Konflikte mit anspruchsvollen Eltern – In 6 Schritten zur Lösung


20.05.2016
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Bei Ihrer täglichen Arbeit im Kindergarten sind Sie es gewohnt, auch Konflikten mit Eltern zu begegnen. Sicherlich kennen Sie Fragen wie: „Warum bieten Sie in Ihrer Einrichtung kein Englisch an?“, oder: „Machen Sie auch einen Yoga-Kurs für die Jüngsten?“ In solchen Fällen sollten Sie schnell auf die Anspruchshaltung der Eltern reagieren, bevor sich die Konflikte auf die gesamte Kita-Elternschaft ausbreiten. Erfahren Sie folgend, wie Sie bei dieser anspruchsbedingten Problematik eine konstruktive Konfliktberatung anwenden. Und vergessen Sie nicht: Sicherlich sind die meisten Eltern mit Ihrer pädagogischen Arbeit sehr zufrieden.

 

Schritt 1: Überlegen Sie bei Konflikten, warum die Anspruchshaltung bei den Eltern besteht

Viele der kritischen Eltern handeln aus Sorge um ihr Kind. Sie haben Bedenken, dass ihr Kind in Ihrer Kita nicht ausreichend gefördert wird, und sehen sich in Konkurrenz mit anderen Eltern bzw. den Fähigkeiten anderer Kinder. Auch diese Eltern handeln nur aus Sorge um Ihr Kind.

 

 

Schritt 2: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Elternkonflikte

Überlegen Sie im Team, wie lange die Anspruchsproblematik schon existiert und ob es eine Zeit gab, in der Sie sie nicht wahrgenommen haben. Fragen Sie sich, ob es Zeiten gab, in denen der Konflikt bereits gelöst zu sein schien. Überlegen Sie auch, warum das so war und ob inzwischen wieder neue Anliegen hinzugekommen sind.

 

 

 

 

Schritt 3: Erfassen Sie um welche Eltern es sich handelt

Bringen Sie in Erfahrung, welche Eltern ganz konkret die Anspruchsproblematik verfolgen: Ist es nur eine Mutter? Oder ein Elternpaar? Oder eine ganze Gruppe von Eltern? Wenn Sie das herausgefunden haben, überlegen Sie, welche Interessen die betroffenen Eltern mit ihrer Haltung verfolgen. So können Sie besser auf diese Problematik reagieren.

 

 

Schritt 4: Ermitteln Sie das Konflikt-Thema der Eltern

In dieser Phase bemühen Sie sich, das Problemthema der Eltern ganz klar zu konkretisieren. Versuchen Sie, die genauen Gründe der Eltern in Erfahrung zu bringen, warum genau sie ihre Ansprüche mit Ihrer Arbeit nicht erfüllt sehen. In einem 1. Gespräch mit den Eltern können Sie sich ganz darauf konzentrieren, deren Gründe für ihre Anspruchshaltung zu finden. Notieren Sie die wichtigsten Stichpunkte. Damit die Eltern nicht verwundert oder gar verärgert sind, teilen Sie den Eltern vor diesem 1. Gespräch mit, dass es noch nicht um die Lösung des Konfliktes geht, sondern um die Ursachenforschung. Die Eltern spüren dann sicherlich, dass Sie ihr Problem ernst nehmen und bemüht sind, sie zu verstehen.

 

Schritt 5 bei Konflikten: Führen Sie ein Gespräch mit den Eltern

Das Konfliktgespräch mit den Eltern sollten Sie sorgfältig planen. Es ist sinnvoll, wenn Sie sich Notizen zur Vorbereitung auf das Gespräch machen. Ausgehend von dem vorangegangenen Gespräch, schreiben Sie Ihre Hauptargumente auf, um auf keinen Fall den roten Faden zu verlieren. Argumentieren Sie ausgehend von Ihrer pädagogischen Konzeption. Lassen Sie die Eltern zuerst ihre Sichtweise schildern. Sie ist die Grundlage für Ihre Arbeit, die Sie gemeinsam mit Ihrem Team erarbeitet haben und Ihnen somit den Rücken stärkt. Wenn das Gespräch beginnt, ist es bedeutend für einen erfolgreichen Gesprächsverlauf, dass die Eltern sich weder überrumpelt noch überfordert fühlen.
Aus diesem Grund beginnen Sie Ihre Sicht der Problematik darzustellen. Erklären Sie das pädagogische Konzept Ihrer Einrichtung, und machen Sie somit deutlich, wie Sie mit den Kindern arbeiten und welche Konsequenzen sich daraus für deren Entwicklung ergeben. Auf gar keinen Fall dürfen Sie die Eltern beschuldigen oder verurteilen.

 

Schritt 6 bei Konflikten: Schaffen Sie gemeinsam mit den Eltern Lösungen

Der schwerste Teil liegt hinter Ihnen. Nun suchen Sie gemeinsam mit den Eltern nach Lösungen. Wägen Sie miteinander ab, welche Lösung beide Seiten zufriedenstellt. Um Ihre Arbeitsweise noch deutlicher zu machen, können Sie den Eltern ein Entwicklungsgespräch anbieten. Exemplarisch können Sie den Eltern darin Beobachtungen ihres Kindes schildern und aufzeigen, welche Entwicklungen es gerade durchläuft und welche Fortschritte es macht. Im Anschluss an Ihre Darstellung können Sie gemeinsam mit den Eltern überlegen, welche Fördermöglichkeiten für ihr Kind sinnvoll sind und wie ihre Umsetzung aussehen kann. Indem Sie diese Möglichkeiten zusammen erarbeiten, fühlen sich die Eltern wertgeschätzt und ernst genommen. Ganz bestimmt gelingt es Ihnen somit auch, sehr kritische Eltern zu überzeugen.
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