daher ratsam, klare Regeln für die Nutzung von Stromquellen am Arbeitsplatz aufzustellen.
Fazit
Mitarbeiter, die während der Arbeit mit ihrem Smartphone spielen, sind für die Kinder ein echtes Sicherheitsrisiko. Denn wer im Internet surft oder telefoniert, ist so abgelenkt, dass an eine Beaufsichtigung der Kleinen nicht zu denken ist. Daher müssen Sie als Leitung ein solches Verhalten unterbinden.