Immer aktuell bleiben: Bausteine für Ihre Konzeption


19.01.2018

Die Konzeption ist die Richtschnur der pädagogischen Arbeit in Ihrer Kita. Doch die Unsicherheit ist in vielen Kitas groß, welche Inhalte in einer solchen Konzeption stehen sollten und wie umfangreich das Ganze werden sollte. Lesen Sie hier, welche Anforderungen Sie mit Ihrer Konzeption erfüllen müssen.

 

 

Folgende Bausteine sind sinnvoll

Besonders effektiv und wirkungsvoll ist es, wenn Sie Ihre Konzeption in einem Baukastensystem entwerfen. Dabei ordnen Sie den jeweiligen Bausteinen pädagogische Inhalte unter, wie z. B.

  • Rahmenbedingungen,
  • Pädagogische Arbeit,
  • Team,
  • Eltern.

Dies hat viele Vorteile. Wenn ein Baustein sich ändert, setzen Sie ausschließlich an diesem einen Teil an und aktualisieren nur diesen einen Inhalt.

Sie sparen durch dieses Vorgehen viel Zeit beim jährlichen Aktualisieren Ihrer Konzeption. Zudem können Sie beim Überprüfen der Konzeption Ihre Mitarbeiter in Arbeitsgruppen einteilen, die jeweils einen oder 2 Bausteine überprüfen.

Praxisbeispiel

Kita-Leitung Roswitha Schlereth möchte die Konzeption der Kita zum Januar 2018 aktualisiert herausgeben. Sie macht sich daran, die Inhalte der 10 Bausteine genau zu lesen. Dabei fällt ihr auf, dass der Baustein 9 „Qualitätsmanagement“ um den Punkt „Evaluierung der pädagogischen Qualität durch Kinderbefragungen“ ergänzt werden muss. Sie nimmt sich diesen Punkt vor und ergänzt ihn. Da die Konzeption nicht gebunden, sondern nur geheftet ist, kann nur der Baustein 9 herausgenommen und ergänzt werden. Dies spart für die Kita von Roswita Schlereth Zeit und Kosten.

In diesem Beitrag sehen Sie eine mögliche Gliederung mit den Bausteinen, die Ihre Konzeption unbedingt enthalten muss. Wenn Sie eine neue Konzeption erstellen wollen, können Sie diese Mustergliederung als Vorlage verwenden.

Muster: Mustergliederung einer Kita-Konzeption

1. Unsere Einrichtung stellt sich vor

  • Wissenswertes über die Kita (Geschichte, Werdegang, spezielle Schwerpunkte)
  • Bauweise/Räumlichkeiten/Außengelände (Beschreibung der Ausstattung)
  • Organisationsstruktur, Öffnungszeiten, Sprechstunden, Kosten, Fördergelder
  • Team der Mitarbeiter, weitere Mitarbeiter, Ehrenamtliche Lage und Einzugsbereich (Beschreibung, Fotos, Stadtpläne)
  • Träger
  • Organisationsform

2. Pädagogik

  • Unser Bild vom Kind (Wertschätzung, Rolle des Kindes)
  • Rechte des Kindes in der Kita (ausformuliert von der Kita in Anlehnung an die UN-Kinderrechte)
  • Partizipation und Mitbestimmung, Rechte und Pflichten (Verdeutlichung anhand konkreter Beispiele)
  • Pädagogische Leitziele bzw. pädagogischer Ansatz
  • Schwerpunkte der Kita, Projektarbeit (Lernen durch Projektarbeit, Beispiele unterschiedlicher Projekte)
  • Besondere Angebote und Highlights (Ausflüge, Ferienzeiten in der Kita, Geburtstagsfeiern in der Kita)
  • Tages- oder Jahresablauf (exemplarische Darlegung des Tagesablaufes, Schilderung des Jahreskreises)
  • Schulvorbereitung (Kooperation mit der Grundschule, Schulfähigkeitsprofil)
  • Gestaltung von Übergängen (Übergang vom Elternhaus in die Kita, Übergang von Krippe in den
  • Kindergarten, Übergang vom Kindergarten in den Kinderhort)

3. Teamarbeit

  • Ausbildung der Mitarbeiter (Beschreibung der schulischen Ausbildung oder des Studiums)
  • Kompetenzprofil des Personals (Darlegung der besonderen Kompetenzen, Fortbildungen, Weiterbildungen)
  • Kollegiale Zusammenarbeit (kollegiale Unterstützung, Einarbeitung von Neuen, Coaching-Modelle)
  • Teambesprechung und Planung der pädagogischen Arbeit
Fortbildung (externe Fortbildungsangebote, Weiterbildung, Inhouse-Schulung)
  • Zusätzliche Qualifikationen der Mitarbeiter (Zusatzausbildungen, Workshops, berufsbegleitende Qualifikationen)

4. Eltern

  • Grundsätze und Ziele der Zusammenarbeit
  • Formen der Zusammenarbeit (Elternabende, Elternbegegnung, Hospitation, Elternmitarbeit)
  • Mitwirkung, Mitbestimmung durch die Eltern (mitbestimmende Gremien, Mitwirken bei Festen)
  • Elternabende (Themen und Auswahl der Inhalte zu den Elternabenden)
  • Elternbeirat (Rechte und Pflichten, Wahl, Vorschläge, Dauer des Amtes)

5. Vernetzung

  • Zusammenarbeit mit Schulen (Begleitung des Übergangs, Kennenlernen der Lehrer, Vorkursarbeit)
  • Kooperationspartner der Kita
  • Zusammenarbeit mit Jugendamt
  • Kooperation mit sozialen Fachdiensten

6. Qualitätssicherung

  • Was Qualität für uns bedeutet
  • Wie wir die Qualität unserer Kita sichern
  • Elternbefragung (Erstellung, Muster, Ziele, Auswertung und Konsequenzen)
  • Zufriedenheitsanalyse (Erstellung, Muster, Auswertung und Auswirkungen)

Fazit

Eine Konzeption ist das Rückgrat und das Lebenselixier Ihrer Kita. Deshalb sollten Sie Ihr Konzept besonders gut pflegen.

Ein Baukastensystem hilft Ihnen weiter, wenn Sie die Konzeption schnell wieder auf den aktuellen Stand bringen möchten.


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