Englisch im Kindergarten – Ist das sinnvoll?


18.05.2020

Neu ist die Idee von Englischunterricht im Kindergarten nicht, aber die Diskussion darüber reißt nicht ab. Ist es sinnvoll und notwendig, dass Sie bereits im Kindergarten den 1. Fremdsprachenunterricht anbieten?

Vorteile von Englischunterricht im Kindergarten

Zunächst einmal ist wichtig, festzustellen, dass sich Englisch in Schule und Kindergarten grundlegend unterscheidet: Ohne Notendruck, mit viel Neugier und ohne Angst, etwas falsch zu machen, gehen die Kinder unvoreingenommen an die neue Sprache heran. Und das lohnt sich zu nutzen, denn

  • die sensible Phase für Spracherwerb liegt zwischen dem 7. Lebensmonat und dem 7. Lebensjahr, für die Phonetik zwischen dem 3. und dem 5. Lebensjahr. Danach ist das Erlernen einer akzentfreien Zweitsprache kaum mehr möglich.
  • Kinder sind neugierig auf alles Fremde und gehen ohne Berührungsängste darauf zu. So schaffen Sie erste Kontakte zu einer anderen Kultur.
  • indem Sie Spiele, Lieder und Reime in englischer Sprache einbeziehen, lernen die Kinder die Sprache ihrem Entwicklungsstand entsprechend.
  • Kinder lernen in dieser Phase schnell so viele Worte wie danach nie mehr.
  • ihre ersten erlernten Worte können sie sofort in ihren Alltag einbauen: „Wann machen wir das wieder?“ „Das nächste Mal!“ „Ah, next time …!“

Englisch in der Kita – Diese Schwierigkeiten gibt es

Das fehlerfreie Beherrschen der englischen Sprache ist natürlich Voraussetzung, damit Sie mit Kindern daran arbeiten können. Auch folgende Punkte können für Sie die Einführung erschweren:

  • Wenn aus Ihrem Team niemand so gut Englisch spricht, muss jemand in die Einrichtung kommen, der gut mit Kindergartenkindern umgehen kann.
  • Externe Mitarbeiter kosten Geld.
  • Englisch muss mindestens 1- bis 2-mal in der Woche stattfinden und dann in den Tagesablauf Ihrer Einrichtung integriert werden.
  • Es besteht die Gefahr, dass das Erlernen der Sprache zu schnell einen schulischen Charakter erhält.

Fazit: Die Vorteile eines möglichst frühen Kontakts mit einer Zweitsprache überwiegen. Denn wenn Sie die Schwierigkeiten der tatsächlichen Umsetzung im ganzen Team gut planen, dann gewinnen die Kinder weitere Anregungen für ihre Entwicklung und Ihre Einrichtung gewinnt zusätzlich Profil.


Das sagen unsere Leser

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Sprachvorbild sein: So funktioniert es

14. Juni 2018

Immer wenn die Kinder mit Ihnen (oder auch mit anderen Personen) sprechen, fungieren Sie als Sprachvorbild. Machen Sie sich daher immer wieder bewusst, wie wichtig Ihr Sprachverhalten vor und mit den Kindern ist. So können Sie...

So können Sie ein gutes Sprachvorbild für die Kita-Kinder sein

Geschichtenwerkstatt: In 5 Schritten zu den schönsten Kindergeschichten

9. Mai 2018

Kindergeschichten werden meist spontan verlangt: Ich saß mit einigen Kindern im Wald auf Baumstämmen, als ich gebeten wurde: „Bitte, erzähle uns eine Geschichte!“ Sofort sahen mich viele Augenpaare flehentlich an. „Ja,...

Lesen Sie hier, wie das Geschichtenerzählen eine gute Ergänzung zu Ihrer Literacy-Erziehung sein kann.

Sprechen lernen: So fördern Sie den Spracherwerb der Kinder im Alltag

21. September 2020

Leni ist 8 Monate alt und liegt lautierend auf ihrer Krabbeldecke. Der 2 Jahre alte Max läuft Ihnen hinterher, um Ihnen zu erzählen, wie er mit seinem Vater den Rasen gemäht hat. Auch der 18 Monate alte Pepe möchte sich...

Diese Tipps helfen Ihnen den Spracherwerb zu fördern



© 2019 Verlag PRO Kita, Bonn