Die wichtigsten Regeln für Gespräche mit Kindern


17.10.2016
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Bereits die meisten 3-jährigen Kinder verfügen über einen reichen Wortschatz und können Sätze formulieren. Je älter ein Kind wird, desto mehr wächst auch das Interesse an Gesprächen. In diesem Alter kommt es sehr darauf an, welche Erfahrungen Kinder mit ihren ersten Gesprächen machen:

  • Werden sie verstanden?
  • Reagiert der Gesprächspartner, indem er antwortet und weitere Fragen stellt?
  • Findet eine Unterhaltung statt?

Wichtig ist, dass die Kinder in ihrem Sprachbemühen positiv bestärkt werden und so die Sprachentwicklung gefördert wird. Der folgenden Auflistung entnehmen Sie die wichtigsten Regeln für Gespräche mit Kindern.

 

Auflistung: Die wichtigsten Regeln für Gespräche mit Kindern

  • Zeigen Sie dem Kind, dass Sie seine Äußerung verstehen, auch wenn Sprache und Grammatik noch nicht ganz richtig sind.
  • Lassen Sie dem Kind beim Sprechen Zeit. Unterbrechen Sie es nicht.
  • Ergänzen Sie die begonnenen Sätze des Kindes nicht, sondern lassen Sie ihm Zeit, die Sätze selbst zu Ende zu bringen.
  • Lässt das Kind einen Satz unvollständig, so wiederholen Sie das bereits Gesagte und führen den Satz korrekt zu Ende – ohne das Kind dabei zu belehren.
  • Nehmen Sie das Kind und seine Äußerungen ernst.
  • Reagieren Sie auf die Äußerung eines Kindes. Dadurch verstärken Sie das Sprach- und Kommunikationsverhalten des Kindes.
  • Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht richtig verstanden haben, und lassen Sie es sich von dem Kind erklären.

 

Reagieren Sie gelassen auf Warum-Fragen der Kinder

Mit 3 Jahren ist das Kind in seiner Persönlichkeitsentwicklung so weit fortgeschritten, dass es sich nun als eigenständige Person erlebt und Ich-Sätze formulieren kann. Jetzt ist auch das Wissensbedürfnis des Kindes kaum mehr zu bremsen. Die Warum-Frage-Zeit beginnt und stellt für Sie oft eine Nervenprobe dar. Vor allem dann, wenn Sie wenig Zeit haben oder Ihnen keine Antworten mehr einfallen. Gründe für die Warum-Fragen der Kinder sind:

  • Das Kind erlebt, wie seine Sprache ihm hilft, die Welt zu verstehen. Seine Fragen unterstützen es dabei, sein Wissen zu erweitern.
  • Das Kind erfährt, dass es mit seinen Fragen ein Gespräch beginnen und fortführen kann. Gleichzeitig erweitert das Kind dadurch seine Sprach- und Sprechkompetenz.

 

6 Tipps für den Umgang mit Kinderfragen in Gesprächen

  • Nehmen Sie jede Frage des Kindes ernst.
  • Beantworten Sie die Frage ehrlich und so, dass das Kind sie versteht.
  • Geben Sie zu, wenn Sie etwas nicht wissen. Suchen Sie zusammen mit dem Kind nach der Antwort auf die Frage, indem Sie z. B. in einem Lexikon nachschauen, bei einer Kollegin nachfragen.
  • Wenn Sie keine Zeit für eine Antwort haben, sagen Sie es dem Kind und vereinbaren Sie einen neuen Zeitpunkt für das Gespräch.
  • Hören Sie dem Kind genau zu und beantworten Sie ausschließlich die Frage des Kindes.
  • Wenn Sie den Sinn einer Frage nicht verstehen, fragen Sie bei dem Kind nach. Es wird Ihnen eine Erklärung liefern.

 

Fördern Sie Gespräche unter den Kindern

Jetzt, wenn die Kinder die Sprache schon so gut beherrschen, wollen sie sie auch nutzen, um

  • Fragen zu stellen und zu beantworten,
  • Gespräche zu führen,
  • Neues zu erfahren.

 

Um diesem Bedürfnis der Kinder entgegenzukommen, richten Sie in Ihrem Kindergartenalltag regelmäßige Gesprächsrunden ein. Möglichkeiten hierfür gibt es viele:

  • der tägliche Morgen- oder Abschlusskreis
  • der Frage-Treff in der Kuschelecke
  • die wöchentliche Kinderkonferenz

 

In diesen Gesprächsrunden können die Kinder von sich und ihren Erlebnissen berichten und / oder es werden Themen besprochen, die für die Gruppe wichtig sind, z. B. wie am Projekt weitergearbeitet werden soll. Wichtig ist, dass diese Gesprächsrunden regelmäßig stattfinden, am gleichen Ort, zur gleichen Zeit und mit den gleichen Regeln für den Gesprächsverlauf. Zu den Regeln gehört,

  • wer wann sprechen darf,
  • dass die anderen zuhören, wenn einer spricht,
  • dass die Redezeit begrenzt ist, damit alle zu Wort kommen können.

 

Praxistipp: Um die Redezeit, die jedem Einzelnen zur Verfügung steht, einzugrenzen, bauen Sie mit den Kindern eine Sanduhr. So können Sie mit den Kindern die Redezeit bestimmen. Jedes Kind und auch Sie dürfen so lange sprechen, bis der Sand einmal durchgelaufen ist. Sie können auch 2 Uhren bauen. Eine für Kinder, die heute viel zu erzählen haben, und die andere für Kinder, die nicht so viel erzählen wollen.

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Das sagen unsere Leser

Unsere AWO Kita-Einrichtung ist schwerpunktmäßig auf 0- bis 3-Jährige ausgerichtet, und für uns ist „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ die perfekte Unterstützung: Obwohl wir seit über 30 Jahren mit Kindern unter 3 arbeiten, sind wir dankbar für all die neuen Anregungen und die praxisorientierten Angebote aus „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“. Gerade im Bereich Entwicklungspsychologie hat sich so viel getan, dass es wunderbar passt, hier immer topaktuell informiert zu sein. „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ ist eine tolle Sache!

Christel Kamprath, AWO Kita Rotkäppchen, Allstedt

Für „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ habe ich mich entschieden, weil es zu diesem Thema kaum professionelle, verlässliche Literatur gab. Ganz toll finde ich neben den langfristig erprobten Tipps und Liedern für die Kleinsten die entwicklungspsychologischen Beiträge. Unterstützt wird das Ganze durch praxisnahe Hilfe wie z. B. Beobachtungsbögen. Dadurch bin ich auch auf schwierige Elterngespräche optimal vorbereitet. Und zu den relevanten Themen wie beispielsweise Trotz und Sauberkeit bekomme ich immer die neuesten Erkenntnisse geliefert: So kopiere ich dann auch manchmal etwas für unsere Eltern-Infowand. „Kinder unter 3 in Kita & Krippe“ ist für mich eine tolle Unterstützung in meinem Arbeitsalltag!

Sonja Großmann-Bott, Kindergarten unterm Regenbogen, Höfen


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