Englisch im Kindergarten – Ist das sinnvoll?


15.06.2021

Neu ist die Idee von Englischunterricht im Kindergarten nicht, aber die Diskussion darüber reißt nicht ab. Ist es sinnvoll und notwendig, dass Sie bereits im Kindergarten den 1. Fremdsprachenunterricht anbieten?

Welche Vorteile hat der Englischunterricht im Kindergarten?

Zunächst einmal ist wichtig, festzustellen, dass sich Englisch in Schule und Kindergarten grundlegend unterscheidet: Ohne Notendruck, mit viel Neugier und ohne Angst, etwas falsch zu machen, gehen die Kinder unvoreingenommen an die neue Sprache heran. Und das lohnt sich zu nutzen, denn

  • die sensible Phase für Spracherwerb liegt zwischen dem 7. Lebensmonat und dem 7. Lebensjahr, für die Phonetik zwischen dem 3. und dem 5. Lebensjahr. Danach ist das Erlernen einer akzentfreien Zweitsprache kaum mehr möglich.
  • Kinder sind neugierig auf alles Fremde und gehen ohne Berührungsängste darauf zu. So schaffen Sie erste Kontakte zu einer anderen Kultur.
  • indem Sie Spiele, Lieder und Reime in englischer Sprache einbeziehen, lernen die Kinder die Sprache ihrem Entwicklungsstand entsprechend.
  • Kinder lernen in dieser Phase schnell so viele Worte wie danach nie mehr.
  • ihre ersten erlernten Worte können sie sofort in ihren Alltag einbauen: „Wann machen wir das wieder?“ „Das nächste Mal!“ „Ah, next time …!“

 

Englisch in der Kita – Welche Schwierigkeiten gibt es?

Das fehlerfreie Beherrschen der englischen Sprache ist natürlich Voraussetzung, damit Sie mit Kindern daran arbeiten können. Auch folgende Punkte können für Sie die Einführung erschweren:

  • Wenn aus Ihrem Team niemand so gut Englisch spricht, muss jemand in die Einrichtung kommen, der gut mit Kindergartenkindern umgehen kann.
  • Externe Mitarbeiter kosten Geld.
  • Englisch muss mindestens 1- bis 2-mal in der Woche stattfinden und dann in den Tagesablauf Ihrer Einrichtung integriert werden.
  • Es besteht die Gefahr, dass das Erlernen der Sprache zu schnell einen schulischen Charakter erhält.

Fazit: Die Vorteile eines möglichst frühen Kontakts mit einer Zweitsprache überwiegen. Denn wenn Sie die Schwierigkeiten der tatsächlichen Umsetzung im ganzen Team gut planen, dann gewinnen die Kinder weitere Anregungen für ihre Entwicklung und Ihre Einrichtung gewinnt zusätzlich Profil.


Das sagen unsere Leser

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

„Hören – Lauschen – Lernen“: Pädagogische Schwerpunkte setzen

1. September 2021

Sprach- und Leseförderung für Vorschulkinder: „Hören – Lauschen – Lernen“ Das Trainingsprogramm „Hören – Lauschen – Lernen“ eignet sich zur Sprach- und Leseförderung von Kindern ab 5 Jahren. In meiner...

Mehr erfahren

Die Grundprinzipien der Sprachförderung im Alltag

8. Juni 2018

Zur Sprachförderung im Alltag sind in der Regel keine aufwendigen Sprachprogramme notwendig. Denn der Spracherwerb von Kindern geschieht überwiegend im Alltag durch die Interaktion mit Erwachsenen und anderen Kindern. Die...

Darauf sollten Sie bei der Sprachförderung im Alltag achten

So fördern Sie die Sprachentwicklung ganzheitlich

5. März 2016

Wenn ein Kind seine Sprache lernen will, muss es sie auch erleben können. Es muss die Wörter begreifen können, um sie zu verstehen. Das bedeutet, dass die Sprachentwicklung des Kindes eng verbunden ist mit der...

So unterstützen Sie die Kinder



© 2022 Verlag PRO Kita, Bonn