Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund


02.03.2016
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Sprachförderung ohne Worte – bei Kindern mit Migrationshintergrund kann dies der richtige Weg sein. Doch Sprachförderung geschieht nicht ausschließlich verbal. Sie strecken am Morgen den Kindern die Hand zur Begrüßung in der Kita hin. Die Kinder verstehen die Geste, nehmen die Hand und grüßen. Auch bei Kindern untereinander können Sie dieses Verhalten beobachten. Ivana reicht den Kindern am Esstisch freundlich Kekse. Die Kinder greifen zu und probieren.
Unabhängig von der Muttersprache reagieren die meisten Kinder auf Gesten, auf Körpersprache und Mimik instinktiv richtig.
Fördern Sie die Sprachentwicklung der Kinder mit Migrationshintergrund in der Kita anhand der folgenden Übungen. Die Übungen bauen aufeinander auf und werden immer anspruchsvoller. Wenn ein Kind den deutschen Begriff nicht kennt, so ist es doch in der Lage, das gezeigte Bild selbstständig in Bewegung umzusetzen. Schon stellt sich der 1. Erfolg ein.

In der eigenen Muttersprache können die Kinder in der Regel das Wort zum gezeigten Bild benennen. Nun müssen Sie die Brücke zwischen Bild – Begriff in der Muttersprache – Begriff auf Deutsch herstellen.

Folgendes sollten Sie bei der Sprachförderung beachten

Für das Gelingen der Sprachübungen ist es wichtig, dass Sie die Reihenfolge einhalten. Führen Sie an einem Tag nicht mehr als 2 Übungen hintereinander durch. Gehen Sie erst zur nächsten Übung, wenn die vorhergehende von allen Kita-Kindern gut gemeistert wurde. Am besten führen Sie die Übungen zur Sprachförderung an aufeinanderfolgenden Tagen mit einer Kleingruppe von ca. 10 Kindern in Ihrer Kita durch. Nehmen Sie immer die gleichen Motive, um die Kinder nicht zu verwirren.

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Übung 1 zur Sprachförderung: Wer entdeckt das richtige Bild?

Für die erste Übung zur Sprachförderung brauchen ein Memoryspiel mit verschiedenen Gegenständen (Zahnbürste, Bürste, Auto, Stift etc.), Tieren und Körperteilen darauf abgebildet. Alternativ dazu nehmen Sie selbst gemachte Fotos oder Gegenstände aus Ihrem Zimmer, z. B. Autos, Bücher, Teddys, Gläser etc. Wichtig ist, dass Sie von jedem Begriff, den Sie zeigen, 2 Gegenstände, Karten oder Fotos haben.
Legen Sie die eine Hälfte der Karten offen vor die Kinder. Die jeweils passenden Karten bleiben verdeckt bei Ihnen als Spielleiterin. Nun holen Sie ein Kind zu sich und zeigen ihm eine Karte. Das Kind kann das Gesehene nun in wortlose Bewegung umsetzen, ohne dass es den Begriff dazu auf Deutsch kennen muss. Die mitspielenden Kinder erraten nun den Begriff. Zunächst steht das richtige Zuordnen im Vordergrund, die Ratenden zeigen nur auf das entsprechende offene Bildkärtchen. Gemeinsam mit allen Kindern benennen Sie anschließend den gespielten Begriff auf Deutsch.

 

Übung 2 zur Sprachförderung: Wer kennt den Namen?

Nun wird es schwieriger. Der Ablauf ist wie bei Übung 1. Die Schwierigkeit besteht nun jedoch darin, dass es keine offenen Kärtchen mehr gibt, auf die gezeigt werden kann. Die Kinder müssen zum Erraten den Begriff benennen. Die Sprachübung wird durch zu viele Begriffe sehr schwer. Üben Sie die gezeigten Begriffe lieber mehrmals und intensiver. Lassen Sie sich dabei Zeit und achten Sie darauf, dass jedes Kind die Begriffe benennt. Durch Wiederholungen merken sich die Kinder die Verbindung zwischen dem vorgezeigten Begriff und dem deutschen Wort leichter. 

 

Übung 3 zur Sprachförderung: Wer ist der Schnellste?

Nun liegen alle Kärtchen offen vor den Kindern. Sie zeigen auf ein Bild. Das Kind, das am schnellsten den Begriff dazu genannt hat, darf das Bild den anderen Kindern ohne Worte vorspielen. Damit Sie einen Überblick haben, wer noch nichts benennen konnte, bauen Sie folgende Variante ein: Jedes Kind darf nur 1-mal einen Begriff sagen.

Zur Kontrolle legt es das Kärtchen vor sich hin, sodass Sie und die anderen Kinder leicht erkennen können, wer noch keinen Begriff genannt hat. Auch für langsamere Kinder ist das Spiel so nicht demotivierend. Zum Schluss bekommt jeder ein Kärtchen, wenn auch vielleicht mit etwas Hilfe von Ihnen, indem Sie den Begriff ins Ohr flüstern oder gemeinsam mit dem Kind benennen. Die Kinder, die eine Karte vor sich liegen haben, dürfen notfalls etwas helfen. Sie weisen aber darauf hin, dass zuerst die Kinder ohne Karte raten dürfen.

 

Übung 4 zur Sprachförderung: Wer darf vor die Tür?

Haben die Kinder alle vorhergehenden Übungen gemeistert, können Sie Folgendes ausprobieren: Sie gehen mit einem Kind vor die Tür und nennen einen Begriff von den Bildkärtchen. Das Kind geht mit Ihnen in den Raum zurück und spielt den Begriff. Die wartenden Kinder müssen den gespielten Begriff benennen. Erklären Sie dem Kind vor der Tür, dass es beim Vorspielen nicht reden darf. Weisen Sie darauf hin, dass das Vorspiel-Kind selbst darauf achten muss, wenn es den richtigen Begriff hört.

Sie nicken, wenn der richtige Begriff genannt wurde. Nun darf das Kind, das am schnellsten geraten hat, vor die Tür. Wenn Sie diese 4 Übungen über einen Zeitraum von mehreren Wochen intensiv mit den Kindern durchführen, werden Sie schnell feststellen, dass die Kinder die Begriffe in ihren Wortschatz und ihren Sprachgebrauch übernommen haben.
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Das sagen unsere Leser

Ich bin von „Praxisgestaltung in der Kita“ begeistert. Der Dienst ist für mich eine riesen Arbeitserleichterung.

Frauke Schmidt, Flensburg


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